Suchen

Projekt Stratos Countdown läuft für Stratosphären-Fallschirmsprung

Redakteur: Peter Koller

Mit Hightech-Hilfe will der Österreicher Felix Baumgartner am Dienstag aus rund 36 Kilometern Höhe mit dem Fallschirm abspringen und als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Doch das Wetter könnte den Rekordversuch vereiteln.

Firmen zum Thema

Felix Baumgartner bei Tests in der Druckkapsel seines Ballons
Felix Baumgartner bei Tests in der Druckkapsel seines Ballons
(Foto: Red Bull/Stratos)

Was für ein verwegenes Vorhaben: Geht alles nach Plan, will der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner am Dienstag gleich eine ganze Reihe von Weltrekorden aufstellen. In einem hochentwickelten Helium-Ballon will Baumgartner in Roswell (New Mexico) auf eine Höhe von rund 36.576 Metern steigen und geschützt durch einen Raumanzug aus dieser Höhe mit dem Fallschirm abspringen: Österreicher will im freien Fall aus 36 Kilometern Höhe Schallmauer durchbrechen

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

Im Zuge seines mehr als fünf Minuten dauernden freien Falls will Baumgartner als erster Mensch ohne Flugzeug oder Rakete die Schallmauer durchbrechen, dann in 1500 Metern Höhe den Fallschirm öffnen und sicher landen.

Was sich nach der Idee eines Irren anhört, ist in Wirklichkeit ein seit 2005 mit wissenschaftlicher Akribie vorangetriebenes Vorhaben. Gesponsert von dem österreichischen Getränkehersteller Red Bull arbeitet ein Team von ausgewiesenen Experten daran, Baumgartners Traum wahr werden zu lassen. Dazu wurden für das Projekt Stratos, so der offizielle Titel, sowohl die Ballon-Druckkapsel als auch der von Baumgartner getragene Druckanzug mit Blick auf die besonderen Anforderungen entwickelt.

Allerdings könnte das Wetter noch in die Quere kommen: Die Folie, aus der die Hülle des Ballons besteht, ist mit 0,02032 Millimetern nur rund ein Zehntel so dick wie ein typischer Plastik-Gefrierbeutel. Um sie in einem insgesamt rund achtstündigen Prozess gefahrlos mit etwa 850.000 Kubikmetern Helium füllen zu können, ist ein nahezu windstiller Tag vonnöten.

Allerdings waren von Norden her mehrere Kaltfronten im Anmarsch, die für ein Auffrischen des Windes über die kritische Grenze von 3 km/h sorgen könnten. Aus diesem Grund wurde der ursrünglich für Monat vorgesehene Sprung um 24 Stunden verschoben.

Einen letzten Testsprung hatte Baumgartner am 25. Juli erfolgreich absolviert. Dabei war er aus 29.610 Metern abgesprungen und hatte während des freien Falls ein Tempo von 864 km/h erreicht. Damit liegt er in der Weltrangliste der höchsten Fallschirmabsprünge nun auf Rang 2. Unangefochtener Spitzenreiter ist der United States Air Force Testpilot Joe Kittinger, der aus 31.333 Meter absprang – am 16. August 1960! Kittinger, mittlerweile über 80 Jahre alt, ist als Berater Mitglied des Teams von Felix Baumgartner.

Das folgende Red-Bull-Video zeigt den Testsprung von Baumgartner am 25. Juli 2012:

(ID:35935950)