Projekterfolg durch emotionale Kultur



  • Kolumne
    Projekterfolg durch emotionale Kultur

    Peter Siwon, ELEKTRONIKPRAXIS-Kolumnist und Experte für systemisches Projektmanagement, über Mitmenschen statt Kanonenfutter.

    zum Artikel



  • Sehr geehrter Herr Siwon,
    Nein, Sie sehen das nicht falsch. Weit über 90% aller Arbeitnehmer würden das mit Freuden unterschreiben, wenn es denn etwas ändern würde, was es nicht tun wird.
    Das Problem ist kein hoppla, da haben wir etwas übersehen-Problem. Es ist systemeigen.
    Bitte beschäftigen Sie sich mit dem hoch interessanten Buch von Heinz-Peter Röhr über Narzissmus. Dann werden Ihnen viele Dinge, über die Sie an dieser Stelle geschrieben haben in einem anderen Licht erscheinen.

    Der Ansatz zur Lösung von Verteilung von Chancen und gegenseitigem Respekt über die Arbeitswelt hinaus liegt nicht in den Naturwissenschaften, sondern in der Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert, genauer: in der Psychologie.

    Einer, der anderen Menschen rational und per Ausbildung überlegen ist, der keine Skrupel kennt und also empathiefrei agieren kann ist der Prototyp eines Vorgesetzten, der das einzige Ziel eines Unternehmens, Gewinnmaximierung, optimal umsetzt.

    Ihre Ideen in Ehren, sie sind so alt wie die Menschheit; es hat aber einfach keinen Sinn, an die Mitmenschlichkeit derer zu appellieren, die schlichtweg keine besitzen. Sie funktionieren.

    schöne Grüße
    Wolfgang Rottler

    wolfgangrottler@ymail.com



  • Sehr geehrter Herr Rottler,
    danke für Ihren Kommentar und Buchtipp. Das Thema hat viele Facetten. Eine ist die von Ihnen angesprochene informelle Führungskultur, in der der Mensch häufig zu kurz kommt (auch wenn das nach außen hin geleugnet wird). Glücklicherweise gibt es gerade im Mittelstand Beispiele, die zeigen, dass Mneschlichkeit und unternehmerischer Erfolg sehr wohl zusammengehen. Letztlich liegt es nicht nur an den Top-Managern, sondern auch an den Mitarbeitern, wenn sich Führungskulturen halten, die Menschen als reine Ressource sehen. Gerade die gut ausgebildeten Mitarbeiter können hier sehr gut mit den Füssen abstimmen. Wir in Bayern sagen es gehören immer zwei dazu, einer ders macht und einer ders mit sich machen lässt. Also haben wir zwei Hebel, um diesem Unfug ein Ende zu setzen.
    Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Siwon



  • Wie wahr! Und wie wohltuend, dass auch jemand aus der Technikecke es so sieht!
    Und obwohl ich seit 17 Jahren mit genau diesem Ansatz der empathischen Führung im Business als Trainer und Berater unterwegs bin und es durchaus ab und zu Grund gibt, zu verzweifeln, gebe auch ich die Hoffnung nicht auf. Es ist ein Kulturkampf, in dem wir uns befinden und mehr und mehr klassische oder preussische Führungskräfte begreifen, dass eine wertschätzende und empathische Unternehmenskultur in Zeiten von Generation Y und demografischem Wandel einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Es gibt sie, die perfekte Symbiose zwischen Ökonomie und Humanismus!


Log in to reply