Covid-19: Zweiter Lockdown trübt Erwartungen der Ingenieure

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Der zweite Lockdown in der Corona-Pandemie trifft die deutsche Wirtschaft hart. Auch das Stimmungsbild der deutschen Ingenieure ist weiterhin verhalten. So das Ergebnis einer Online-Befragung des VDI Wissensforums.

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Das Stimmungsbild unter deutschen Ingenieuren bleibt skeptisch – auch mit Ausblick auf 2021.
Das Stimmungsbild unter deutschen Ingenieuren bleibt skeptisch – auch mit Ausblick auf 2021.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das VDI-Wissensforum hat die Online-Umfrage „Corona und die Ingenieursbranche 2021“ mit 836 Teilnehmern im Zeitraum vom 11. bis 27. November 2020.

Bereits im Frühjahr hatte der Düsseldorfer Weiterbilder die Ingenieure aller Branchen gefragt, wie sie die Situation einschätzen. Demnach ist die Lage nicht dramatisch, aber das Stimmungsbild ist weiterhin verhalten - der Ausblick auf 2021 eher skeptisch.

Über die Hälfte der Befragten (55 %) finden, dass der zweite Lockdown die deutsche Wirtschaft hart treffe.

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Auftragslage für 53 % merklich verschlechtert

Mehr als die Hälfte (53 %) gibt an, dass sich die Auftragslage in ihrem Unternehmen merklich verschlechtert hat. 11 % sagen sogar, es sei dramatisch geworden.

Für jeden vierten Befragten (25 %) hingegen, hätte die Krise keinerlei Auswirkungen auf ihre Auftragslage gehabt. Nur noch gut ein Fünftel aller Unternehmen konnte Zuwächse an Aufträgen (22 %) nach Aussage der Ingenieure verzeichnen.

Auswirkungen durch Corona halten länger an

Während im Frühjahr noch 58 % der Befragten sicher waren, dass Corona mindestens ein Jahr Auswirkungen auf die Ingenieursbranche haben wird, sind es nun nur noch knapp 50 %.

Die Tendenz geht jedoch ins Negative: Mittlerweile gehen mehr als ein Viertel (28 %) von mindestens zwei Jahren und mehr aus. Dies sind 8 % mehr als noch im Frühjahr. Die Ingenieursbranche blickt der Zukunft demnach skeptischer entgegen als noch zu Beginn der Pandemie.

Online-Angebote in Fort- und Weiterbildung nutzen

Die Corona-Krise hat nicht nur die Unternehmen zu einem Digitalisierungsschub gezwungen, sondern auch das Fortbildungsangebot. Zahlreiche Kongresse, Tagungen und weitere Fortbildungsangebote haben 2020 in digitaler Form stattgefunden.

Dieser Trend wird sich laut Umfrage auch 2021 weiter fortsetzen. 55 % wollen demnach künftig vermehrt Online-Angebote nutzen.

Es muss der Weiterbildungsbranche gelingen, digitale Angebote so aufzubereiten, dass sie qualitativ mit Präsenzveranstaltungen mithalten können.

Timo Taubitz, Geschäftsführer der VDI Wissensforum GmbH

Dennoch haben diese Formate Verbesserungspotenzial: Satte 37 % der Ingenieure geben an, dass Online-Veranstaltungen im qualitativen Vergleich zu Präsenz-Veranstaltungen schlechter seien oder schlichtweg gar nicht mit ihnen zu vergleichen (38 %). Nur 22 % erachten die digitalen Produkte als gleichwertig, nur 3 % finden sie besser.

Mix aus Präsenz- und Hybridveranstaltungen

Auch das VDI Wissensforum habe wichtige Learnings aus den bereits gelaufenen digitalen Veranstaltungen gezogen. Mit Hochdruck werde an der Weiterentwicklung von Konzepten gearbeitet. Erstes Ergebnis: professionelle Präsenz- und Hybridveranstaltungen seien auch in Zukunft ein unverzichtbarer Baustein im Weiterbildungsmix.

Für knapp 60 % der Ingenieure bleibt das Weiterbildungsbudget in ihren Unternehmen gleich. Eine wichtige Einschätzung, denn rund 50 % sehen bedingt durch die Corona-Auswirkungen eine Lücke bei der Weiterentwicklung von fachlichem Know-how. Immerhin mehr als die Hälfte erwartet hier eine staatliche Förderung bei der Weiterbildung von Fachkräften, um die Auswirkungen der Krise abzumildern.

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