CutiePi: Raspberry Pi Tablet auf Open-Source-Basis

| Autor: Margit Kuther

CutiePi: Open-Source-Tablet mit Raspberry Pi CM 3+Lite.
CutiePi: Open-Source-Tablet mit Raspberry Pi CM 3+Lite. (Bild: CutiePi)

CutiePi ist ein Tablet mit 8-Zoll-Touch-Display, basierend auf dem Raspberry Pi Compute Module 3+ Lite. Das Open-Source-Projekt soll Ende 2019 abgeschlossen sein.

Basis des CutiePi ist ein Trägerboard mit der Industrievariante des Raspberry Pi, dem Compute Module CM3+ Lite im platzsparenden DDR2-SODIMM-Formfaktor. Das Trägerboard haben die taiwanischen Initiatoren des Projekts speziell für den mobilen Einsatz entwickelt und mit erweitertem Leistungsmanagement und Lithium-Polymer-Akkuüberwachung ausgestattet: „Unabhängig davon, ob Anwender eine App öffnen, eine SSH-Verbindung zu einem Remote-Server herstellen oder ein Dashboard anzeigen, die berührungsfreundliche Oberfläche von CutiePi hilft dabei und macht das Anschließen von Tastatur und Maus nicht mehr erforderlich,“ so die Initiatoren.

Komponenten auf dem CutiePi-Trägerboard

  • Raspberry Pi Compute Module 3+ Lite
  • STM32-MCU
  • Lithium-Polymer-Akku mit 4800 mAh
  • WLAN 802.11 b/g/n; Bluetooth 4.0
  • Temperatursensor, Gyroskop, Verstärker,
  • MicroSD-Kartenslot für das Betriebssystem
  • 6 GPIO-Pins
  • USB 2.0 (Typ A)
  • MicroUSB zum Laden
  • HDMI

Herz des CutiePi-Tablets ist der SoC auf dem Raspberry Pi Compute Module 3+ Lite, ein 64-Bit-Broadcom BCM2837B0 (Cortex-A53) mit 1,2 GHz Taktrate und 1-GB-LPDDR2-SDRAM-Speicher. Der Mikrocontroller STM32 ist lediglich für das Energiemanagement und die Batteriezustandsüberwachung auf dem Trägerboard vorgesehen.

Das Tablet ist zudem ausgestattet mit einem 8-Zoll-Display (IPS LCD) mit 1280 x 800 Bildpunkten. Interessant ist der Griff des Tablets, der sich sowohl zum Tragen eignet und nach hinten geklappt als Standfuß für das Tablet. Die Maße des Tablets betragen 24 mm x 209 mm x 12 mm, das Gewicht liegt lediglich bei 350 g. Der Preis des Tablets steht noch nicht fest; er soll bei über 150 Dollar liegen. Interessenten könnten eventuell auch das Gehäuse des Tablets mittels 3D-Drucker selbst drucken.

Raspian als Betriebssystem und Raspbian Pixel

Als Betriebssystem für das CutiePi-Tablet ist eine speziell für Touchscreens geeignete Raspbian-Variante vorgesehen. Diese Raspbian-Variante soll zudem einen auf QT basierenden Emulator zur plattformübergreifenden Entwicklung von Programmen und grafischen Benutzeroberflächen enthalten und Raspbian Pixel Apps via XWayland.

Entwicklungsdateien und Quellcode auf Github

Das CutiePi-Projekt befindet sich noch in der Entwicklung. Die Open-Source-Entwicklungsdateien zum CutiePi finden Interessenten auf Github. Neben den Entwicklungsdateien finden Interessenten auch den Source Code auf Github.

Was Sie vom CutiePi erwarten dürfen

„Alles, was Sie für unterwegs brauchen – Anschluss an freies WLAN, Befehle eingeben oder auf Webseiten surfen“, so beschreiben die Initiatoren des Projekts das CutiePi.

Ja, dafür ist das vergleichsweise kleine Touch-Tablet dank integriertem Akku bestens geeignet. Und mit dem Compute Module 3+Lite ist hierfür meiner Meinung nach auch der geeignete SoC gefunden. Das aktuelle Raspberry-Pi-Topmodell, der Raspberry Pi 4 B bietet zwar wesentlich mehr Leistung. Doch ihn gibt es (noch) nicht in der platzsparenden DDR2-SODIMM-Variante. Zudem benötigt Raspberry Pi 4 B mehr Energie als das Compute Module 3+ Lite, was den Akku schneller leeren und zusätzliche Kühlmaßnahmen erforderlich machen würde. Alles in allem ein interessantes Open-Source-Projekt.

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