Chiplose Funketiketten zum Aufdrucken

| Autor / Redakteur: Birte Vierjahn, Uni Duisburg-Essen / Julia Schmidt

Chiploses Etikett aus Nanosilizium: Das Silizium in Form von Nanopartikeln wird in eine spezielle Tinte eingebracht, die sich mit einem Tintenstrahldrucker direkt auf das Paket drucken und per Laser zu einer funktionierenden elektronischen Schaltungen verarbeiten lässt.
Chiploses Etikett aus Nanosilizium: Das Silizium in Form von Nanopartikeln wird in eine spezielle Tinte eingebracht, die sich mit einem Tintenstrahldrucker direkt auf das Paket drucken und per Laser zu einer funktionierenden elektronischen Schaltungen verarbeiten lässt. (Bild: Uni Duisburg-Essen)

Der Wagen ist gepackt, einmal noch richtet der Paketbote prüfend das Lesegerät auf die Ladefläche: alles an Bord, nichts vergessen. Gedruckte Funketiketten ohne Chip sollen das künftig ermöglichen. Das Projekt DruIDe erarbeitet nicht nur eine neue Technologie. Es mündete auch in zwei Start-ups, die sich um die Markteinführung kümmern.

Jedes Jahr werden weltweit Milliarden Pakete verschickt – als individuelle Sendung oder Lieferung für den Einzelhandel. Jedes Paket muss bis dato einzeln über seinen Barcode identifiziert werden: richtig drehen, scannen, sinnvoll stapeln in einer Offline-Version des Computerspiele-Klassikers Tetris.

Viel schneller geht es mit einem chiplosen Etikett aus Nanosilizium: Das Silizium kommt in Form von Nanopartikeln aus dem NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) und dem Institut für Energie und Umwelttechnik (IUTA) der Uni. Es wird in eine spezielle Tinte eingebracht, die sich mit einem Tintenstrahldrucker direkt auf das Paket drucken und per Laser zu einer funktionierenden elektronischen Schaltungen verarbeiten lässt.

„Wir sind die ersten, die Nanoelektronik aus Silizium drucken können“, erläutert Niels Benson, Professor für Druckbare Materialien für Signalverarbeitende Systeme an der UDE. Er und seine Kollegen Thomas Kaiser, Daniel Erni und Roland Schmechel arbeiten mit fünf weiteren Institutionen zusammen, darunter mit der Universität Twente (Niederlande).

Die RFID-Etiketten sind wiederverwendbar

Die neue Technik erleichtert nicht nur Logistikern und Paketboten das Leben, sie spart auch ordentlich Material: Bäume. Denn im Gegensatz zum Barcode ist das RFID-Etikett („radio-frequency identification“) wiederverwendbar, das Paket somit auch. Da es zudem ohne Chip auskommt, liegt sein Preis bei etwa 0,01€ und ist damit rund fünfmal günstiger als sein herkömmliches Pendant.

Zum Thema Datenschutz weiß Prof. Thomas Kaiser: „Zum Auslesen des Etiketts benötigt man ein spezielles Lesegerät. Es funktioniert nur in einem Radius von etwa zehn Metern und verrät lediglich, dass eine bestimmte ID in der Nähe ist.“

Ende Oktober präsentieren die sechs Projektpartner aus den Niederlanden und Deutschland die Innovation auf der Messe RFID Tomorrow in Darmstadt. Vorher haben sie aber noch einen Termin beim Notar: Das Start-up „airCode“ arbeitet seit 8. Oktober offiziell an der Markteinführung der Technologie. „Unsere Demonstration basiert noch auf wenigen Bit“, so Kaiser. „Um Milliarden von Objekten unterscheiden zu können, brauchen wir 50 bis 60 Bits. Wir sind zuversichtlich, dass wir das in fünf bis zehn Jahren erreicht haben.“

Auch auf holländischer Seite wird ein neues Unternehmen gegründet, das die Nanotinte vermarkten wird.

Zum Projekt:

Das Projekt DruIDe wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit über 3,1 Millionen Euro durch die EU, das niederländische sowie das NRW-Wirtschaftsministerium und die Niedersächsische Staatskanzlei mitfinanziert.

Transparente Folien als wiederbeschreibbarer Speicher

Transparente Folien als wiederbeschreibbarer Speicher

04.02.19 - Forscher haben eine neue Möglichkeit entwickelt, Informationen in eine transparente Folie zu speichern. Dabei spielt Sauerstoff eine entscheidende Rolle. lesen

Flexible Sensor-Etiketten unterstützen das LoRa-Protokoll

Flexible Sensor-Etiketten unterstützen das LoRa-Protokoll

04.12.17 - Sie sind flexibel auf Klebeband oder sogar Papierträger: Semtech hat spezielle Sensor-Etiketten entwickelt, die auf dem Low-Power-Wireless-Netzwerkprotokoll basieren. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46179048 / Materiallogistik)