Digitale Agenda 2020 CSC-Studie offenbart Probleme bei der Digitalisierung der DACH-Industrie

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Nur jedes zweite Unternehmen in der Dach-Region besitzt eine eigene digitale Agenda. Eine Hauptursache sind zu gering qualifizierte Mitarbeiter. Dies ist das Ergebnis der zweiten Auflage der Studie zur Digitalen Agenda 2020 des internationalen IT-Beratungsunternehmens CSC.

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"Für die meisten unserer Kunden ist 'digital' alles, was sie ihrer eigenen IT nicht zutrauen." So David Moschella, Research Director des Leading Edge Forum von CSC.
"Für die meisten unserer Kunden ist 'digital' alles, was sie ihrer eigenen IT nicht zutrauen." So David Moschella, Research Director des Leading Edge Forum von CSC.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Aus- und Weiterbildungslücken verhindern die digitale Revolution in den DACH-Staaten. Nur 50 Prozent (2015: 39%) der 500 befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gaben an, eine digitale Agenda im Unternehmen zu besitzen. Kumulierte 26 Prozent äußerten, dies nicht zu planen (17%) oder erst zu einem späteren Zeitpunkt (9%) nachreichen zu wollen.

Dabei gaben die befragten Teilnehmer zu Protokoll, dass zu gering qualifizierte Mitarbeiter einen schnelleren digitalen Fortschritt verhindern würden. Einerseits wurde die fachliche (33%), andererseits auch die technische (32%) Ausbildung der Angestellten moniert. Als drittes Hauptproblem wurden zu hohe Finanzierungslücken (33%) identifiziert, die eine schnelle Realisation unmöglich machen.

Erstaunlich ist zudem die Antwort auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf den brancheninternen Wettbewerb. Bis auf die Telko- und IT-Branche schätzen sämtliche anderen Sektoren die digitalisierungsbedingten Wettbewerbsveränderungen geringer ein als im Jahr 2015. Dies steht jedoch im Widerspruch zu einer 85-prozentigen Zustimmung, dass der digitale Wandel in der eigenen Branche bereits standgefunden hat oder noch ansteht.

Die größten Chancen, die laut CSC mit der Digitalisierung verknüpft werden, werden bei jedem zweiten Befragten (51%) mit einer deutlichen Kostensenkung gesehen. Jeder vierte erwartet ein flexibleres Reaktionsvermögen auf Kundenwünsche (42%) und über 46 Prozent sehen eine Option zur Qualitätssteigerung durch die Digitalisierung. Kaum Beachtung (18%) findet hingegen der Ausbau von Partner-Kanälen, um einen digitalen Supply Chain zu kreieren.

Auf externes Know-how will hingegen die Mehrheit der befragten Unternehmen nicht verzichten. Knapp zwei Drittel gaben an, dass spezialisierte Digitalisierungspartner elementar sind. Jedoch stimmte auch ein Viertel dem (eher) nicht zu, während nahezu jeder Zehnte dies gar nicht beurteilen konnte.

Die Studie wurde mit 300 Entscheidungsträgern aus Deutschland und je 100 Verantwortlichen in Österreich und der Schweiz durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie müssen dennoch, aufgrund teils widersprüchlicher Angaben, mit Vorsicht interpretiert werden. Neben der Branchen-Umfrage, hatte CSC im vergangenen Jahr 2016 auch eine Consumer-Umfrage in Deutschland durchgeführt.

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