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Betriebssystem Chromium-OS-Port macht Raspberry Pi zum abgespeckten Chromebook

Autor: Sebastian Gerstl

Die Open-Source-Variante des auf den Webbrowser Google Chrome aufsetzenden Betriebssystems, auch bekannt als Chromium OS, wurde erfolgreich auf den Einplatinenrechner portiert. Die aktuelle Version 0.5 ist stabil, aber noch nicht in jeder Gerätekombination voll nutzbar.

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Chromium OS meets Raspberry Pi: Das quelloffene, rein browserbasierte Betriebssystem ist nun in einer lauffähigen Form für das Raspberry Pi 2 und 3 verfügbar - mit einigen Einschränkungen.
Chromium OS meets Raspberry Pi: Das quelloffene, rein browserbasierte Betriebssystem ist nun in einer lauffähigen Form für das Raspberry Pi 2 und 3 verfügbar - mit einigen Einschränkungen.
(Bild: chromiumosforsbc.org)

Im Jahr 2010 stellte Suchmaschinengigant Google erstmals sein Chrome OS vor. Dabei handelt es sich um ein linuxbasiertes Betriebssystem, das Googles hauseigenen Webbrowser Chrome als Benutzeroberfläche nutzt. Das System startet schnell, da Anwendungen in der Regel nicht installiert, sondern in Form von browserbasierten Web-Apps aus dem Internet geladen und live ausgeführt werden. Von wenigen nativen Anwendungen und ausgewählten Android-Apps abgesehen sind Geräte mit diesem Betriebssystem voll auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen. Chrome OS kommt vorrangig auf Google-Hardware wie Chromebooks oder dem TV-Stick Chromecast zum Einsatz.

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Bei Chromium OS handelt es sich um eine Open-Source-Entwicklerversion desselben Prinzips, dass durch seine kostenlose BSD-Lizenz vor allem im Bildungsbereich, aber auch unter Hobbyisten zahlreiche Anhänger gefunden hat. Über die Internetplattform Reddit organisierten sich im Dezember 2015 einige Hobbyentwickler mit dem gemeinsamen Ziel, das browserbasierte Open-Source-Betriebssystem auf Einplatinenrechner wie dem Raspberry Pi zu bringen. Nachdem das Team im Februar 2016 erstmals eine lauffähige Version 0.4 öffentlich vorstellte, liegt das Betriebssystem nun in einer um zahlreiche Bugs bereinigte, stabile Version 0.5 für das Raspberry Pi 2 vor – eine speziell an das Raspberry Pi 3 angepasste Version soll ebenfalls in Kürze folgen.

Die Installation des Betriebssystem funktioniert nicht über einen Self-Installer wie Noobs, Anwender müssen ein Image-File herunterladen und eine SD-Karte damit beschreiben. Eine Anleitung hierfür stellen die Entwickler online selbst bereit. Das aufgespielte Image benötigt etwa 7 GByte auf der SD-Karte, es ist allerdings empfehlenswert, für stabilere Performance eine SD-Karte mit 16 GByte Speicherplatz zu verwenden.

Wie für Chrome OS üblich gilt auch für diesen Chromium-Port: Ohne Internetverbindung geht nichts! Ein Anschluss per Ethernet ist daher zumindest in der aktuellen Version noch Pflicht. Im Praxistest wollte das System zumindest den für Raspberry-Pi-Boards weit verbreiteten WiFi-Dongle TP-LINK TL WN725N nicht erkennen.

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