Neuartiges Netzteil für längere Gerätelebensdauer



  • Neuartiges Netzteil für längere Gerätelebensdauer

    Folien statt Elektrolyt: Forscher des KIT haben ein neues Netzteil entwickelt, das wesentlich weniger fehleranfällig als herkömmliche Netzteile ist. Möglich macht das ein digitales Regelungsverfahren.

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  • Zaubern können die auch nicht - die analoge Physik (Ladungserhaltung) gilt nach wie vor.
    Kleinere Kondensatoren ziehen höhere Frequenzen und damit meist EMV-Probleme und wegen der höheren Schaltverluste immer einen schlechteren Wirkungsgrad nach sich.
    Die hier beworbene (zusätzliche) dynamische Regelung des Übersetzungsverhältnisses in Abhängigkeit von der Eingangsspannung ist von ihrer Wirtschaftlichkeit her wohl eher fragwürdig: Hoher Aufwand und -zumindest bei sehr steilen Transienten- ziemlich beschränkt in der Wirkung.
    Im Schwachlastbereich (Netzteile) rechnet sich das kaum und im Hochlastbereich mit eher gutmütigen Transienten (z.B. Bahntechnik) ist das ein alter Hut.

    Viel Lärm um wenig?



  • Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Man kann mit Digital Power schon einiges machen, vorausgesetzt, mann hat die Leute die Schaltnetzteilphysik und uC sicher beherrschen, was eher eine Seltenheit sein dürfte.
    Die Lieferlücke (p(t)=u(t)*i(t) ist eine sinusquadrat-Funktion) des einphasigen Wechselstromnetz wird jedoch damit nicht zu schließen sein. Soll der Strom der vom SNT aus dem Netz gezogen wird, weiterhin sinusförmig sein, bleibt das auch so.
    Wenn man mit Fokos die Lebensdauer eines SNT (hier eine PFC Schaltung mit Zwischenkreiskondensator) verlängern möchte, dann sollte man den Foko dem Zwischenkreis-Elko parallel schalten, um den HF-Strom vom Elko fern zu halten und dessen Erwärmung dadurch zu reduzieren. Die Lebensdauer von Elkos steigt beträchtlich mit sinkender Temperatur des Bauteils. Es gibt durchaus Möglichkeiten durch regelungstechnische Maßnahmen, wie z. B. Störgrößenaufschaltung, die nötige Kapazität für den Zwischenkreis zu reduzieren, und dennoch bei Störungen der Regelkreises nur geringe Über- oder Unterschwinger zu erhalten. Dieses ist seit gut 30 Jahren bekannt und wird auch in vielen Regel-IC´s lange angewendet. Hier könnte man mit Digital-Power eventuell noch eigene Ideen umsetzen. Der große, im Artikel angesprochene, technologische Sprung ist das jedoch sicher nicht.
    Ich denke Digital-Power kann für bestimmte Dinge Sinn machen, jedoch werden grundsätzliche physikalische Probleme dadurch nicht gelöst. Auch die in der Verarbeitungs- und Reaktionsgeschwindigkeit unübertroffene Analoge-Schaltungstechnik sollte nicht dem Digitalisierungswahn zum Opfer fallen. Eine gesunde Mischung um die Vorteile beider Welten für anspruchsvolle SNT-Designs zu nutzen scheint mir sinnvoll.


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