San'an Optoelectronics Chinesischer Halbleiterkonzern will konkretes Angebot für Osram vorlegen

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die seit Wochen anhaltenden Übernahme-Spekulationen bei Osram durch einen chinesischen Konzern scheinen einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge Gestalt anzunehmen.

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Osram-Firmenhauptsitz in München: Wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, möchte der chinesische Konzern San'an Optoelectronics den deutschen Leuchtenhersteller für 70 Euro pro Aktie übernehmen.
Osram-Firmenhauptsitz in München: Wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, möchte der chinesische Konzern San'an Optoelectronics den deutschen Leuchtenhersteller für 70 Euro pro Aktie übernehmen.
(Bild: Osram)

Bis Mitte des Monats wolle der chinesische Halbleiterkonzern San'an Optoelectronics ein "qualifiziertes Angebot" für die Übernahme des Münchner Lichtkonzerns vorlegen. Das berichtet die Onlineausgabe der "Wirtschaftswoche" am heutigen Donnerstag mit Berufung auf Verhandlungskreise. Der Preis läge demnach bei etwa 70 Euro pro Aktie. Am Mittwoch notierte das Papier zu Börsenschluss bei knapp 54 Euro.

Osram wollte sich dazu auf Anfrage des Magazins nicht äußern. San'an war wegen der Feiertage in China für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Im Juli hatte Osram sein Geschäft mit Leuchtstoffröhren, Glühbirnen und Energiesparlampen an einen chinesischen Investor verkauft.

Anfang September wurde bekannt, dass der Elektrokonzern Siemens-Kreisen zufolge den Verkauf seiner verbleibenden Osram-Aktien nach China prüft. Einer der möglichen Käufer des rund 17-prozentigen Anteils an der ehemaligen Lichttochter sei der chinesische Investor GSR Go Scale Capital, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg zu dem Zeitpunkt.

Osram hatte erst Anfang des Jahres sein traditionelles Lampengeschäft in ein separates Unternehmen (LEDvance) ausgegliedert und schließlich Ende Juli an das chinesische Konsortium MLS verkauft. Noch Anfang September kündigte Osram-Chef Olaf Berlien an, dass das Unternehmen derzeit prüfe, größere Investitionen in seinen Regensburger Standort sowie auf dem chinesischen Festland in Wuxi vorzunehmen. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Konzern den Aufbau einer neuen LED-Chipfabrik in Malaysia für insgesamt eine Milliarde Euro bis 2020 angekündigt.

Wie die Wirtschaftswoche weiter ausführt, hält sich die deutsche Politik – anders als noch im Fall der Übernahme des Roboterherstellers KuKa durch den chinesischen Midea-Konzern – aktuell noch zurück. Wie das Magazin aus dem Wirtschaftministerium erfahren habe, habe Osram durch den Verkauf des traditionellen Lampengeschäfts an ein chinesisches Konsortium im Frühsommer die chinesischen Interessenten erst angezogen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der im Juni in der WirtschaftsWoche ankündigte, er wolle eine europäische Debatte zur Definition strategisch heikler Übernahme anregen, hat seine Vorschläge zusammengestellt und will sie demnächst der Bundeskanzlerin präsentieren. Das will die Wirtschaftswoche aus Verhandlungskreisen erfahren haben.

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