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Corona-Krise trifft Leiterplatten-Hersteller mit Wucht

| Redakteur: Michael Eckstein

Eine Branche unter Druck: Das wichtige Book-to-Bill-Verhältnis der Leiterplattenindustrie ist im zweiten Quartal stark abgerutscht. Gegenüber dem Vorjahr brach der Umsatz mit PCBs um über 17% ein, der Auftragseingang sogar um fast 40%.

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Absturz: Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz ist in der Leiterplattenbranche auf 0,78 eingebrochen.
Absturz: Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz ist in der Leiterplattenbranche auf 0,78 eingebrochen.
(Bild: ZVEI)

Die Pandemie wirkt sich massiv auf die Basis aller Elektronikschaltungen aus: Vor allem die Corona-bedingten Entwicklungen in den Monaten April und Mai dieses Jahres haben dazu beigetragen, dass die Nachfragen nach Leiterplatten (Printed Circuit Boards, PCB) stark gesunken ist. So verzeichnen die Leiterplattenhersteller in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) im zweiten Quartal 2020 ein Umsatzminus von derben 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielten, berichtet der Fachverband PCB and Electronic Systems im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Bereits im ersten Quartal dieses Jahres mussten die Branche einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2019 verkraften. Zwar waren die Verkaufszahlen im Juni etwas besser, dennoch rechnet die Leiterplattenindustrie für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang um etwa 10 bis 15 Prozent.

Fast 40% weniger Auftragseingänge im zweiten Quartal 2020

Auch die Auftragseingänge reduzierten sich im zweiten Quartal des laufenden Jahres um satte 39 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Besonders bitter: Nicht nur die Bestellungen fielen geringer aus, sondern bestehende Aufträge wurden – auch kurzfristig – verschoben oder storniert. Im ersten Quartal profitierten die Leiterplattenhersteller noch davon, dass China wegen der dortigen Corona-Krise seit Januar nicht mehr ausliefern konnte und Aufträge in die DACH-Region zurückverlagert wurden.

Das Book-to-Bill-Ratio – der Quotient aus Auftragseingang und Umsatz – erreicht im zweiten Quartal einen schlechten Wert von 0,78. Das Verhältnis ist ein wichtiger Indikator für den mittelfristigen Trend. Das erste Halbjahr kommt – bedingt durch die hohen Bestelleingänge der Monate Februar und März – noch auf einen Wert von 0,93.

Bisher wenig Entlassungen dank Kurzarbeit

Wegen der Ausgangsbeschränkungen und fehlender Absatzmöglichkeiten mussten viele Betriebe zeitweise schließen. Umfassend genutzte Kurzarbeiterregelungen verhinderten bislang immerhin, dass es zu größeren Entlassungen kam: Die Mitarbeiterzahl in der Branche ging nach Informationen des ZVEI um vier Prozent zurück.

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