Chef von Texas Instruments tritt nach Fehlverhalten zurück

Redakteur: Sebastian Gerstl

Erst am 1. Juni 2018 war Brian Crutcher zum neuen CEO bei Texas Instruments aufgestiegen. Nun musste er nach nur eineinhalb Monaten seinen Posten wieder räumen. Crutcher habe gegen interne Verhaltensregeln verstoßen, teilte das Unternehmen mit.

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Nach nur knapp sieben Wochen musste Brian Crutcher den Posten als CEO von Texas Instruments wieder räumen. Er ist der dritte Chef eines Chipunternehmens, der in diesem Quartal wegen internem Fehlverhalten den Posten aufgeben musste.
Nach nur knapp sieben Wochen musste Brian Crutcher den Posten als CEO von Texas Instruments wieder räumen. Er ist der dritte Chef eines Chipunternehmens, der in diesem Quartal wegen internem Fehlverhalten den Posten aufgeben musste.
(Bild: Texas Instruments)

Der neue Chef des Chipkonzerns Texas Instruments hat seinen Posten nach nur eineinhalb Monaten wieder räumen müssen. Brian Crutcher sei zurückgetreten, weil er gegen interne Verhaltensregeln verstoßen habe, teilte Texas Instruments nach US-Börsenschluss am Dienstag mit. Es gehe um sein persönliches Verhalten, das unethisch gewesen sei, aber nichts mit Finanzen oder dem operativen Geschäft zu tun habe, hieß es.

Crutcher, der seit mehr als 20 Jahren bei Texas Instruments gearbeitet hatte, war erst am 1. Juni zum Firmenchef aufgestiegen. Nun kehrt sein Vorgänger Rich Templeton dauerhaft an die Spitze zurück. Er hatte zuvor Texas Instruments 14 Jahre lang geführt und noch den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten. Es werde nicht nach einem neuen Chef gesucht, betonte das Unternehmen.

Nähere Details zu Crutchers Fehlverhalten wurden nicht bekannt. Erst vor wenigen Wochen war beim Chipgiganten Intel der langjährige Chef Brian Krzanich wegen einer Jahre zurückliegenden Affäre mit einer Mitarbeiterin zurückgetreten. Für Intel-Manager gelten sehr strenge Regeln bezüglich privater Beziehungen innerhalb des Unternehmens.

Und Ende Juni verlor beim Chipspezialisten Rambus Firmenchef Ron Black seinen Job - weil sein Verhalten nicht den Standards des Unternehmens genügt habe, hieß es ohne weitere Einzelheiten.

Den Namen Texas Instruments kennt man unter anderem von den Taschenrechnern, mit denen die Firma über Jahrzehnte erfolgreich war. Später produzierte sie auch Kommunikationschips und spezialisiert sich aktuell auf Halbleiter, die Signale von Sensoren verarbeiten, zum Beispiel zur Temperaturmessung.

Zusammen mit dem Chefwechsel gab Texas Instruments auch bekannt, dass der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf 4,02 Milliarden Dollar zugelegt habe. Ausführliche Zahlen soll es kommende Woche geben.

Wie das Handelsblatt angibt, waren mehr als 400 Top-Manager und Angestellte laut einer Studie der Krisenberatungsfirma Termin & Co. in den vergangenen 18 Monaten der Belästigung oder eines anderen Fehlverhaltens beschuldigt worden. 193 wurden demnach entlassen oder haben gekündigt. Seit den Anschuldigungen diverser Schauspielerinnen gegen den einstigen Film-Mogul Harvey Weinstein und der daraus resultierenden #metoo-Bewegung ist es auch verstärkt zu Überprüfungen des Verhaltens von Managern gekommen. (mit Material von dpa-AFX)

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