Custom vs. Off the Shelf – Auswahlkriterien bei der Wahl des FPGA-Systems

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Bild 5: Beispiel für Nutzwertanalyse zur Entscheidung zwischen Custom-Make und Custom-Buy.
Bild 5: Beispiel für Nutzwertanalyse zur Entscheidung zwischen Custom-Make und Custom-Buy.
(Bild: Pro Design)

Make or buy – Machen (lassen) oder fertig kaufen?

Zum Thema "Make or Buy" wurde bereits viel geschrieben und ist in der gängigen Fachliteratur entsprechend viel nachzulesen. Speziell im Bezug auf das "Custom-Make vs. Custom-Buy" ist hinsichtlich der klassischen Auswahlkriterien an dieser Stelle dennoch einiges anzumerken, auf das man besonders achten sollte:

  • Kerngeschäft und Unternehmensstrategie: Wenn das zu entwickelnde Board im Zusammenhang mit dem eigenen Kerngeschäft steht, dann sollten Sie es eher selbst entwickeln, wenn es in anderem Zusammenhang steht, dann eher zukaufen
  • Bei wiederkehrenden und hohen Bedarfen machen Sie die Entwicklung lieber selbst, wenn es sich nur um einen einmaligen und geringen Bedarf handelt, dann ist eine externe Vergabe i.d.R. besser.
  • Wenn Sie genügend Ressourcen vorhanden haben (auch für spätere Produktaktualisierungen), dann wäre es naheliegend die Entwicklung selbst zu machen. Wenn Sie keine ausreichenden Ressourcen haben, dann kaufen Sie lieber zu.
  • Autonomie. Hier stellt sich die Frage, ob ein Know-How-Transfer an den Lieferanten notwendig und gewünscht ist, und ob Sie Ihr Know-How dabei schützen können.
  • Beim Lieferangebot geht es darum, ob entsprechend gute Angebote vorhanden sind. Wenn ja, dann ist eine Vergabe eher denkbar.
  • Qualitäts- und Terminrisiken müssen sorgfältig abgewogen werden. Die Fragen sind hier, ob der Lieferant die notwendige Kompetenz und die notwendigen Ressourcen hat und wie hoch das technische Risiko ist.
  • Mit Kapitalbedarf ist in diesem Fall gemeint, ob eine Eigenentwicklung zusätzliche Investitionen (über die eigentliche Entwicklungsarbeit hinaus) erfordert, z.B. in Entwicklungs-Tools oder Lizenzen.
  • Bei den Kosten geht es dann schließlich um den Vergleich der anfallenden Kosten für die Eigenentwicklung im Vergleich zur Vergabe. Hierbei müssen Sie jedoch auch bestehende Fixkosten für Personal, Einrichtung, Entwicklungs-Tools, etc. berücksichtigen.

Nachdem die Entscheidung Custom-Make oder Custom-Buy gefallen ist, geht es final um die Entscheidung Custom oder OTS. Dies machen Sie – raten Sie mal – wieder mit einer Nutzwertanalyse genauso wie bei der Entscheidung zwischen Custom-Make und Custom-Buy. Die wesentlichen Auswahlkriterien sind dabei die finanziellen Aspekte, die Verfügbarkeit, die technische Umsetzung sowie die Benutzerfreundlichkeit und der Support.

Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, dass der Einsatz von Eval-Boards für viele Entwickler mittlerweile selbstverständlich ist. Dadurch kann man viel Zeit gewinnen (Time-to-Market), da man mit dem FPGA-Design praktisch sofort starten kann ohne auf das Custom-Board warten zu müssen. Zudem bietet ein Eval-Board die Möglichkeit das Konzept zu überprüfen und die benötigten FPGA-Ressourcen zu ermitteln. Dies führt dazu, dass man das Custom-Board später besser auslegen und oft sogar eine Redesign-Schleife überspringen kann. Ein optimiertes und nicht überdimensioniertes Custom-Board ermöglicht später in der Serienfertigung zudem eine Kostenreduktion.

Allerdings gibt es nicht für alle Anwendungen passende Eval-Boards. Genau aus diesem Grund liegt es uns am Herzen darauf aufmerksam zu machen und zu vermitteln, dass genau für solche Fälle modulare OTS-Lösungen und im Speziellen unser proFPGA-System – insbesondere hinsichtlich Time-to-Market, Proof-of-Concept und Kostenreduzierung – einen immensen Vorteil für den Kunden haben.

* Philipp Ampletzer ist Director Sales & Business Development bei PRO DESIGN.

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