Vorprodukt für Halbleiterfertigung China erlaubt Siltronic-Übernahme durch Globalwafers unter Auflagen

Von Michael Eckstein

Der Münchener Wafer-Hersteller Siltronic darf an das taiwanesische Unternehmen Globalwafers verkauft werden – zumindest aus chinesischer Sicht. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft noch etwaige Auswirkungen auf die nationale Sicherheit und Versorgungssicherheit für die Chipindustrie. Der Deal steht auf der Kippe.

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Siltronic stellt riesige Silizium-Einkristalle her – die Grundlage nahezu aller Halbleiter-ICs. Das Geschäft läuft prächtig, da Chips gefragt sind wie nie.
Siltronic stellt riesige Silizium-Einkristalle her – die Grundlage nahezu aller Halbleiter-ICs. Das Geschäft läuft prächtig, da Chips gefragt sind wie nie.
(Bild: Siltronic)

Der taiwanesische Chip-Zulieferer Globalwafers hat für die geplante Übernahme des Münchner Waferherstellers Siltronic grünes Licht aus China erhalten. Die chinesische Wettbewerbsaufsicht erteilte am Freitag unter Auflagen die Genehmigung für die knapp 4,4 Milliarden Euro schwere Transaktion. Demnach muss Globalwafers binnen sechs Monaten sein Geschäft rund um das sogenannte Zonenziehverfahren verkaufen – eine Herstellungsvariante für Siliziumwafer. Zudem muss der Konzern weiterhin chinesische Kunden beliefern.

Damit ist der Deal aber noch nicht in trockenen Tüchern. Denn noch steht die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums in Deutschland aus. Wie ein Ministeriumssprecher sagte, laufen die Gespräche noch. Liegt die Zustimmung nicht bis zum 31. Januar vor, platzt der Deal nach Angaben von Siltronic.

Auswirkungen auf die nationale Sicherheit und Versorgungssicherheit werden geprüft

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft mögliche negative Auswirkungen auf die nationale Sicherheit und die Versorgungssicherheit für die Chipindustrie. Es nimmt das Vorhaben bereits seit über einem Jahr unter die Lupe. Bei der Entscheidung geht es auch darum, ob Deutschland zukunftsorientierte Technologien in ausländische Hände gibt. Außerdem spielen außenpolitische Spannungen eine Rolle.

Mitte Januar hatte Siltronic mit Blick auf Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium mitgeteilt, bis dato keine Angaben dazu erhalten zu haben, „ob und unter welchen Umständen eine außenwirtschaftsrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung“ für die öffentliche Übernahme von Siltronic durch Globalwafers erteilt werden könne. Die Transaktion könne nicht vollzogen werden, wenn das Ministerium „nicht am oder vor dem 31. Januar 2022 eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt“.

Mit Material von dpa

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