Biographie eines arbeitslosen Elektroingenieurs



  • Arbeitsmarkt
    Biographie eines arbeitslosen Elektroingenieurs

    Wäre der von den Industrieverbänden beschworene Ingenieurmangel Realität, dann dürfte es diese Biographie so nicht geben. Ein 55-jähriger Elektroingenieur aus dem Großraum München ist seit zweieinhalb Jahren vergeblich auf der Suche nach einem Job.

    zum Artikel



  • Es wird hierzulande ja immer viel über die Gleichstellung der Frau im Berufsleben diskutiert. Ich glaube, eine Diskussion über die Chancen älterer Bewerber am Arbeitsmarkt wäre mindestens genauso notwendig. Zumal sich die Problematik in den kommenden Jahren noch verschärfen dürfte.



  • Alle Angaben (Fakten) des arbeitslosen Ingenieurs kann man zu 100% auf auf die Dipl. Kaufleute und Betriebswirt übertragen.

    Die meisten Firmen haben gar kein wirkliches Interesse an einer zu hoch qualifizierten Generation Ü45/Ü50 (ist ein wenig branchenabhängig!) und damit zu vielen und diversifizierten Erfahrungen. Diese überreifen und meistens sehr intelligenten Menschen (Ü45/Ü50) stellen eher eine Gefahr für jede Firma dar, weil sie zu schnell und zu scharfsinnig fast (legale-halblegale und illegale) Machenschaften in einer Firma durchschauen können.

    In einem Zeitalter der Kurzlebigkeit von Güter und Dienstleistungen stellen langjährige Erfahrungen eher Hemmnisse und Risiken für die Firmen da, da diese Unternehmungen sich nur für kurzfristige Profite der kapitalistischen Akteure interessieren. Wenn Gewinnaufschläge auf Produkte von 100% nicht mehr reichen und Eigenkapitalrenditen von 25% bis 30% erwartet werden, dann ist der Untergang aller Wirtschaften (und damit der Volkswirtschaften/Gesellschaften) sehr nahe.



  • Nach einem Abfindungsvertrag Ende 2013 (Pflege Familienmitglied) bin ich seit 2 Jahren wieder auf Stellensuche. Meine Bewerbungen: 95% Personalvermittler, suchen angeblich nach dem grauen Gold, wollen aber weniger als € 13,– Std zahlen. Als Radio-Fernsehtechniker Meister und staatl. gepr. Elektrotechniker mit zuletzt 30 Jahren bei gleichem Arbeitgeber in der Automatisierungsindustrie, Entwicklung - Labor werde ich aufgeben, mich weiter zu bewerben. Nun bin ich 60 Jahre alt und werde es bis zum Rentenbeginn aussitzen. Der Koffer mit den Absagen quillt schon jetzt über...



  • Ich bin auch der Ansicht das der angebliche Bedarf nicht korrekt ist.
    Wir entwickeln seit 40 Jahren embeded Lösungen.
    Z.Zt. sind praktisch keine interessanten Aufträge zu bekommen.
    Die Firmen machen angeblich alles im Haus, da das billiger ist.
    Wenn ich die Situation analysiere, heißt das z.B.:
    Für eine Entwicklung wurden 40 .. 50.000 angeboten.
    Für einen Zeitaufwand von 5..6 Monaten. Das ist viel zu Viel !!!
    Der eigene Ing. bekommt 6 .. 8.000 im Monat.
    Der Assi noch mal 4..6.000.
    Das macht dann ca. 40.000 bis zu 84.000.

    • Urlaub, Krankheit, Elternfreizeit +++
      Auserdem werden dann aus den 4 bis 6 Monaen meistens eher 9 bis 12 !
      Frage mich schon seit Jahren, wo hier die Einsparrung ist.
      Gruß
      az


  • Das geschriebene kann ich nicht bestätigen. Nach 27 Jahren habe ich auch einen Auflösungsvertrag unterschrieben und hatte bereits 2 Monate später die Wahl zwischen 3 Arbeitsstellen als Ingenieur. Ich werde wie der erwähnte Herr auch dieses Jahr 55 Jahre alt. Mein jetziger Arbeitgeber hat ganz gezielt nach einem älteren erfahrenen Mitarbeiter gesucht.



  • Auch wenn in Einzelfällen das Alter des Bewerbers kein Hemmnis darstellt, so ist die tendenzielle Auswertung der Fälle dem gegenläufig. Auch mir wurde, (Elektromaschinenbauer, Elektrotechniker, Wirtschaftstechniker, 18 Jahre bei der Firma in der Aus und Weiterbildung von Servicetechniker) im Alter von 45 Jahren der Laufpass gegeben, da ich 300,- Euro Netto mehr benötigt habe. Überstunden, unbezahlte wohlgemerkt, versuchte ich so zur Anrechnung bringen. Interessant, nicht die Geschäftsführung sondern der Betriebsrat intervenierte in dem Fall gegen meine Interessen. Letztendlich wurden drei Kollegen mit der Arbeit beschäftigt, welche ich vorher selbstständig erledigte. Meine Versuche bei anderen Firmen Fuss zu fassen schlugen fehl. Erst der Weg zur Seefahrt brachte mich wieder in Dienst und Brot.
    Die Firmen trachten nicht danach ältere, erfahrene Mitarbeiter zu erhalten. Ihnen sind die noch formbaren, im Gehalt geringer angesiedelten, weitaus angenehmer.



  • Viel wichtiger als das Alter ist die Einstellung. Interesse, Lernfähigkeit, Lernwille, und schon geht es. Ich habe schon genug Ex-Mitarbeiter von Siemens-ähnlichen Unternehmen gesehen. Nicht wenige meinen, ihr ersessenes Gehalt sei doch das Mindeste und eigentlich suchen sie auch nur eine Rentenbrücke, ohne Engagement. Das wird dann nichts. Erfahrung zählt nur, wenn es die richtige Erfahhrung ist. Und auch wenn das passt muss auch noch die Einstellung passen. Dazu liest man in solchen Meldungen wie dieser nie etwas. Da ist jedes Beispiel recht.



  • Ja, kann ich so nur bestätigen. Ich, 46 Jahre alt, Dipl.-Ing. Elektrotechnik bin im hessischen Groß-Grau vor über siebeneinhalb Jahren genau so gestrandet. Nichts zu machen ! Der hochnäsige Hesse beliebt seine Ingenieure nur jungfräulich anzuwerben. Tausende von Bewerbungen, völlig sinnlos. Ein Volksverbrechen ist in vollem Gange. Unter berücksichtigung des Totschläger-JobCenters Groß-Grau sowieso.
    Seit einer Woche arbeite ich als Halbaffe bei einem Zulieferer von POPEL Rüstanbul als Staplerfahrer und in Wirklichkeit als Lagerarbeiter und Handlanger. Auf einem Gabelstapler habe ich noch nicht gesessen. Ein Witz müsste man eigentlich sagen. Was die Realität betrifft jedoch eher ein zweiter Holocaust am eigenen Volk. Übrigens liegt die Suizidrate im Bereich Hartz IV ca. 20x so hoch wie normal !!!!
    Dass ich mich irgendwann dafür entsprechend revanchiere, dürfte klar sein, oder ?
    Dieser dreckige Staat provoziert seine Bürger selbst zu Unruhen. DAS wird wohl auch der
    Masterplan sein, um dann endgültig Kriegsrecht auszurufen und das System in eine
    vollständige Dikatur um zu kippen. JEDER, der dies bestreitet, steckt mit in diesem Komplott und wird durch eine üppige Belohnung irgendwie bei Stange gehalten.
    Die Zeichen stehen auf Bürgerkrieg. Und dieser wurde durch die hoch und höchstkriminelle
    Regierung selbst provoziert.



  • Danke für diesen Bericht, der sicher der Wahrheit entspricht!

    Es gibt und gab sicher immer eine regionale Fachkräftesuche, aber dort von dem vielbeschworenen Fachkräftemangel zu sprechen, ist sicher falsch! Die Lobby hat ein großes Interesse daran, von 100 Kandidaten die 5 benötigten wählen zu können. Je mehr auf der Straße stehen, desto billiger der Einzelne, der einen Job bekommt.

    Mit 42 Jahren hatte ich den alten Arbeitgeber verlassen, um meine Perspektive zu verbessern. Als vorwiegend im Embedded-Bereich tätiger Entwicklungsingenieur mit guten Hardware-Kenntnissen (PCB-Layouten, Mikroelektronik usw.) sowie Software-Kenntnissen (C++, C, Delphi, Visual-Studio usw.) begab ich mich auf Jobsuche in der angeblich so von Fachkräftemangel geplagten Republik. Private Fortbildung hatte bei mir IMMER stattgefunden, besitze ein komplettes Labor zu Hause, moderne Scopes, Analyser und Generatoren. Und dennoch war ich vielen Firmen in NRW nicht genug genug, weil ich nicht zu 100% auf die Stelle passte. Einarbeitung kostet ja Geld, und wenn es nur ein paar Wochen sind, wird die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Oder ich war nach 20 Jahren im Job mit 60k brutto zu teuer. Lustig, wenn man da mal ein einfaches Managergehalt im Bereich der Kaufleute entgegensetzt.

    Schön, wenn der VDE oder VDI wie im Artikel entgegensetzt, dass die Leute zu lange in einem Bereich gearbeitet haben sollen, und zu spezialisiert seien. Tja, dass lässt sich bei der Komplexität der heutigen Welt nicht mehr verhindern. Wenn ich meinen derzeitigen Arbeitgeber betrachte, dann sind ALLE Mitarbeiter 3er Teams im Automotive-Umfeld hochspezialisiert, weil die Werkzeuge und Aufgaben das genau erfordern!!! Und wenn es neben dem Beruf für den heutigen Ingenieur auch noch ein wenig Privatleben geben soll, dann ist es Aufgabe der Konzerne eben umzudenken!

    Die Probleme der Gegenwart sind kein Fachkräftemangel im Ingenieursbereich, sondern die komplette Fehleinschätzung seitens der Personalabteilungen, Lobbyisten, Politiker und der Verbände wie VDE und VDI, deren Ingenieure auch nur verwalten und reden, aber keine Ahnung von der Materie haben, über die sie sprechen!

    Sie wollen den jungen billigen 25 jährigen Hochschulabsolventen mit der Erfahrung eines erfahrenen 50 jährigen - den gab es nie und wird es aufgrund immer komplexerer Technologien noch weniger geben!!!

    Ein Umdenken ist absolut notwendig, seitens der Politik, der Unternehmen und auch der Schwätzer vom VDI/VDE, sonst fährt der Wirtschaftsstandort Deutschland vor die Wand. Steckt das Geld in die Fachkräfte, nicht in die Boni der Manager.

    Der genannte Ingenieur im Artikel entspricht der allgemeinen Situation in Deutschland, Ausnahmen gibt es immer.



  • Hallo das kann ich nur bestätigen wenn man älter ist - kommt nichts zurück
    Es ist schade aber die Niederlagen machen die Leute müde.



  • …auch ich möchte mich dem Dank, dass dieser Zusammenhang mal aufgezeigt wird, anschließen.
    Schon lange hatte ich vermutet, es aber als subjektive Empfindung gewertet, dass der Fachkräftemangel nur eine Stimmungsmache der Arbeitgeber / Verbände ist.
    Immer wieder höre ich von jungen Leuten mit abgeschlossenem Studium, dass sie nur schwer und meistens mit unterbezahlten zeitlich begrenzten Jobs, abgespeist werden.
    Einem solchen Fachmann kann man nur raten sich selbstständig zu machen, selbst wenn man zum Aufbau eines eigenen Unternehmens mind. 10 Jahre Zeit braucht.
    U.U. lässt sich ja so ein Lebenswerk im Anschluss dann auch vermarkten.
    Ein Fachkräftemangel im Bau- und Handwerkerbereich dürfte sicherlich vorhanden sein, wenn gleich ich bezweifle, ob ein Handwerksmeister einen aus unserer Generation (Ü50) noch einstellen würde.
    Wenn überhaut, kommt man in dem Alter nur noch mit einem Beratervertrag als Scheinselbständiger zum Zug!
    Traurig aber wahr..... wohl dem, der auf diesen Teufelskreis nicht angewiesen ist und mit der 63iger Regelung sich dem entziehen kann!!!



  • Ich kann der Einschätzung meines Vorredners nur zustimmen.
    Nach 35 Jahren Berufserfahrung im Bereich Leistungselektronik,mit dem Expertenwissen
    eines Fachdozenten, musste ich mir in diversen Personalgesprächen anhören, das in dieser Firma nur als Projektleiter in die gehaltsklasse eines Seniorexperten vorstossen könnte. Auf das angewendete Expertenwissen hätte man dann gerne verzichtet. Die desaströse Wirkung dieser 28 jährigen Jungelchen, die dann den Projektleiter miemen,sich in Belange einmischen von denen ihre Sachkenntnis in Sichtweite des Horizonts ist, kann ich dann in fast allen Projekten meiner Laufbahn beobachten.
    Mein Fachgebiet verlangt nach einer sehr breitbandigen Aufstellung und dennoch einem intensiven Fokus auf eben dieses Fachgebiet. So sind Simulation, Layout, Mechanik-konstruktion , Kühltechnik, Auslegung magnetischer Bauteile,Toplologiefindung und Erfindung, Störsicherheit und Immunnität der Schaltung, Sicherheitsanforderuneg, Kenntnis der Normen, Übersicht über den Wettbewerb und die Konkurenzprodukte,
    Sicherheit bei der Preisfindung, Vertriebsunterstützung nur einige Fixpunkte des Anforderungsprofils. Die hoffnungslos überforderten Personaler suchen dann krampfhaft nach Schablonen die dann hoffentlich nicht passen, um diesen Überflieger wieder los zu werden. Hier sitzen in Deutschland eindeutig die falschen Leute. Machen sich Personalabteilungen auch Gedanken welche inhaltlichen Angaben der Anforderungsprofile aus den suchenden Abteilungen eher der Selbstdarstellung leitender Angestellter oder der Abwehr unliebsamer Konkurenz dienen. Die eindeutig zu beobachtende Tendenz in der Elektroindustrie Ingenieure über Arbeitnehmerüberlassungen nur für die Projektdauer einzustellen, dann aber für ein horrendes Überlassungshonorar and die Vermitteler unterstützt diese These. Solche leute muss man nicht fürchten und ist sie definiert wieder los. Das Projekt leidet am Ende unter dieser Arbeitsweise, wird aber nicht bewertet, die Konkurenz arbeitet ja in ähnlicher Weise. Effizienz ? Leider ein Fremdwort.



  • Ja, so kann ich das aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich wollte aber auch einmal darauf hinweisen, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so ist, dass durch all die Personalvermarkter inoffizielle Listen von unerwünschten Mitarbeitern geführt werden. Dies kann durch politisch unerwünschte Orientierungen oder auch sonstige Ansichten und Meinungen der Betroffenen bedingt sein. Unter den unzähligen Personalvermarktern mit denen ich in den vergangenen Jahren zu tun hatte war einmal ein Herr Dr. Sowieso der mir versicherte, dass die Personlfirmen sehr sehr sehr gut informiert wären … Wenn er nicht sagen will, das inoffizielle ( schwarze ) Personalprofile und Listen geführt werden, kann er das nur so umschreiben. Dies bestätigt auch meine eigene Erfahrung. Zuerst sind die Sklavenhändler immer hellauf begeistert wenn ich mich bei Ihnen bewerbe, und sagen dass das ja wohl kein Problem werden wird, mich irgendwo entsprechend gut einsetzen zu können. Und nach ein paar Tagen - in welchen wohl der Background-Check gemacht wird - distanziert man sich wieder von mir. Und ja, ich war eines der Mitglieder bei der Gründung der AfD und werde seit dem im gesamten Südwesten
    vom Arbeitsmarkt geschnitten und nieder gemacht.

    (Beitrag redaktionell gekürzt)



  • Ich kenne beide Seiten. Gut qualifiziert (Dipl. Betriebswirt mit Weiterbildungen), Ende 40, entlassen wegen Arbeitsmangel (und unfähigem Chef), habe ich ein Jahr nach einem neuen Job gesucht. Überqualifiziert hieß es oft als Pseudonym für zu alt. Oft bekam ich nicht einmal ein Absage. Anonyme Rekrutierungsplattformen, man kann nicht mal telefonisch nachhaken.

    Nun habe ich einen Job, sogar als Teamleiter. Inzwischen habe ich auch schon zwei mal selber nach Fachpersonal im Logistikbereich gesucht. Erstaunlich wenig Bewerbungen trotz offenem Profil (Außenhandelskaufmann oder ähnlich). Alter war mir egal. Teilweise unendlich schlampige Bewerbungen. Viele der Eingeladenen, angeblich sehr erfahrenen Mitte 40 bis Mitte 50 konnten nicht einmal einfache Fragen zu ihrem Fachgebiet beantworten. Aber tolle Gehaltsvorstellungen, man hat ja auch schon Abteilungen geleitet, kann man auch von zu Hause aus arbeiten, der Arbeitsweg wäre so weit, ja ja ich kann alles aber keine einzige der Antworten beim Interview war richtig.

    So sehe ich es: Firmen, die bei der Rekrutierung nach irrelevanten Kriterien aussieben, Personalmanager schauen sich Kandidaten nicht mehr persönlich an, vertrauen nur noch auf das Softwaretool. Auf der anderen Seite überhebliche Kandidaten, total unrealistisch an denen die Zeit und jegliche persönliche oder fachliche Weiterentwicklung total vorbeigegangen ist.



  • Ja so ist es und die Jungen von heute seien gewarnt. Das Zeitfenster um laufende Kosten, eigene vier Wände und Altersvorsorge sicherzustellen ist knapp bemessen. Mein Glück als 54jähriger ist, dass ich über eine lange Phase gutes laufendes Gehalt bekam und die ein oder andere Investition (Immobilien) in München machte trotz vieler Risiken. Mit 37 genügte ein Anruf, ein Vorstellungsgespräch und der Job war meiner. Nach 9 Jahren war mir der Betrieb im amerikanischen Großkonzern genug. Der Mittelstand reizte mich und ich dachte, dass ich viel mitzubringen hätte (Dipl.-Ing. und Dipl.-Wirtsch. Ing. TU, zweimal Geschäftsführer einer eigenen GmbH (Elektronikentwicklung) und später einer amerikanischen Tochterges.). Voller Euphorie, es ginge so einfach wie vor 9 Jahren, nutzte ich eines dieser irrsinnigen Programme der Personalabteilung und verließ das Unternehmen ohne schon einen Arbeitsvertrag woanders zu haben. Irrsinnig deswegen, weil es bei dem amerikanischen Unternehmen nur um die Zielerfüllung geht, eine bestimmes Budget für Abfindungen bis Jahresende auszugeben und eine Quote an Personal abzubauen. Die Controller regieren und nicht die, die Wertschöpfung sicherstellen! Belohnt wird die Erfüllung eines Budget-Ziels, aber nicht der Umstand, dass sich so mit der Zeit die dynamischen Mitarbeiter verabschieden und sich ein gewisser Bodensatz bildet. Aber dann kam auch für mich die Wahrheit: Ca. 300 erfolglose Bewerbungen, sogar trotz Unterstützung von Profis, aber auch die bestätigen was schon gesagt wurde: Das Profil eines Bewerbers muss exakt ins Ziel treffen. Nur wenige Grad daneben und die Chancen sind vertan. Ich gab auf und gehöre nun zu den nicht erfassten stummen Arbeitslosen, die sich als Selbstständige in allen möglichen Bereichen gut schlagen, aber meistens ohne feste Vergütung, sondern rein auf Erfolgsbeteiligung. Ich komme mir vor wie ein Tagelöhner. Ich kenne viele Kollegen z.B. aus dem freien Handelsvertreter-Umfeld, die massiv ausgenützt werden und kaum über die Runden kommen. Jeder Monat ist eine neue Herausforderung für sie. Wohl dem der wie ich, mit Immobilieneinkünften ein Grundeinkommen sichern konnte aus besseren Zeiten und keine Familie gegründet hatte. Ich bin verwundert, das in der Bevölkerung so wenig gespart wird und der Konsum so hoch ist. Viele schauen wohl nur auf die niedrigen Zinsen, aber nicht in die Zukunft. Wer heute noch eine Familie und Kinder hat, muss schon sehr optimistisch sein. Die guten lebenslangen Jobs für Ingenieure werden sicher nicht mehr, denn es wird automatisiert, rationalisiert und optimiert was nur möglich ist, damit Störfaktor Mensch so schnell wie möglich überflüssig wird.



  • Ich habe mir in den letzten 6 Jahren etwa 25 Bewerber angesehen, die längere Zeit bei dieser großen Firma mit S am Anfang gearbeitet hatten. Mittlerweile tue ich das nicht mehr. Völlig unabhängig vom Alter, entsprach keiner der Bewerber auch nur ansatzweise meinen Vorstellungen. 15 oder mehr Jahre in so einem Unternehmen scheinen den Leuten nicht gut zu bekommen. Meiner eigenen Erfahrung mit von mir eingestellten Ingenieuren nach, wird ein Bewerber durch lange Berufserfahrung nur dann gut, wenn er diese bei verschiedenen Unternehmen und in verschiedenen Rollen gesammelt hat.



  • Ich bin auch über 50. Im März wurde ich über einen Head Hunter für einen neuen Job angeworben. Den Job davor bekam ich auch über einen Head Hunter. Und den davor auch.

    Wen man jenseits der 55 ist, wird es vielleicht wirklich schwierig. Wer aber mit knapp über 40 zu jammern beginnt, er bekäme wegen seines Alters keinen Job, der belügt sich selbst.



  • Hör bitte auf weiter zu belügen, dass die Elekto-Ingeiwure fehlen. Zeige uns besser wieviele Ingenieure bei der Agentur für Arbeit und beim Jobcenter gemeldet sind. Die Zahl dort belegt uns deutlich. Diese Menschen sind nicht ungebildet und nicht untätig. Ich selbst habe mir seit knapp zwei Jahren mit höchstmögliche Leistung die Mühe gegeben, um einen Job zu finden, aber vergeblich. Es ist einfach nicht einfach in dieser Welt.



  • Es fehlen keine Fachkräfte, sondern leistungsbereite Dumpinglohn Akkordarbeiter.


Log in to reply