Ramsch-Elektrogeräte überschwemmen den Consumer-Markt



  • Zeitbomben im Wohnzimmer
    Ramsch-Elektrogeräte überschwemmen den Consumer-Markt

    Ramsch-Stecker mit Brandgefahr, Lampen, die den Radioempfang stören und verbotene Handy-Blocker aus dem Ausland - die Marktüberwachung bekommt mit dem Aufblühen des Online-Handels immer mehr zu tun. Manchmal hilft nur noch eins: zerstören.

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  • Und hat der Appell gefruchtet, Cayla fachgerecht zu entsorgen? Vermutlich nicht, schließlich findet man im Netz auch immer noch unzählige billige Webcams aus dem Discounter, auf die Hinz und Kunz Zugriff haben.



  • Hatte mal einen Papiershredder von einem bekannten Kaffeeversendergekauft. Dessen EMI-Störungen haben sämtliche Geräte im Haus lahm gelegt. Der chinesische Hersteller hat, obwohl das Gerät CE-Zeichen hatte und von einer renommierten Prüforganisation gecheckt wurde, keinerlei Entstörmittel verbaut. Wurde allerdings vom Inverkehrbringer nach Hinweis auf das EMI-Desaster und zuständige Kontrollbehörde dann anstandslos umgetauscht. Habe den Eindruck, da werden oft spezielle Geräte (Golden Device) zur Typenprüfung gebracht, die dann auch alle Forderungen erfüllen, aber nachher in der Serienfertigung wird alles, was Geld kostet und anscheinend nicht für die Basisifunktionen nötig ist, einfach weg gelassen.
    Der Importeur merkts ja nicht - oder viel zu spät.



  • Der Einbaustrahler aus einem Kölner China-Markt kostet nur 2,50 Euro - ein Zehntel des Preises für eine Markenlampe. Dafür könnte das Billig-Netzteil in der Lampe Störfrequenzen erzeugen, warnt Kontrolleur Uwe Saalmann von der Bundesnetzagentur.

    Wenn ich das schon lese, stellen sich mir einige Nackenhaare.
    Warum wird hier nicht konkret benannt, um welches Produkt es geht und was konkret beanstandet wird? Damit könnte man etwas anfangen. Aber so? Hier wird schlicht nur unspezifisch gegen Billigimporte und eine ganze Kategorie an Läden Stimmung gemacht.
    Dabei gibt es den gleichen Schrott auch im hochpreisigen Fachgeschäft, nur hier zum Vielfachen des Preises. Unvergessen das Edellaptop mit angebissenem Obst, dessen Steckernetzteil mit Eurosteckadapter immer in der richtigen Richtung eingesteckt sein musste, damit das Metllgehäuse nicht deutlich spürbar unter Spannung stand. Oder USB-Ladegeräte, die in der Größe eines Eurosteckers untergebracht sind, bei denen ich auch nie Kriechstrecken und Isolationsabstände messen will.
    Wenn schon Funksteckdosen (und Vielfachsteckdosen) angesprochen wurden: Auch da habe ich Rückrufaktionen in Baumärkten und Discounter gesehen, das beschränkt sich bei weitem nicht auf Import-Lädchen um die Ecke. Wenn man un die Menge an in Umlauf gebrachtem Schrott betrachtet, dann werden die kleinen Import-Shops und die Internetversender wahrscheinlich weniger Gefahr in Umlauf bringen, als die Discounter und Baumärkte. Speziell kann man davon ausgehen, dass der Internetkunde eher techniphil sein wird und sich ggfs. auftretender Gefahrenquellen früher bewusst wird als der klassische Fachhandelskunde.
    Nichts desto trotz halte ich eine Schieflage bemerkenswert: Es lebe der offene Warenverkehr, aber die Rechtssysteme bleiben genauso verschlossen national wie der Personenverkehr. Wenn man schon Internationalisierung will, dann bitte ganz.



  • Ich hatte einmal eine mehrwöchige Diskussion wegen eines Steckernetzteils mit USB-Anschluss, das jedoch nicht durch ein einfaches USB-Steckernetzteil ersetzt werden durfte (ja ist paradox). Das ursprüngliche Netzteil diente zur Versorgung einer DECT-Basisstation der gehobenen Preisklasse. Es war kochend heiß und lieferte keine Ausgangsleitung. Da das DECT-Telefon in der Regel immer voll aufgeladen war, wurde der Defekt erst nach mehr als 2 Tagen entdeckt. Dass es das Netzteil war und dass das Netzteil so heiß wurde, erst nach einer Woche. So ist das mit den Rund-um-Sorglos-Geräten. Den Hersteller hatte ich darauf hin angesprochen, dass diese Netzteile meist in Flurgarderoben hinter Schränken oder Mänteln in der Wand stecken und damit keine Wärme abführen können und im Brandfall schnell Schäden im größeren Umfang entstehen könnten. Die einzige Antwort war, dass ja mittlerweile die Garantie abgelaufen sei und man sich ein neues Telefon kaufen solle. Nun, EUR 139,00 möchte man ja nicht so schnell wegwerfen. Also kam die Idee zum Ersatz mit dem Standard-USB-Netzteil, alleine schon wegen des Steckers. Davon wurde wie oben beschrieben dringend abgeraten. Die Diskussion weitete sich auf das Testhaus aus, das die Prüfungen zu diesem Produkt vorgenommen und die Unbedenklichkeitsbescheinigungen dazu erstellt hatte. Die Diskussionen über Qualität, Sicherheit, Ersatz und so fort drehten sich eine Zeit im Kreise und kurz vor der Verschrottung erhielt ich kostenfrei ein neues Netzteil vom Telefonhersteller. Seit dieser Erfahrung ist der Hersteller solcher Telefone auf meiner Bannliste und auch aus der Diskussion und der Einstellung des Testhauses diesem Problem gegenüber betrachte ich die Testergebnisse aus einer anderen Perspektive. Aufgrund mehrerer ähnlicher Vorfälle (ohne Kommunikation mit Testhäusern) mit weniger dramatischen Folgen führe ich bei jedem Neukauf immer ein kleines Reverse-Engineering durch und entscheide mich gegen den Kauf bestimmter Produkte. Dies führte bereits mehrfach zum Unmut von Familienangehörigen, die Ihre Wünsche anders erfüllt bekamen, meist unter Einsatz von mehr Geld oder abweichenden Funktionalitäten. Allerdings kann man nicht erwarten, dass jeder Kunde gleich ein mehrjähriges Elektrotechnikstudium absolviert hat oder sich ein wenig in mechanischen Konstruktionen oder Qualitätsmanagement auskennt.


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