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Covid-19: Leiterplatten aus Deutschland und Österreich für medizinische Geräte

Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Um die Versorgung an dringend benötigten medizinischen Geräten sicherzustellen, verlagern viele Hersteller ihren Produktfokus. Leiterplattenhersteller Würth Elektronik CBT und KSG verzeichnen eine starke Nachfrage an Leiterplatten für den medizintechnischen Bereich und können mit kurzen Lieferwegen die Lieferketten in Europa sicherstellen.

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Leiterplattenhersteller aus Europa liefern vermehrt und kurfristig Leiterplatten für Beatumungsgeräte.
Leiterplattenhersteller aus Europa liefern vermehrt und kurfristig Leiterplatten für Beatumungsgeräte.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Durch die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus steigt nicht nur die Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung, sondern auch nach medizinische Beatmungsgeräten und anderer intensivmedizinischer elektronischer Ausstattung. Beispielsweise hat die Bundesregierung kurzfristig mehrere Aufträge für Beatmungsgeräte bei verschiedenen Herstellern platziert. Insgesamt sollen mehr als 16.500 Geräte hergestellt werden.

Moderne Beatmungsgeräte sind hochkomplexe Geräte, die aus bis zu 1.500 Teilen bestehen. Neben Filtern und Schläuchen kommen Leistungshalbleiter zur Steuerung von Elektromotoren und natürlich Leiterplatten zum Einsatz. 38 Millionen Chips für Beatmungsgeräte wird Infineon in den nächsten drei bis sechs Monaten liefern.

Würth Elektronik Circuit Board Technology (CBT) produziert Leiterplatten für die Herstellung von Intensivbeatmungsgeräten und mobilen Beatmungsgeräten. „Dank unserer drei Produktionsstandorte in Deutschland können wir die Hersteller der Beatmungsgeräte kurzfristig mit Leiterplatten in den unterschiedlichsten technologischen Ausführungen beliefern“, erklärt Thomas Beck, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing.

In den drei deutschen Werken in Niedernhall, Rot am See und Schopfheim werden im Dreischichtbetrieb alle Arten von Leiterplatten gefertigt – von Basic-Technologien über komplexe HDI-Leiterplatten bis zu anspruchsvollen Starrflex-Platinen. Je nach Beatmungsgerät werden einfach doppelseitige Platinen, 4- bis 10-lagige Multilayer oder auch Starrflex-Leiterplatten eingesetzt.

„Wir sind in der Lage Aufträge kurzfristig anzunehmen, einzusteuern, reibungslos zu produzieren und zuverlässig zu liefern. Somit leistet Würth Elektronik CBT [...] einen wertvollen Beitrag zur Sicherstellung der Lieferkette in diesem medizinischen Notfall“, so Beck weiter.

Diese Stärke kommt jetzt ganz besonders in Zeiten der Corona-Pandemie zum Tragen. Denn die Produktionsstandorte haben die nötigen Ressourcen und Materialien, um Aufträge für systemrelevante Produkte anzunehmen und mit höchster Sorgfalt herzustellen. Damit die Produktion in den deutschen Werken weiterhin gesichert ist, wurden schon vor Wochen strenge Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften für alle Mitarbeiter eingeleitet und umgesetzt. Diese werden bei Bedarf angepasst.

Auch der Leiterplattenhersteller KSG verzeichnet mit seinen zwei Standorten in Gornsdorf und Gars am Kamp in den letzten Wochen einen starken Anstieg der Nachfrage im Bereich von medizintechnischen Geräten.

In beiden Werken werden zur Zeit Leiterplatten für Beatmungsgeräte produziert. Ebenso werden Platinen für medizinische Überwachungssysteme und intensivmedizinische elektronische Ausstattung hergestellt. Mit der pünktlichen Fertigung dieser Aufträge leistet KSG einen Beitrag zur Rettung von Leben und unterstützt damit ihre Kunden, die Auflagen der Behörden in Bezug auf Kritische Infrastruktur „KRITIS“ zu erfüllen.

„Unsere absolute Priorität gilt heute dem Schutz der Gesundheit und Sicherheit aller Mitarbeiter von KSG. Angesichts dieser Verantwortung hat die Gruppe zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter ergriffen. Gleichzeitig arbeiten wir ständig daran, die Verfügbarkeit, Sicherheit und Produktivität unserer Fertigungsstandorte in Deutschland und Österreich zu gewährleisten, die jetzt für das weitere Funktionieren unserer Gesellschaft entscheidend geworden sind. Dadurch sind wir in der Lage, Aufträge kurzfristig anzunehmen, einzusteuern, reibungslos zu produzieren und zuverlässig zu liefern. Ich bin sehr stolz auf das anhaltende Engagement und die gute Vorbereitung des gesamten Unternehmens“, sagt Margret Gleiniger, CEO von KSG.

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