Continental Roding: „Wir haben fast fünf Jahre Zeit, eine Alternative zu finden“

| Autor / Redakteur: dpa / Julia Schmidt

IG Metall Regensburg: Roding könnte zu einem „Musterbeispiel“ werden, wie Continental mit dem Wandel der Fahrzeugtechnologie umgehe.
IG Metall Regensburg: Roding könnte zu einem „Musterbeispiel“ werden, wie Continental mit dem Wandel der Fahrzeugtechnologie umgehe. (Bild: Ampnet/Marcus Prell)

Die Gewerkschaft IG Metall und die Stadt Roding kämpfen gegen die Schließung des dortigen Continental-Werks mit 540 Beschäftigten.

„Wir haben fast fünf Jahre Zeit, eine Alternative für die Fertigung zu finden“, sagte die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Olga Redda, am Mittwoch. In Roding sei alles vorhanden, um statt Komponenten für Verbrennungsmotoren solche für die Elektromobilität herzustellen, sagte Redda. Der Standort könne zu einem „Musterbeispiel“ werden, wie Continental mit dem Wandel der Fahrzeugtechnologie umgehe. „Wir wissen, dass das mit Kosten verbunden ist“, sagte Redda. Aber man habe Zusagen für Unterstützung vom Land.

Auch der Rodinger Bürgermeister, Franz Reichold, kritisiert die Schließung und hofft auf politische Unterstützung. Für Mittwochabend war ein Gespräch mit Stadt, Betriebsrat und Vertretern des bayerischen Wirtschaftsministeriums angesetzt. Reichold sagte: „Die Fachleute im Werk können auch Elektromobilität.“ Kommende Woche soll es der IG Metall zufolge weitere Gespräche im Wirtschaftsministerium in München geben. Dann will die Gewerkschaft auch in Roding zu Protesten aufrufen.

Neuorientierung der gesamten Branche

Der mit dem Abschwung der weltweiten Automärkte kämpfende Autozulieferer Continental wird 2024 an seinem Standort Roding mit seinen derzeit 540 Beschäftigten die Produktion einstellen. Bei einer Betriebsversammlung in der Oberpfälzer Stadt erläuterten Konzernvertreter vergangene Woche die Entscheidung. Das Werk stellt hydraulische Komponenten und Pumpen für Benzin- und Dieselmotoren her. Betroffen sind 320 Arbeitsplätze in der Produktion, für die übrigen 220 Mitarbeiter ist derzeit vorgesehen, ihnen neue Aufgaben zu geben.

Eine Sprecherin verwies auf ein bereits in der Vorwoche veröffentlichtes Umbauprogramm des Konzerns, mit dem sich der Zulieferer gegen die Krise stemmen will. Die gesamte Branche müsse sich wegen der wachsenden Umstellung auf die Elektromobilität neu orientieren.

Auch in Italien und den USA stehen Werke auf dem Prüfstand. Zwei Werke in den USA und Malaysia sollen darüber hinaus dichtgemacht werden. Weltweit dürften bis 2023 rund 15 000 Jobs von Veränderungen betroffen sein, davon 5000 in Deutschland, hatte der Dax-Konzern mitgeteilt. Bis 2029 dürften sogar 20 000 Stellen betroffen sein, davon 7000 in Deutschland.

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