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Computerspielen gegen Thrombose

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Thrombose lässt sich mit Bewegung vorbeugen. Genau darauf zielt ein Computerprogramm ab, das Informatiker zusammen mit Medizinern entwickelt haben. Gesteuert wird es über die Füße und hilft auch nach einem Schlaganfall.

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Mit einem Computerspiel Thrombose vorbeugen: Wissenschaftler und Mediziner haben gemeinsam ein Spiel entwickelt, das sich mit den Füßen steuern lässt.
Mit einem Computerspiel Thrombose vorbeugen: Wissenschaftler und Mediziner haben gemeinsam ein Spiel entwickelt, das sich mit den Füßen steuern lässt.
(Bild: AG wearHEALTH)

Nach Herzinfarkt und Schlaganfall gehört die Thrombose zur dritthäufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankung. Risikogruppen sind neben älteren Menschen auch Patienten, die wegen einer Krankheit bettlägerig sind oder eine größere Operation hinter sich haben. Mit Bewegung lässt sich auch hier vorbeugen: Unter anderem durch gezielte Bewegungsübungen wie Fußwippen, was auch als Muskelvenenpumpe bezeichnet wird. Doch ist diese Form der Bewegung sehr monoton und die Motivation ist dementsprechend gering.

Ein Team um Informatiker Daniel Steffen hat das Computerspiel entwickelt. Für das Spiel ist neben Smartphone oder Tablet nicht viel Technik notwendig.
Ein Team um Informatiker Daniel Steffen hat das Computerspiel entwickelt. Für das Spiel ist neben Smartphone oder Tablet nicht viel Technik notwendig.
(Bild: Koziel/TUK)

Abhilfe versprechen Entwickler der Nachwuchsgruppe wearHEALTH der Technischen Universität Kaiserslautern. Zusammen mit Medizinern haben die Informatiker ein Computerspiel entwickelt: „jumpBALL“. Wie der Name sagt, springt ein Wasserball über Baumstämme, auf denen sich verschiedene Gegenstände wie Münzen, Diamanten, Sterne oder Monster befinden. Springt der Ball auf einen der ersten drei Gegenstände, erhält der Spieler Bonuspunkte. Landet der Ball auf einem Monster, werden ihm Punkte abgezogen. Das Besondere: Der Spieler muss es mit den Füßen steuern. Entstanden ist das Spiel mit der Psychologin Dr. Corinna Faust-Christmann und der Informatikerin Dr. Gabriele Bleser, sowie dem Mediziner Dr. Markus Muhm vom Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern.

Spiel motiviert zur Bewegung

Für das Spiel ist neben Smartphone oder Tablet nicht viel Technik notwendig: Es gibt zwei kleine drahtlose Sensoren, die mit Klettbändern auf den Füßen befestigt werden und die Bewegungen erfassen. „Mit dem linken Fuß etwa springt ein Wasserball einen Baumstamm weiter, mit dem rechten Fuß springt der Ball bis zum übernächsten Stamm“, erzählt Daniel Steffen, Informatiker in der Nachwuchsgruppe wearHEALTH an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK).

In Studien hat das Team um Steffen schon untersucht, wie gut das Spiel die Motivation fördert. Dabei hat es außerdem überprüft, wie oft und wie lange die Teilnehmer die Übungen durchführen und wie gebrauchstauglich das System ist. Auch ältere Personen haben dabei mitgemacht. „Wir haben festgestellt, dass die älteren Probanden sehr gut mit dem Spiel zurechtgekommen sind und sogar mehr Spaß hatten als jüngere Studien-Teilnehmer“, sagt der Informatiker.

Nach einem Schlaganfall trainieren

Das Spiel „jumpBALL“ richtet sich vor allem an ältere Menschen beziehungsweise Patienten zur Thromboseprophylaxe. Darüber hinaus kann es während der Rehabilitation zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Patienten nach einem Schlaganfall oder nach einer Operation an Hüfte oder Knien. Dazu müssten die Sensoren nur auf Unter- oder Oberschenkel angebracht werden.

Die Technik ist aber auch interessant, um Menschen, die auf der Intensivstation liegen, zu leichten Bewegungen zu animieren. Zudem eignet sie sich für Menschen, die daran leiden, dass sich ihre Arterien verschließen, wie es beim sogenannten Schaufenstersyndrom der Fall ist. Auch hier könnte das Computerspiel zur Bewegungsmotivation eingesetzt werden.

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