Chinesischer Display-Hersteller will in Europa fertigen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Holitech ist ein chinesischer Display-Hersteller, der die komplette Wertschöpfung unter einem Dach abdeckt. Jetzt hat das Unternehmen seine Europa-Zentrale in München eröffnet.

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Die Repräsentanten der Holitech Technology Company und der Holtech Europe GmbH eröffnen die neuen Büroräume in München
Die Repräsentanten der Holitech Technology Company und der Holtech Europe GmbH eröffnen die neuen Büroräume in München
(Bild: Jürgen Heuser, Holitech Europe GmbH)

Auf dem asiatischen Markt ist Holitech bereits ein Branchenprimus unter den Display-Herstellern. In Europa ist der börsennotierte Konzern nahezu unbekannt. Das soll sich ändern. Am 13. Juli eröffnete Holitech sein Europa-Headquarter in München. In den nächsten Monaten stehen nun Marken- und Kundenaufbau auf dem europäischen Markt im Fokus. Auch der Aufbau einer hauseigenen Fertigung von Klein- und Mittelserien ist für die nächsten Jahre geplant.

Die Holitech Technology Corporation wurde 2004 in China gegründet und beschäftigt heute rund 24.000 Mitarbeiter. Mit einem Jahresumsatz von 2,56 Mrd. Euro (Ziel 2017) gehört der börsennotierte Konzern zu den größten Display-Herstellern weltweit. Doch in Europa ist der Name noch unbekannt. Und das, obwohl das Unternehmen die komplette Wertschöpfungskette unter einem Dach vereint, wie es Philipp Kirschenhofer, Geschäftsführer der Holitech Europe GmbH, beschreibt.

Im asiatischen Raum betreibt der Displayhersteller etwa 30 Fabriken für die eigene Produktion. „Das macht uns unabhängig von Komponenten-Zulieferern und wir können flexibel auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Zudem ermöglichen wir durch die vollständige Inhouse-Produktion auch interessante Preisgefüge“, erläutert Kirschenhofer weiter. Nun ist der europäische Markt in den Fokus des Display-Herstellers gerückt. Das Europabüro wurde in München eröffnet und man will von dort auch auf den europäischen Markt erobern.

Industrie-Displays und Smart Home

Die Produkte werden unterstützt durch aktive und passive TFT-LCDs mit Touch, OLED bis hin zu bistabilen E-Paper-Displays. Gerade E-Paper mit H-INK-Technik sind besonders für IoT und Smart Home interessant. Sie bieten einen hohen Kontrast und die Anzeige von Information ohne Stromverbrauch sind nur mit E-Paper realisierbar. Gemeinsam mit einem deutschen Telekommunikations- und Netzwerktechnikanbieter will Holitech im Herbst eine Thermostat-Applikation auf den Markt bringen. Die dabei verwendeten E-Paper-Produkte können kostengünstig produziert werden und sind vor allem für energiesparende Anwendungen optimal einsetzbar.

Als weitere Branche hat man die großen Automobilzulieferer im Blick, für die neben verschiedenen Display-Produkten auch spezielle Kamera- und Biometriemodule eine wichtige Rolle spielen.

Displays für den Automobilmarkt

Für die nächsten Jahre hat sich Holitech Europe ambitionierte Ziele gesteckt. „Auch wenn Holitech in Asien bereits sehr erfolgreich ist, müssen wir unsere Marke hier am europäischen Markt erst einmal etablieren. Wir werden in den kommenden Monaten unser Kunden- und Distributionsnetzwerk ausbauen und planen in den nächsten Jahren auch eine hauseigene Fertigung von Prototypen, Klein- und Mittelserien“, beschreibt Kirschenhofer die Pläne des Unternehmens. Allein in der Automotive-Branche strebt Holitech Europe für 2022 einen Umsatz von rund 380 Mio. US-Dollar an.

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