Industrielle Bildverarbeitung Chinas IBV-Markt explodiert und USA erfährt Re-Industrialisierung

Redakteur: Gerd Kucera

Asiens Lohnkosten steigen, Industrieproduktion kehrt von Übersee nach Amerika zurück. Welche Rolle hat jetzt IBV in den Weltmärkten? Kann Europa der Fernost-Konkurrenz noch Paroli bieten?

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Wettbewerbsfaktor IBV: Der CPU-Kern der mvBlueLYNX-X von MATRIX VISION ist mit bis zu 1 GHz getaktet. Ein DSP-Coprozessor sorgt für eine schnellere Bildverarbeitung durch parallele Verarbeitung von Pixeln. Das System eignet sich für die klassischen Bereiche der Machine Vision. Einsatzmöglichkeiten in anderen Anwendungsbereichen sind aufgrund der Grafikleistung und Schnittstellen-Vielfalt gegeben.
Wettbewerbsfaktor IBV: Der CPU-Kern der mvBlueLYNX-X von MATRIX VISION ist mit bis zu 1 GHz getaktet. Ein DSP-Coprozessor sorgt für eine schnellere Bildverarbeitung durch parallele Verarbeitung von Pixeln. Das System eignet sich für die klassischen Bereiche der Machine Vision. Einsatzmöglichkeiten in anderen Anwendungsbereichen sind aufgrund der Grafikleistung und Schnittstellen-Vielfalt gegeben.
(Bild: MATRIX VISION)

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie ist weiterhin auf solidem Wachstumskurs. Nach Auswertung der aktuellen Zahlen für das Jahr 2013 wurde das prognostizierte Wachstum des Branchenumsatzes um 5% auf knapp 1,6 Mrd. € erreicht. „Aufgrund der guten Auftragslage erwartet die deutsche Bildverarbeitungsbranche auch 2014 wieder ein Umsatzplus von fünf Prozent auf dann 1,64 Milliarden Euro“, konstatiert Patrick Schwarzkopf, Leiter VDMA Industrielle Bildverarbeitung.

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Patrick Schwarzkopf, Leiter VDMA Industrielle Bildverarbeitung: „Aufgrund der guten Auftragslage erwartet die deutsche Bildverarbeitungsbranche auch 2014 wieder ein Umsatzplus von fünf Prozent auf dann 1,64 Milliarden Euro.“
Patrick Schwarzkopf, Leiter VDMA Industrielle Bildverarbeitung: „Aufgrund der guten Auftragslage erwartet die deutsche Bildverarbeitungsbranche auch 2014 wieder ein Umsatzplus von fünf Prozent auf dann 1,64 Milliarden Euro.“
(Bild: VDMA)
„Impulse für die Nachfrage werden insbesondere aus Nordamerika und Asien erwartet. Dies bestätigt den Trend der vergangenen Jahre: Die Exporte nach Asien übertrafen 2012 erstmals das Ausfuhrvolumen in die europäischen Länder. Zwischen 2008 und 2012 hatten sich die Exporte nach Asien bereits mehr als verdoppelt. Im selben Zeitraum waren die Ausfuhren nach Amerika um 64 Prozent gestiegen, während die Lieferungen nach Europa weitgehend stagnierten.“ so Schwarzkopf weiter.

CEO-Statements zum BV-Markt in Europa, USA und Asien

Die Branchenleitmesse VISION war vor wenigen Wochen Veranstalter eines CEO Round Tables (Videokonferenz), der gemeinsam mit dem VDMA Industrielle Bildverarbeitung in Frankfurt stattfand. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die unterschiedliche Bedeutung der Bildverarbeitung auf den Weltmärkten Europa, USA und Asien.

Gesprächspartner vor Ort waren Dr. Dietmar Ley, Vorstandsvorsitzender Basler AG, Ahrensburg, Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer, VITRONIC, Wiesbaden sowie Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender VDMA Industrielle Bildverarbeitung und Geschäftsführer, MVTec Software GmbH, München. Für Europa waren zwei Fragen von besonderem Interesse: Wo steht die industrielle Bildverarbeitung (IBV) heute und wie wird sie sich weiterentwickeln? Welche Rolle spielt diese Technikdisziplin für die Industrialisierung Europas? Die Bedeutung der IBV zur Standortsicherung war hierbei ein zentrales Thema.

Mark Williamson, Director Corporate Market Development bei STEMMER IMAGING UK: „Die Bildverarbeitung übertrifft das Wachstum in den traditionellen industriellen Märkten. Das Wachstum ist von der Notwendigkeit höherer Effizienz getrieben und es ist festzustellen, dass der Kostendruck dies noch verstärkt. Kostensenkungen gibt es auch in der Bildverarbeitungstechnologie selbst. Das macht sie wirtschaftlicher und führt zu höherer Effizienz in allen Anwendungsbereichen. In der Zukunft wird sich dieser Trend verschärfen, mit Wachstumsraten von über zehn Prozent. Diese Entwicklung wird weiter anhalten und sich sogar noch beschleunigen.“

Wenn die Niedriglohnländer immer größere Anteile der globalen Industrieproduktion übernehmen, so meint Williamson, muss Europa, um wettbewerbsfähig zu bleiben, automatisieren, damit die Kosten niedrig und die Effizienz hoch gehalten werden. Industrielle Bildverarbeitung ist in seinen Augen eine kritische Automatisierungstechnologie, die es erlaubt, auf den Weltmärkten zu bestehen. Die Qualität der europäischen Produkte sei von zentraler Bedeutung und Bildverarbeitung stelle sicher, dass sie geliefert wird.

Ergänzendes zum Thema
Technologietage 2014 in Freiburg

Zum dritten Mal veranstaltet Pyramid Computer die Technologie-Tage VIEW in Freiburg (9. und 10. Oktober 2014). Im Mittelpunkt der Themen stehen beispielsweise aktuelle Entwicklungen und Trends rund um industrielle Bildverarbeitung, Touch Interfaces und Embedded Computing. Branchenexperten und Technologiepartner wie MATRIX VISION präsentieren spannende Zukunftsthemen wie USB3 Vision, 3D-Visualisierung, Real Time und Industrie 4.0. Die Freiburger Pyramid Computer entwickelt und produziert mit rund 100 Mitarbeitern IT-Systeme für Kunden in den unterschiedlichsten Branchen. Schwerpunkte sind Hardwarelösungen in den Bereichen Industrie/Imaging PCs, Network & Security für ISVs (Server-Appliances) und IT-Systeme für den Handel.

Donato Montanari, Machine Vision Business Unit General Manager bei Datalogic Automation in Italien ergänzt: „Verbraucher weltweit und besonders in Europa werden qualitätsbewusster. Sie möchten die Qualität wahrnehmen und erleben, wenn sie das Produkt sehen. Deswegen müssen Unternehmen diese Produkte immer besser kontrollieren. Das bringt die Anwendungen der Bildverarbeitung voran und die IBV selbst wird diese Entwicklung in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren antreiben. Die andere Auswirkung dieses Qualitätsanspruches ist, dass nicht nur produzierende Firmen, sondern auch deren Zulieferer, Kontrollfunktionen in ihrer Fließfertigung haben müssen, weil die Rückverfolgbarkeit von Produkten und Zulieferern zu einem wichtigen Schlüsselfaktor wird.“

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