Chinesischer Huawei-Konzern reicht europaweit die meisten Patente ein

| Redakteur: Michael Eckstein

Weltweit Spitze: Europa ist besonders stark auf dem Gebiet der Medizintechnik.
Weltweit Spitze: Europa ist besonders stark auf dem Gebiet der Medizintechnik. (Bild: EPO European Patent Office)

Der chinesische Mobilfunkriese Huawei hat 2017 im Vergleich mit anderen Unternehmen die meisten Patente am Europäischen Patentamt eingereicht. Damit steckt das Unternehmen schon einmal den Claim für den Mobilfunk der nächsten Generation ab.

Das Europäische Patentamt (EPA) hat seinen Jahresbericht vorgelegt. Demnach stieg die Gesamtzahl der Anmeldungen im Jahr 2017 auf 165.590 – ein historischer Höchststand. Das entspricht einem Anstieg von rund vier Prozent. Deutschland legte bei europäischen Patentanmeldungen weiter zu. Die Zahl der Anmeldungen aus der Bundesrepublik ist gegenüber 2016 um 1,9 Prozent auf 25.490 gestiegen. Damit stammt rund jede dritte Patentanmeldung in Europa von einem deutschen Unternehmen. Die meisten Anmeldungen stellten die deutschen Unternehmen in den Technologiefeldern „Elektrische Maschinen, Geräte und Energie“, „Transport“ und „Messtechnik“.

Interessant dabei: Der chinesische Mobilfunkriese Huawei mit seiner Niederlassung in München meldete 2.398 Patente an – und ist damit europaweit der Top-Anmelder des vergangenen Jahres. Das komme nicht von ungefähr, sagt Dr. Song Liuping, Senior Vice President und Chief Legal Officer von Huawei: „Huawei investiert viel in Forschung und Entwicklung, so dass hohe Patentzahlen keine Überraschung sind.“ Diese Zahlen könnten in Zukunft steigen, da sich das Unternehmen zunehmend in die Standardisierung von Telekommunikationstechnologien der nächsten Generation wie 5G beteilige.

Hinter Huawei folgen Siemens mit 2220 und der koreanische LG-Konzern mit 2056 Patentanmeldungen im letzten Jahr. Im Bundesvergleich liegt Bayern mit 7541 Anmeldungen weit vor allen anderen Bundesländern. Damit konnten die Bayern ein Plus von 4,5 Prozent verbuchen. Spitzenreiter in Punkto Wachstum ist jedoch Bremen: Die Hansestadt meldete über 30 Prozent mehr Patente an als 2017.

Massive Investitionen in Forschung und Entwicklung

„Wir werden weiterhin in die Entwicklung und Anmeldung von Patenten investieren, um unser geistiges Eigentum zu schützen“, macht der Huawei-Manager klar. Von den 180.000 Huawei-Mitarbeitern weltweit seien etwa 80.000 oder 40 Prozent in irgendeiner Form in der Forschung und Entwicklung tätig. Jedes Jahr investiere Huawei mindestens zehn Prozent des jährlichen Umsatzes in Forschung und Entwicklung. In den kommenden Jahren sollen jährlich zwischen 10 und 20 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung fließen. In Deutschland ist Huawei seit 2001 tätig und beschäftigt mittlerweile über 2000 Mitarbeiter an 18 Standorten. In München befindet sich der Hauptsitz des Europäischen Forschungszentrums von Huawei.

Bis zum 31. Dezember 2017 hatte Huawei insgesamt 64.091 Patentanmeldungen in China und 48.758 Anmeldungen außerhalb Chinas eingereicht. 74.307 Patentanmeldungen wurden nach Angaben des Konzerns erteilt, 90 Prozent davon Erfindungspatente.

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