Management

Conrad dementiert Unternehmensverkauf

| Autor: Margit Kuther

Conrad Electronic: Der Distributor hat sich in seiner 94-jährigen Unternehmensgeschichte vom Ein-Mann-Unternehmen zu einem der größten europäischen Omnichannel-Anbieter entwickelt.
Conrad Electronic: Der Distributor hat sich in seiner 94-jährigen Unternehmensgeschichte vom Ein-Mann-Unternehmen zu einem der größten europäischen Omnichannel-Anbieter entwickelt. (Bild: Conrad)

„Der Gesellschafterkreis bleibt unverändert“, ist die einzige Anwort von Conrad Elecronic zum Gerücht, dass der Omnichannel-Anbieter einen Käufer suche.

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz, eine Beilage zur „Die WELT“, brachte letzte Woche den Stein ins Rollen: Conrad Electronic stehe „offenbar zum Verkauf“ und das Frankfurter Bankhaus Metzler soll beauftragt sein, „einen Käufer für das Traditionshaus zu finden“.

Der Onlinehandel ist auch in der Elektronikbranche hart umkämpft: Amazon, die Otto Group, Media Markt, Saturn, etc. sind starke Wettbewerber.

Doch Conrad Electronic, einer der größten Omnichannel-Anbieter mit 35 Filialen in Europa, ist gut aufgestellt:

Das Sortiment umfasst rd. 750.000 Artikel, das Hightech-Logistikzentrum in Wernberg wurde erst vor wenigen Jahren modernisiert – auf 100.000 Quadratmetern befindet sich ein vollautomatisches Hochregallager mit 42.000 Palettenplätzen sowie 10 km Förderstraße. Im Schnitt verlassen 40.000 Pakete täglich das Versandgebäude, zu Spitzenzeiten sind es 70.000 mit Planungen bis zu 100.000 Paketen pro Tag in den kommenden Jahren.

Stets am Puls der Zeit

Conrad hat die Unternehmensentwicklung nicht nur in den letzten Jahren permanent vorangetrieben: Bereits 1923, damals hieß das Informationsmedium nicht Internet sondern Radio, erkannte der Berliner Kaufmann Max Conrad das Potenzial des neuen Mediums und verkaufte Spulen, Detektoren und Kondensatoren – eben alles, was sich im Holzgehäuse eines Radios der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts verbarg.

Bereits 1982 setzte Conrad auf die Eigenmarken. „Voltcraft“ war und ist die Marke für technische Geräte, nicht nur für Heimwerker, sondern auch für Profis. Es folgten die Eigenmarken TOOLCRAFT, C-Control und renkforce für den 3D-Druck.

Auch in puncto Maker-Szene brachte sich Conrad früh in Stellung und unterstützte 2014 etwa das Open-Source-Kit WunderBar von relayr. Hierbei handelt es sich um ein WiFi-Master-Modul, um das sich sechs Sensor/Aktor-Module, etwa für Geräusche, Licht, Abstand, Temperatur, Bewegung gruppieren.

Desweiteren setzte Conrad frühzeitig auf ein großes Produktangebot für B2B-Kunden in Forschung und Entwicklung, Prototyping, Wartung, Reparatur und Überholung und baute etwa das Trendthema 3D stetig aus, etwa mit 3D-Druckstationen. Und Kunden, die in der Nähe einer Filiale wohnen, können Produkte online bestellen und diese per Expresslieferung nach zwei Stunden in der Filiale abholen.

Unternehmerische Strategien

Conrad lässt mit seiner dürftigen Stellungnahme viel Spielraum für Spekulationen. Natürlich wird sich das Unternehmen weiterentwickeln – doch in welche Richtung?

Als Jörn Werner Anfang 2012 (bis 2015) den Posten des CEO bei Conrad übernahm, war er der erste externe Manager im Vorsitz der Geschäftsleitung in der über 90-jährigen Firmengeschichte Conrads.

Seit 1. Mai 2015 ist Holger Ruban CEO bei Conrad Electronic. Conrad Electronic wird nicht mehr von Managern aus dem Familienkreis geführt. Verwaltungsratschef Werner Conrad, der Enkel des Firmengründers, ist inzwischen 56 Jahre alt.

Sollte es die Gespräche zwischen Conrad und dem Bankhaus Metzler gegeben haben, ging es höchstwahrscheinlich um die Zukunft des Unternehmens. Zwar wurde Conrad Electronic bisher mit Weitsicht und Erfolg geführt, doch das Gerücht, „dass ein Käufer gesucht werde“, ist keinesfalls entkräftigt. Conrad jedenfalls hat dieses mit der letztlich vagen Aussage „Der Gesellschafterkreis bleibt unverändert“ nicht dementiert.

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Wieder eine neue Wort-Stilblüte aus der Marketing Abteilung :Omnichannel-Anbieter Omidirektional...  lesen
posted am 19.07.2017 um 10:57 von jkirchhof


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