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CTM Lyng modernisiert seine Elektronikfertigung

| Autor / Redakteur: Melanie Bechmann * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Die wachsende Nachfrage nach seinen Smart-Home-Lösungen brachte den norwegischen Hersteller CTM Lyng an Kapazitätsgrenzen. Mit Druck- und Bestücklösungen von ASM machte sich das Unternehmen auf dem Weg in Richtung Integrated Smart Factory. Das Ergebnis: ein deutlich erhöhter Durchsatz und ein Plus bei Flexibilität und Produktivität.

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Auf der neuen Linie mit ASM Equipment fertigt CTM Lyng AS Produkte der eigenen Marke sowie Neuentwicklungen.
Auf der neuen Linie mit ASM Equipment fertigt CTM Lyng AS Produkte der eigenen Marke sowie Neuentwicklungen.
(Bild: ASM)

Thomas Kruksve, Prozessingenieur bei CTM Lyng, einem norwegischen EMS-Anbieter, der seit 2009 neben Fertigungsdienstleistungen auch eigene Produkte anbietet, erläutert: „Nachdem sich unsere Produktion über die Jahre immer mehr hin zu den eigenen Smart-Home-Lösungen entwickelte, war es für uns 2018 an der Zeit, entsprechende Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen vorzunehmen. Die beiden Produktionslinien stießen an ihre Kapazitätsgrenzen und auch die technischen Möglichkeiten entsprachen nicht mehr den hohen Anforderungen, die wir an Qualität und Flexibilität für unsere Produkte stellen.“

Ein weiteres Ziel der Norweger: Das Materialmanagement sollte mit entsprechend leistungsstarken Hard- und Softwarelösungen effizient modernisiert und weitgehend automatisiert werden. „Das Materialmanagement und die Produktionsplanung wurden in über die Jahre gewachsenen Prozessen vom Bedienpersonal mehr oder weniger „nach Gefühl“ erledigt. Dies machte die Abläufe bei steigender Auslastung und wachsender Produkt- und Variantenvielfalt zunehmend störanfällig, abhängig von einzelnen Personen und auch immer arbeitsintensiver“, ergänzt Thomas Kruksve.

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CTM Lyng verglich die Lösungsangebote verschiedener Equipment-Anbieter in ausführlichen Evaluationen. „Wir suchten eine Midspeed-Lösung, die uns mit kurzen Rüstzeiten und optimierter Materialversorgung die notwendige Flexibilität für die Fertigung der PCBs für unsere verschiedenen Produktlinien bietet. ASM hatte hier mit den Druck- und Bestücklösungen der E-Solutions Linie sehr schnell die Nase vorn. Dabei hat uns insbesondere das Softwarekonzept überzeugt: Die Software der E-Solutions ist identisch mit denen der High-End-Lösungen und damit kompatibel zu den ASM Workflow-Lösungen“, zeigt sich Kruksve begeistert.

In Verbindung mit den Lösungen Material Manager und Remote Smart Factory überzeugte das Gesamtpaket mit Blick auf die Investitionskosten, auf den effektiven Nutzen und auf Zukunfts- und Investitionssicherheit.

Vollständige Kontrolle über alle Aspekte der PCB-Produktion

ASM implementierte bei CTM Lyng einen E by DEK Drucker und drei E by SIPLACE Bestückautomaten. Für die Versorgung mit Bauteilrollen steht den Maschinen das automatische Lagersystem ASM Material Tower zur Seite. Materialgebundene Prozesse und Rüstungen werden über die Softwarelösung ASM Material Manager koordiniert. Damit konnte die bestehende Lücke bei der Softwareunterstützung zwischen ERP und Shopfloor geschlossen werden.

„Mit dem neuen Equipment von ASM erreichen wir vollständige Kontrolle über alle Aspekte der PCB-Produktion für unsere mehr als 300 eigenen Produkte“, freut sich Thomas Kruksve und führt weiter aus: „Von kleinen Chargen bis hin zu Losgrößen zwischen 2000 und 4000 Stück fertigen wir nun genau nach unserem Bedarf und in bisher unerreichter Geschwindigkeit und Qualität. Auch das Teaching und die Simulationen bei Produktneueinführungen überzeugen und beschleunigen unseren gesamten NPI-Prozess. Rüstwechselzeiten konnten wir durch das neue Rüst- und Materialversorgungskonzept von mehreren Stunden auf wenige Minuten reduzieren.“

Ein Beispiel: Auf den alten Produktionslinien gehörten bei CTM Lyng Rüstzeiten von mitunter zwei und drei Stunden zum Alltag – lange und unproduktive Zeiten für das Unternehmen. Mit ASM Material Manager und einem variablen Familienrüstkonzept konnten die Rüstzeiten auf dieser Linie, auf der 50 verschiedene Produkte gefahren werden, teilweise auf nur noch eine bis fünf Minuten reduziert werden. „Das sind Werte, die uns zuvor undenkbare Vorteile bieten“, lobt Kruksve.

Unterstützung leistet hier auch ASM Line Monitor, der direkt über der Linie sowie auf Stationsrechnern alle produktionsrelevanten Material-Statusinformationen bündelt. Auf einen Blick werden Auftrags- und Linienstatus angezeigt. Die Software priorisiert alle anstehenden Arbeitsschritte an den Linien und informiert das Linienpersonal mit Zeitvorlauf – etwa ob ein Bauteil für den Restauftrag noch nachgerüstet werden muss oder ob die Restmenge auf der Rolle noch ausreicht.

Materialmanagement optimiert und automatisiert

Mit Einführung von ASM Material Manager und dem Einsatz des mit der Software vernetzten ASM Material Tower vollzog sich bei CTM Lyng ein tiefgreifender Wandel. „Der Einsatz von Workflow-Lösungen erforderte bei unseren Mitarbeitern ein Umdenken“, erklärt Thomas Kruksve. „ASM unterstützte uns hier mit professionellen Trainings, die allen Beteiligten schnell die „Berührungsängste“ nahmen und ihnen die Vorteile der Automatisierung und den Umgang damit aufzeigten. Heute profitieren wir alle davon, jederzeit den exakten Überblick über den Verbleib der Bauteile auf dem Shopfloor zu haben. Auch dass die Maschinen bei Bedarf selbstständig die Materialausgabe anstoßen und die Mitarbeiter ebenso automatisch und mit ausreichend Zeitvorlauf über die Aufgaben Abholung und die exakte Nachfüllposition informiert werden, ist eine immense Verbesserung für uns.“

Sicherer Zugriff auf ASM Servicespezialisten

Damit ASM Servicetechniker den unternehmenseigenen Bedienern und Technikern jederzeit helfen können, entschied man sich zudem für die moderne Fernwartungslösung ASM Smart Remote Factory. Dazu sind alle ASM Linienkomponenten und Systeme zu einem vom CTM Lyng Firmennetzwerk getrennten Remote-Service-LAN zusammengeschlossen und verfügen über einen eigenen Internetzugang. Bei Problemen oder für Optimierungen der Einstellungen können die Servicetechniker so direkt auf die Maschinen zugreifen – ohne Zeitverluste und aufwendige Kommunikation. Sind für die Entstörung oder Optimierung Handgriffe erforderlich, so kann der ASM-Techniker über Video zugeschaltet werden und so die CTM-Techniker Schritt für Schritt anleiten.

„Der Zugriff auf unsere Maschinen erfolgt nur auf unsere Anfrage und alle Tätigkeiten werden über Logfiles detailliert protokolliert. Diese Verbindung erfüllt unsere strengen Sicherheitsanforderungen und hat uns bereits mehrmals schnell und hocheffizient Hilfe geleistet“, bestätigt Kruksve.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 19/2020 (Download PDF)

Weitere Schritte in Richtung Smart Factory

Die neuen E by SIPLACE Maschinen sind derzeit für die eigenen Markenprodukte und die Produktneuentwicklung reserviert. Auf der zweiten Linie werden die Dienste als EMS-Anbieter erbracht.

„Die Effekte der neuen Linie und des Materialmanagements auf Produktivität, Flexibilität und Qualität haben unsere Erwartungen übertroffen“, resümiert Thomas Kruksve. Das Materialmanagement soll über die Investition in zusätzliche Material Tower weiter automatisiert und optimiert werden. „Um unsere Vorstellungen einer Smart Factory besser umsetzen zu können, wollen wir zudem ASM Lösungen und unser ERP stärker integrieren“, gibt Kruksve als Ausblick an.

* Melanie Bechmann ist Marketing & Communications Manager bei ASM SMT Solutions.

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