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Corona-Krise hinterlässt Bremsspuren in Robotik und Automation

| Redakteur: Jürgen Schreier

Corona-Pandemie bremst die Robotik und Automation in Deutschland stärker als erwartet. Die Branchenorganisation VDMA Robotik + Automation rechnet für mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Auf Sicht jedoch dürfte die Pandemie für einen Digitalisierungsschub sorgen, von dem auch Robotik und Automation profitieren werden.

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Die Robotik und Automation aus Deutschland kann sich von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht abkoppeln. Der VDMA Robotik + Automation rechnet derzeit mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent in 2020.
Die Robotik und Automation aus Deutschland kann sich von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht abkoppeln. Der VDMA Robotik + Automation rechnet derzeit mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent in 2020.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Auch die Robotik- und Automatisierungsbranche in Deutschland wird durch durch die Corona.Krise kräftig ausgebremst. Die zuständige Branchenorganisation VDMA Robotik + Automation rechnet mit einem Umsatzrückgang um 20 Prozent - auch wenn „die gegenwärtigen Unwägbarkeiten lassen keine genaue Prognose für das laufende Jahr zulassen“, wie Wilfried Eberhardt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation, bei einer Online-Pressekonferenz am 17. Juni 2020 betonte. Ursprünglich war für 2020 ein Rückgang von minus zehn Prozent prognostiziert worden.

„Besser als zunächst angenommen verlief allerdings der Branchenumsatz vor dem Pandemieausbruch, wie die Jahresstatistiken für das Jahr 2019 zeigen. Die Robotik und Automation aus Deutschland verzeichnete den bisher zweithöchsten Umsatz von 14,7 Milliarden Euro mit einem leichten Rückgang zum Vorjahr von zwei Prozent. Ursprünglich war ein Minus von fünf Prozent prognostiziert“, so Eberhardt.

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Pandemie als Digitalisierungsbeschleuniger

Ähnlich wie die ITK-Industrie, die ebenfalls von der Corona-Krise erfasst wurde, sind die fundamentalen Wachstumsperspektiven der Robotik und Automation als wesentlicher Treiber der digitalen Transformation für die Zeit nach COVID-19 positiv. Denn die Pandemie wird sich als veritabler Digitalisierungsbeschleuniger erweisen. Wie im Büroumfeld, so müssen auch in der Produktion rasch neue Technologien eingeführt werden - zum Beispiel zur Fernwartung und virtuellen Inbetriebnahme komplexer Anlagen.

„Digitale Dienstleistungen, die schon vor der Corona-Krise zur Verfügung standen, waren schlagartig unverzichtbar und brachten Anwender und Anbieter in eine steile Lernkurve. Das bringt die Smart Factory voran und verleiht der Robotik und Automation auch langfristig wichtige Wachstumsimpulse“, so Wilfried Eberhardt.

Die drei Teilbranchen im Vergleich

Die Teilbranchen der Robotik und Automation entwickelten sich 2019 unterschiedlich: Integrated Assembly Solutions verzeichnete einen Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Der Umsatz der Robotik verringerte sich nur geringfügig um zwei Prozent auf vier Milliarden Euro. Die Industrielle Bildverarbeitung hingegen konnte leicht zulegen: Der Branchenumsatz stieg um ein Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Als Folge der Corona-Pandemie hat sich die Robotik und Automation neuen Aufgaben gestellt: Im Eilverfahren liefern die Unternehmen zahlreiche neue Lösungen im Kampf gegen COVID-19. Sehr flexibel wurden Produktionslinien u.a. in Deutschland zur Massenproduktion von Atemschutzmasken und Laborprodukten erstellt. Impfstoffentwicklung und Massentests profitieren von der voranschreitenden Automation von Laborprozessen. Desinfektionsroboter werden in Krankenhäusern eingesetzt.

Kreativität in der Krise

Selbst Kommunikationsroboter leisten ihren Beitrag, indem sie Familienbesuch virtuell in die mit Besuchsverboten belegte Pflegeheime bringen. „Die Robotik und Automation hat mit Einsatzbereitschaft und Kreativität auf die Corona-Herausforderung reagiert und eindrücklich unter Beweis gestellt, wie flexibel die Technologie einsetzbar ist“, sagt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer von VDMA Robotik + Automation.

Neue Regeln zum Infektionsschutz erfordern Mindestabstände zwischen Menschen – auch in der Produktion. Hier sind Roboter oder automatisierte Prozessschritte in der praktischen Umsetzung hilfreich. Kollaborative Roboter (Cobots), die direkt mit dem Menschen zusammenarbeiten, können hier ihre Stärken ausspielen. Sie assistieren den Menschen aus nächster Nähe, ohne dass davon ein Infektionsrisiko ausginge. Robotik trägt so dazu bei, dass sicher und flexibel produziert wird. Zusätzlich wird durch die Zunahme des online-Handels der Einsatz von Robotern in der Logistik attraktiver.

Neue Potenziale nach COVID-19

Die Corona-Krise hat verdeutlicht, wie verwundbar industrielle Produktion in globalen Wertschöpfungsketten geworden ist. Die Erkenntnis, dass mehr Resilienz gefordert ist, eröffnet der Robotik und Automation neues Potenzial. Lieferketten werden überdacht und die Herstellung kritischer Teile und Produkte lokaler – und mit höherer Fertigungstiefe - realisiert. Wirtschaftlich ist dies nur mit einem gesteigerten Automatisierungsgrad umzusetzen.

Auch für Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und neue Antriebskonzepte in der Mobilität wird neue Produktionstechnik benötigt. Hinzu kommen beträchtliche Nachholeffekte aus zuvor verschobenen Investitionen. All dies wird die Nachfrage von Robotik und Automation in der Zeit nach Corona befeuern und bietet damit der Branche eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive.

Automatica findet im Dezember statt

Die Robotik und Automation freut sich insbesondere auf die Leitmesse automatica, die vom 8. bis 11. Dezember 2020 in München stattfinden wird. „Nach dem Beschluss des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, die Durchführung von Messen ab dem 1. September 2020 wieder zu erlauben, schaut die Branche mit Optimismus auf die automatica. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir erwarten einen deutlichen Wachstumsimpuls von unserer Leitmesse“, sagt Wilfried Eberhardt.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Industry-of-Things.de.

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