Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?



  • Unterschiedliche Meinungen bei VDI und DIW
    Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?

    Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure scheiden sich die Geister: Der VDI hat diese Woche wieder betont, dass wir auf einen akuten Ingenieurengpass zusteuern. Diese Meldungen rufen immer wieder heftige Reaktionen in unserem Forum hervor. Jetzt hat auch der DIW sich zu dem Thema geäußert und die Zahlen des VDI angezweifelt.

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  • Wenn man die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt verfolgt und dies mit den Gehaltsentwicklungen kombiniert, komme ich für mich zu einer anderen Schlußfolgerung für den Hintergrund des „Fachkräftemangels“. Meiner Meinung nach wird der Fachkräftemangel zu politischen Zwecken instrumentalisiert. So bin ich der Auffassung, daß von den Wirtschaftsverbänden ein Fachkräftemangel schlichtweg in einem Ausmaß generiert und heraufbeschworen wird, der nicht vorhanden ist. Vielmehr wird der Hintergrund sein, die poltische Öffnung des Arbeitsmarktes für Greencard-Fachkräfte zu erwirken, um eine Senkung in den Personalkosten zur Gewinnoptimierung zu erlangen. Wenn ein Fachkräftemangel im geschilderten Ausmaß bestünde, stellt sich doch die folgende Fragen:
    Wieso die Zeiträume für Absolventen so groß sind, bis sie eine feste Anstellung in einem Unternehmen nach dem Abschluß haben?
    Wieso der Großteil der Fachkräfte bei Personaldienstleiter, zu teilweise bedenklichen Konditionen über Jahre beschäftigt werden?
    Oder wieso die Wirtschaftverbände nicht an der Schulung und Neuausrichtung von arbeitslosen Fachkräften aktiver Mitwirken.
    Bildung kostet und meiner Meinung nach kann und darf sich die Wirtschaft dieser Verantwortung nicht entziehen, wenn sie ein begründetes Interesse an Fachkräften hat.



  • Ich spüre keinen Mangel an Fachkräften. Wenn ich mich bewerbe, mit über 10 Jahren Erfahrung (incl. Führungspositionen etc., alles top) dann nicht mal eine Absage bekomme, geschweige denn dass die Firmen bei der nächsten Vakanz nachhaken würden, dann ist eines sicher: Es gibt KEINEN Mangel an Fachkräften. Das wird auch dadurch bewiesen, dass die Gehälter beispielsweise in den USA um ganzzahlige Faktoren höher sind. In Deutschland sind hohe Gehäter nicht notwendig, es gibt mehr als genug Ingenieur-Vieh. Siemens entlässt gerade 3000 Angestellte (viele Ingeniere), IBM möchte gerade 8000 Ingenieure entlassen (zum Freelancer machen). Die Firmen haben offensichtlich selber einen Ingenieursüberschuss. Wenn man auf die Taten der Unternehmen sieht (und nicht auf die Wortbekundungen hört), erkennt man keine erhöhte Nachfrage. Die Unternehmen empfinden vermutlich einen Mangel an Billigstkräften. Über den VDI, der mehr die Arbeitgeber vertritt, als die Ingenieure (deswegen bin ich auch woanders mitglied), soll vom Arbeitgeberlager Druck auf die Löhne durch Greencards aufgebaut werden. Das ist alles. Ich bin froh, dass der DIW das mal mit FUNDIERTER Analyse klar stellt.



  • Hier sind 100 freie Ingeneursstellen für Elektroniker und verwandte Sparten:
    http://www.computer-automation.de/feldebene/sensoren-aktoren/news/article/86777/



  • Am Anfang letzten Jahres war ich 5 Monate auf Arbeitssuche das sagt schon alles.



  • Ich hoffe, es gibt keinen Ingenieur, der noch auf die Aussagen des VDI vertraut.

    Die Rechentricks, die dort appliziert werden, wurden bekannt im Ingenieurforum (IG-ING) von user engineer sehr deutlich zerlegt und als mit über 200 Fehler unsicherheit belegt- zudem konnte gezeigt werden, dass infolge der gestiegenen Auslagerungsbestrebungen der Firmen heute, immer mehr Multiplikation der Stellen geschieht (mehrere Anbieter sehen Arbeitsbedarf und stellen Stellen ins Netz).

    Zudem gibt es heute immer mehr Dienstleister, die auf Verdacht suchen müssen und daher viele Stellen generieren, die gar keinen Bedarf repräsentieren, sondern nur Vermittlungsversuche darstellen.

    Damit ist die Stellenzahl um den Faktor 15-28 überhöht!

    Es gibt keinen Ingenieurmangel!



  • bitte löschen
    * zuletzt geändert von: tinofri am 20.04.2012 um 14:18 Uhr *



  • Jede Stellen-Statistik sollte die Zahl der Zeitarbeits-/Verleiher- Stellen getrennt ausweisen, weil es hier oft um prekäre oder zumindest unakzeptable Angebote geht. Zudem sollte der Anteil Internetausschreibungen ausgewiesen werden, denn die sind wegen geringer Inseratskosten häufig veraltet oder bei mehreren Plattformen vertreten also vervielfacht.
    Die VDI-Zahlen kann ich deshalb nicht ernst nehmen.
    Wenn ich eine Stelle suche, treffe ich immer auf massenhafte Treffer-Einträge von Verleihern, die ich grundsätzlich ausschließe. Dabei wird trotz präzise vorgegebener Ortsbegrenzung dann hundertfach bundesweit als Treffer bei Einsatzort gefiltert, was einfach völlig falsch aber überall üblich ist. bundesweit ist geradezu das Gegenteil von örtlich eingegrenztem Einsatzort.
    Kennt jemand eine Stellen-Suchmaschine, die brauchbar filtert?



  • Ich könnte einen Assistenten für niedere Arbeiten gebrauchen. Krieg ich aber nicht, also stapelt sich die Ingenieursarbeit, während ich Papierkram mache oder nach alten Dokumenten suche.

    So entsteht Ingenieursmangel.



  • semica hat einige Jobs für Elektroingenieure und Techniker. Hier funktioniert der Jobfilter nach Bundesländern:

    https://www.semica.de/de/jobsuche/stellensuche.html



  • Meine Erfahrung als Führungskraft sind die, dass es sehr wohl einen Mangel an leidenschaftlichen, begabten aber auch umgänglichen Ingenieuren gibt. Wenn so einer bei mir vorbei kommt, dem besorge ich sofort einen Job.
    Häufig bewerben sich Absolventen, die im Studium auf jeder Party waren und Klausuren nach dem Motto Vier-Gewinnt geschrieben haben. Die haben es geschafft sich aus allen privaten oder Studienprojekten raus zu halten (Aber ich habe doch die Dokumentation gemacht, Haha!), sind fachlich so flach wie ein zwölfjähriges Mädchen und können das nicht mal schlagfertig verkaufen. Wirklich arm dran sind da eigentlich nur die Sozialkrüppel (wortkarg, zickig, Einzelgänger, Künstler, unrasiert, mürrisch, Prolo, ..), bei denen einem schon im Vorstellungsgespräch die Lust vergeht später ein Projekt zusammen durch zu ziehen. Deren Problem ist nämlich die Persönlichkeit und die können sie nur schwer ändern.
    Interessant sind auch ältere. Ich habe nichts gegen alte Hasen die ihre vielleicht etwas geringere Arbeitsgeschwindigkeit durch pfiffige Lösungen und Erfahrung wett machen. Was ich aber nicht brauchen kann ist eine Kombination von Unflexibilität, Unstrukturiertheit, gemächliche Arbeitsweise und Krankheit. Im Alter sind manche nicht mehr bereit sich auf neue Arbeitsprozesse einzustellen als die die sie seit 20 Jahren hatten und nörgeln ständig rum anstatt mitzuhelfen den bestehenden Prozess zu optimieren. Strukturiertheit kann man lernen, haben aber viele auch nach 20 Jahren noch nicht gelernt. Ob die gemächliche Arbeitsweise vom Testosteron-Mangel kommt, weiß ich auch nicht. Aber viele nichts mehr beweisen, sie haben ja schon Haus, Frau, Kind, Hund usw. und werden spielend von jedem Jungingenieur abgehängt. Da nehme ich lieber den engagierten Absolventen. Den kann man noch formen und kosten tut der sowieso. Wieso wird eigentlich das Gehalt im Alter nicht reduziert? Aber das ist eine andere Frage..
    Ich bin der Meinung, dass jeder auch mal schuldlos arbeitslos werden kann. Davor ist niemand gefeit. Aber ich bin mir sicher, dass jemand der was taugt, der was auf dem Kasten hat und etwas bewegen immer recht schnell auch wieder einen Job finden wird.
    Wer sagt Ich möchte nicht umziehen, weil ich hier meine Freunde habe/weil ich hier mein Haus habe, weil …, der hat noch nicht kapiert, dass Work-Life-Balance nicht nur aus Life besteht. Ich brauche zu meiner Zufriedenheit auch das Gefühl gebraucht zu werden, weiter zu kommen, nicht stehen zu bleiben. Das bekomme ich nicht vom Kegelabend.
    Hugh. Habe gesprochen.



  • werd so ein unsinn verzapft will wohl eher die Leute ausbeuten und glaubt auch noch ich gebe mein letztes Hemd für so einen aufgeblasenen nicht Ingenieur… mach dein Geld woanders und geh nach China aber lass diese Dumme sprüche ... kannst ja mal ein Auto mit wirtschaftlern bauen mal sehen was rauskommt ....zensiert



  • Mit der Gehaltkürzung im Alter solltest du bei dir anfangen!



  • Gibt Trolle keine Chance!



  • Achso, ein älterer soll weniger verdienen.
    Soll das auch für Dich dann gelten, ja? Bei Dir würd ich aber gleich 50% abziehen,
    und zwar wegen Blödheit
    * zuletzt geändert von: xtzaras am 21.11.2013 um 15:41 Uhr *



  • @ 30.04.2012 11:10 (Erster Beitrag)

    Solche arrogante Typen werden oft beim BWL-Studium erzeugt.
    Oder sind Sie gar einer von den nichts taugenden MBAs?
    Nur EXCEL, MS-PROJECT, bohrend fragen und Nerven stehlen?
    Ich bin Techniker und Meister, habe u.a. überzeugt beim CMMMI-Projekt
    mitgearbeitet und regelmäßig Prozesse verbessert.
    Mir graut es richtig, wenn ich solche Pauschalurteile und eine
    solch arrogante Einstellung höre.
    A Propos GRAUEN: Mit solchen Typen wie Sie einer sind
    sehe ich SCHWARZ für Deutschland.
    Und Ihre Kinder tun mir auch ganz furchtbar leid!

    Übrigens werde ich am Jahresende in Vorruhestand gehen
    und in das Schema meiner Beweggründe passen Sie sehr gut hinein.



  • Das sehe ich ganz genauso. Ich bin seit über 20 Jahren als Ingenieur tätig. Neuerdings verdienen Wirtschaftsingenieure und Einkäufer in grossen Unternehmen mehr, als ein erfahrener Ingenieur. Wie will man da seinen Kindern erklären, dass es wichtig ist, viel zu lernen. Ein Ingenieurstudium ist anstrengend und schwer. Viel Mathematik schreckt ab. Da kürzt man doch einfach mal die Studiendauer, um für die Statistik mehr Absoventen zu haben.
    Die grossen Unternehmen, die eh keine Stuern mehr zahlen, fördern Know-How Transfer nach Asien. Da wird gedroht, wenn die Löhne steigen, dass man gleich ganz wegbleibt. In diesem Fall wäre dem deutschen Fiskus wenigstens die Subvention erspart geblieben.



  • VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs. „Obwohl die Zahl der Studenten und Absolventen in den Ingenieurwissenschaften in den letzten Jahren gestiegen ist, ist noch nicht das Niveau erreicht, das notwendig wäre, um langfristig Ingenieurengpässe zu vermeiden.“
    Anders ausgedrückt will der VDI ein permanentes Überangebot an Ingenieuren, damit die Preise noch stärker gedrückt werden können. Dem VDI geht es immer noch nicht um die Ingenieure, sondern um die, die Ingenieure beschäftigen (müssen).



  • dem stimme ich voll und ganz zu. Ich habe bei über 40 Bewerbungen, ca 20% Absagen bekommen, und ca 80% gar keine Antwort. Und interresannterweise stellen manche Unternehmen immer und immer wieder exakt die gleichen Stellenangebote ins Netz, teilweise mehr als ein jahr lang… Da stimmt doch was nicht.
    Klar gibt es Fachkräftemangel: Mangel an billigen Arbeitssklaven die alles können und 12 Stunden am Tag arbeiten, am besten die sollen noch draufzahlen, damit man sie einstellt
    Ein Großteil der Anzeigen ist eh von Zeitarbeitsfirmen
    Wozu überhaupt studieren, bei solchen Bedingungen



  • Kann mich meinen Mitstreitern hier anschließen. Der technische Ingenieur wird kontinuierlich in seinem Wert gedrückt, und dennoch gehören die deutschen Produkte als mit zu den Besten der Welt.
    Weil mein letzter Arbeitgeber nie auf den technischen, nerdigen, realistischen Rat der Ingenieure hören wollte und lieber Zahlenwerten von BWLern vertraut hat, wurde die Firma an die Wand gefahren. Dank dieser Aktion bin ich heute sehr erfolgreich Selbstständig und weiß sehr wohl um meinen Wert in der Produktwertschöpfungskette.
    Viele Projektanfragen beginnen zuerst mit dem Preis anstatt auf Qualität und Leistung zu schauen. Was unterm Strich billiger sein kann, als so mancher Zahlendreher denken mag.
    Und ich suche auch Bewerber und es ist nicht alles Gold was glänzt, aber jeder hat mal klein angefangen und jeder verdient seine Chance. Man bekommt keinen fertigen Ingenieur mit 50 Jahren Berufserfahrung zum Preis von einem chinesischen Reisbauer… Der Ingenieur sollte nur motiviert und lernbereit sein, dann bekommen sie bei mir die entsprechende Chance und auch die entsprechenden Freiheiten um ihren Beruf kreativ auszuüben. Auch gibt es flexible Lösungen um die sog. Work-Life-Balance sicherzustellen. Aber es ist eben ein miteinander...


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