Custom vs. Off the Shelf – Auswahlkriterien bei der Wahl des FPGA-Systems

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Preis-Leistungs-Vergleich der möglichen Lösungen

Bild 3: Vergleich von OTS-Lösungen anhand einer Nutzwertanalyse.
Bild 3: Vergleich von OTS-Lösungen anhand einer Nutzwertanalyse.
(Bild: Pro Design)

Der Vergleich der Lösungen wird sinnvollerweise anhand einer Nutzwertanalyse durchgeführt. Dabei werden die Auswahlkriterien festgelegt und gewichtet, und zwar so, dass alle Kriterien zusammen 100% ergeben. Anschließend werden Mindestnoten bzw. KO-Kriterien für die jeweiligen Anforderungen festgelegt. Danach werden Noten vergeben, z.B. von 1 (ungenügend) bis 5 (sehr gut). Schließlich werden die erreichten Punkte addiert und die Ergebnisse verglichen. Hat ein Anbieter eines der KO-Kriterien nicht erfüllt, so fällt dieser raus. Der Anbieter mit dem besten Punkteschnitt gewinnt.

Bild 4: In dieser Graphik werden Kosten und Zeiten einer Custom-Lösung mit einer proFPGA-Lösung (OTS) miteinander verglichen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Single-FPGA-Board mit einem XC7Z045-FPGA und diversen Schnittstellen für einen Motorprüfstand.
Bild 4: In dieser Graphik werden Kosten und Zeiten einer Custom-Lösung mit einer proFPGA-Lösung (OTS) miteinander verglichen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein Single-FPGA-Board mit einem XC7Z045-FPGA und diversen Schnittstellen für einen Motorprüfstand.
(Bild: Pro Design)

Auch wenn es die gewünschte Lösung schon gibt und man das Rad nicht neu erfinden möchte, stellt sich dennoch die Frage, ob man nicht eine noch günstigere Lösung bekommt. Dabei geht es fast immer um die Break-Even-Menge, d.h. ab welcher Menge eine Custom-Lösung günstiger wird als eine OTS-Lösung. Erfahrungsgemäß liegt die Break-Even-Menge bei ca. 30 Boards. Genauso wichtig, wenn nicht gar wichtiger als der Kostenfaktor ist der Zeitfaktor und das damit verbundene Risiko. Je früher man mit einem Produkt am Markt ist, desto größere Gewinne kann man erzielen und desto mehr Marktanteile gewinnen. Eine OTS-Lösung bietet fast immer einen Zeitvorteil von einem halben Jahr und mehr.

Sofern man zu dem Entschluss kommt, dass eine Custom-Lösung durchaus interessant ist, muss man sich zunächst hinterfragen, ob man die Custom-Lösung selbst machen kann und auch will. Das ist dann abhängig davon, welche Strategie das Unternehmen verfolgt, ob das erforderliche Know-How und die erforderlichen Ressourcen (auch für spätere Produktaktualisierungen) vorhanden sind.

Angenommen Sie sind sich nicht sicher oder aber wollen die Entwicklung des Custom-Boards auf keinen Fall selbst machen, dann geht es darum mögliche Anbieter zu identifizieren, die den Job übernehmen können. Auch hier wäre wiederum eine Vorauswahl von ca. 3 Anbietern sinnvoll. Mit diesen müssen Sie anschließend technische Diskussionen führen, um herauszufinden, ob diese in der Lage sind das Projekt zuverlässig umzusetzen und ob Sie mit dem jeweiligen Anbieter gut zusammenarbeiten können. Hier ist zu empfehlen den Anbieter vor Ort zu besuchen, um einen besseren Eindruck zu bekommen. Nachdem Sie technische Diskussionen geführt haben, sollten Sie die entsprechenden Angebote einholen und vergleichen. Dies machen Sie am besten wieder mit einer Nutzwertanalyse wie auch schon beim Vergleich der OTS-Lösungen.

Wenn Sie diese durchgeführt haben, dann stehen Sie vor der Entscheidung, die insgesamt beste Lösung auszuwählen. Dabei müssen Sie zunächst entscheiden, ob Sie das Custom-Board selbst entwickeln wollen (sofern Sie das vorher nicht schon ausgeschlossen haben) oder ob Sie dessen Entwicklung (beim besten Anbieter) extern vergeben wollen. Diese Entscheidung können Sie ebenfalls wieder mit einer Nutzwertanalyse machen. Allerdings sollten Sie hier etwas anders vorgehen.

Wie vorhin zuvor Sie wieder die Auswahlkriterien fest und gewichten diese. Anschließend vergeben Sie jedoch keine Noten, sondern verteilen Punkte, z.B. können Sie pro Kriterium insgesamt 5 Punkte vergeben. Diese müssen Sie nicht zwingend einer Seite geben, sondern Sie können diese auch aufteilen.

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