Frankreich überholt die USA

China ist größter deutscher Handelspartner

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

China war der wichtigste Handelspartner für Deutschland im Jahr 2016. Trotz einer leichten Abschwächung bei den deutschen Exporten über den Atlantik, bleiben die Vereinigten Staaten weiterhin wichtigster Absatzmarkt.
China war der wichtigste Handelspartner für Deutschland im Jahr 2016. Trotz einer leichten Abschwächung bei den deutschen Exporten über den Atlantik, bleiben die Vereinigten Staaten weiterhin wichtigster Absatzmarkt. (Bild: Gemeinfrei / CC0)

Die Volksrepublik China ist im vergangenen Jahr zum wichtigsten deutschen Handelspartner aufgestiegen. Der bisherige Spitzenreiter USA musste nicht nur dem Reich der Mitte den Vortritt lassen, sondern wurde auch von Frankreich verdrängt und befindet sich nun auf dem Bronzerang im Wirtschaftsranking.

China ist der wichtigste Handelspartner für Deutschland und löst die USA als Spitzenreiter ab. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Maßgeblich für das Zurückfallen der USA war ein nennenswerter Export-Rückgang.

Trotz einer ebenfalls leichten Abschwächung bei den deutschen Exporten über den Atlantik, bleiben die Vereinigten Staaten weiterhin wichtigster Absatzmarkt für deutsche Produkte. Das Zurückfallen der USA bei den addierten Handelswerten kann aber nicht mit dem sogenannten Trump-Effekt begründet werden. Es sei jedoch damit zu rechnen, dass sich die Verunsicherung, die durch den Kurs des neuen US-Präsidenten hervorgerufen worden seien, in Zukunft negativ auf Handel und Investitionen auswirke, erklärte Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Die summierten Importe und Exporte zwischen China und Deutschland beliefen sich im Jahr 2016 auf knapp 170 Milliarden Euro. Auch Frankreich zog an den US-Amerikanern vorbei und belegt mit 167 Milliarden Euro nun den zweiten Rang. Die mit Deutschland getätigten In- und Exporte der USA beziffern sich auf 165 Milliarden Euro.

Das Spitzentrio trennt somit lediglich eine Differenz von fünf Milliarden Euro. Kumuliert weisen die drei Staaten eine Handelssumme über eine halben Billion Euro auf (502 Mrd.). Von einer raschen Rückkehr der USA an die Spitzenposition glauben Experten hingegen vorerst nicht.

„Das wird erstmal so bleiben. Die chinesische Wirtschaft wächst zwar nicht mehr wie in den Boom-Jahren mit zweistelligen Raten, aber deutlich kräftiger als andere Länder.“, analysiert Volker Treier von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) gegenüber Reuters. Im letzten Quartal 2016 sei das Exportvolumen nochmalig um 17 Prozent nach oben geschnellt, erläutert der Außenwirtschaftschef der DIHK.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums folgend, sei es das Ziel, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Allerdings müsse gegenüber der chinesischen Regierung auch deutlich gemacht werden, dass man faire Wettbewerbsbedingungen als sehr wichtig erachte. „Deutschland ist eine offene Volkswirtschaft und setzt sich weltweit für freien und fairen Handel ein.“, so die Sprecherin gegenüber Reuters. „Das gilt gegenüber allen Handelspartnern, auch gegenüber China oder den USA.“

Chinas Spitzenposition ist vor allem auf den starken Export nach Deutschland zurückzuführen. Waren im Wert von 94 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr aus China eingekauft. Größter Abnehmer für deutsche Waren bleiben hingegen die USA, deren Bilanzsumme sich auf knapp 107 Milliarden Euro beziffert.

Nach Frankreich gingen waren im Wert von 101 Milliarden Euro. Den größten Handelsüberschuss erwirtschaftete Deutschland hingegen mit Großbritannien. Die Exporte übertrafen die Importe um 50 Milliarden Euro.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44543702 / Nachrichten)