Transpazifischer Handelspakt Chipherstellung: Japan ruft zu engeren Beziehungen mit Taiwan auf

Von Sebastian Gerstl

Der weltweite Chipmangel wirkt sich spürbar auf die geopolitische Lage aus: Bei einem bilateralen Wirtschafts- und Handelstreffen am Dienstag sprachen sich japanische Regierungsvertreter für eine stärkere Zusammenarbeit mit Taiwan im Bereich der Halbleiterindustrie aus.

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Als Ausweg aus dem weltweiten Chipmangel ruft Japan zu engeren Beziehungen mit Taiwan auf. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Staaten soll intensiviert werden.
Als Ausweg aus dem weltweiten Chipmangel ruft Japan zu engeren Beziehungen mit Taiwan auf. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den asiatischen Staaten soll intensiviert werden.
(Bild: Clipdealer)

Um die einheimische Halbleiterindustrie anlässlich der weltweiten Chipkrise zu stärken, fokussiert sich Japan nicht nur auf eine reine Förderung der lokalen Halbleiterfertiger: Der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC plant, die Produktion neuer Wafer auch im asiatischen Inselstaat durchzuführen. Eine Beziehung, die japanische Wirtschafts- und Politikvertreter weiter vertiefen möchten.

Der Vorsitzende der Japan-Taiwan Exchange Association, Mitsuo Ohashi, lobte auf einem bilateralen Wirtschafts- und Handelstreffen vergangenen Dienstag die Pläne der Taiwan Semiconductor Manufacturing, nach Japan zu expandieren: „Ich hoffe, dass diese Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden kann und sich positiv auf die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten in Taiwan und Japan auswirkt,“ verkündete Ohashi in einer Videobotschaft am Rande des Treffens. „Auch wenn die Pandemie den Austausch zwischen Japan und Taiwan blockiert hat, haben sich die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Japan und Taiwan weiter vertieft“. Das bilaterale Wirtschaftstreffen zwischen Japan und Taiwan findet für gewöhnlich im jährlichen Wechsel in einem der beiden Länder statt wurde in diesem Jahr allerdings pandemiebedingt virtuell ausgetragen.

Japan unterstützt Taiwans Aufnahme in transpazifischen Handelspakt

Obwohl das von China beanspruchte Taiwan und Japan keine formellen diplomatischen Beziehungen haben, unterhalten sie enge inoffizielle Beziehungen. Sowohl Japan als auch Taiwan haben sich in der jüngeren Vergangenheit besorgt über die zuletzt weiter zunehmenden militärische Aktivitäten Chinas in der Nähe der beiden Inselstaaten geäußert. Neben TSMC sind in Taiwan weitere Auftragsfertiger von Halbleitern beheimatet. In der aktuellen Chipkrise werden deren Fertigungskapazitäten als Schlüssel gesehen, den aktuellen weltweiten Mangel an Chips zu beheben.

TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger von Chips, hatte im Herbst 2021 angekündigt, , ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Japan zu errichten. Auf der westjapanischen Insel Kyushu eine Chipfabrik im Wert von 7,6 Milliarden Dollar entstehen. Der Bau wird zusammen mit dem japanischen Sony-Konzern geplant.

Chiou I-jen, Vorsitzender der Taiwan-Japan Relations Association, dankte Japan dafür, dass es im September Taiwans Antrag auf Beitritt zum Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (CPTPP) unterstützt hat. Laut Chiou I-jen hoffe Taiwan darauf, dass beide Seiten so bald wie möglich einen „konstruktiven Dialog“ über den Beitritt Taiwans zu dem Handelspakt beginnen könnten.

„Taiwan ist von entscheidender Bedeutung für die weltweite Lieferkette, die Wirtschaft und den Handel“, sagte Chiou in einem japanischen Hotel in Taipeh. „Wenn (Taiwan) dem CPTPP beitreten kann, wird dies die Bedeutung und Sichtbarkeit dieses Paktes in der Weltwirtschaft erheblich steigern.“

Die Bewerbung Taiwans auf einen Beitritt zum CPTPP sorgt für Vertimmung in China. Der chinesischen Regierung stellt die Insel eine seiner Provinzen dar, die kein Recht auf die Merkmale eines souveränen Staates habe. Taiwan dagegen nimmt für sich in Anspruch, ein unabhängiges Land zu sein und hat geschworen, seine Freiheit und Demokratie zu verteidigen.

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