Wenn der Algorithmus Selbstjustiz übt



  • Wenn der Algorithmus Selbstjustiz übt

    Automatisierte Rechtsprechung kann Hartz-IV-Bescheide anfechten, nach verspäteten Flügen entschädigen und Gerichte entlasten. Doch Computer machen oft allzu kurzen Prozess.

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  • Sehr geehrte Leser,

    Die Überschrift des Artikels beschreibt, wie abstrakt und komplext menschliche Verhaltensmuster ausfallen können. Aus eigener Erfahrung kenn ich nur allzugut den Fakt, das die Parteien nur selten die volle Wahrheit sagen. Dies zu erkennen ist schon ein heillosen Unterfangen. Maschine könnten erst dann in der Lage sein, auch diese Aspekte zu entschlüsseln, wenn unser gesamtes Privatleben zugänglich wird (Utopie?).
    Wir sollten erstmal damit anfangen die Terminierung von Verhandlungsterminen mit einer Art Doodle zu standartisieren. Bis jetzt (Sachsen-Anhalt (Naumburg), schreibt hier noch Einzelbriefe an die Verfahrensbeteiligten, deren Laufzeit teilweise über eine Woche gehen. Die Wahrscheinlichkeit, das hier alle Parteien und Beteiligten Zeit haben ist meist erst nach 2-6 Monaten gegeben. (Die gesetzliche Norm von 4 Wochen ist so niemals möglich) Emails gibt es kaum und auch das Telefon wird gescheut. Die hierdurch entstehenden Verzögerung z.B. im Familienrecht haben brutale Auswirkungen auf wichtige Entscheidungen in Sorge und Umgang, die hunderte Kinderseele, Eltern und Angehörige belastet jährlich. Stellen Sie sich vor, das Sekretariat kennt so etwas wie Doodle gar nicht!
    Ich denke das gibt einigen von Ihnen den Einblick was man hier mit KI anrichten kann… und wo wir hier eigentlich noch stehen... Also bitte erstmal mit digitaler Bildung bei den Staatsbediensteten beginnen. Denn glauben Sie mir: Selbst die UN-Kinderrechtscharter (nicht die falsch übersetze deutsche Fassung) findet nach 30 Jahren Beachtung. Die Anwendung von neuesten Studien und Beschlüssen in der EU sind hier nicht angekommen...Also bitte erstmal auf dem Boden bleiben und kleine Schritte. Vielen Dank für Ihr Mitgefühl und Verständnis.
    Stefan G.



  • Die Welt mag zwar irgendwie reif zu sein scheinen für solcherlei Wahnsinn - aber die Menschen nicht, und werden es hoffentlich auch nie sein.
    Der Schluss-Satz des Artikels beschreibt es perfekt:
    Doch zu einer offenen Gesellschaft gehört auch die Freiheit, gegen Normen zu verstoßen.


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