Mehr als heiße Luft?

CDU- und Linken-Politiker fordern fixes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Verkehrspolitiker der CDU und der Linkspartei fordern ein bindendes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren in Deutschland.
Verkehrspolitiker der CDU und der Linkspartei fordern ein bindendes Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren in Deutschland. (Bild: Clipdealer)

Großbritannien plant ab 2040 ein Verbot von Diesel- und Benzinautos. Das berichten britische Medien unter Berufung auf die britische Regierung. In Deutschland sorgt dies bei manchen Politikern für Schnappatmung, weshalb nun ebenfalls ein Ausstiegsdatum festgelegt werden soll.

Als in Norwegen im vergangenen Jahr die ersten Überlegungen die Runde machten, ab 2025 nur noch reine Elektrofahrzeuge (auch keine Hybrid-Fahrzeuge) zuzulassen, fielen die politischen Reaktionen in Deutschland verhalten aus. Zu leichten Irritationen kam es hingegen bereits vor drei Wochen, als Frankreich offiziell bekanntgab, ebenfalls ab 2040 auf Verbrennungsmotoren verzichten zu wollen. Doch das Fass zum Überlaufen bringt nun offenbar Großbritannien.

Die Briten wollen nach übereinstimmenden Medienberichten nach dem Brexit ein weiteres Mal Lebewohl sagen: Identisch zu den französischen Plänen, sollen ab 2040 nur noch Elektrofahrzeuge verkauft und neu zugelassen werden dürfen. Dem Verbrennungsmotor geht es also offensichtlich an den Kragen.

Wahlkampf-Geschrei oder ernsthafte Überlegungen?

Apropos Kragen: Eben jener ist nach der britischen Ankündigung dem CDU-Verkehrspolitiker Oliver Wittke geplatzt. „Den Abschied von der Verbrennungstechnologie werden wir kurzfristig einleiten müssen“, sagte Wittke am Mittwoch im Deutschlandfunk. Es gehe nicht an, dass Großbritannien hier den „Taktgeber" spiele, das europäische Automobilland schlechthin aber hinterherhinken würde.

Ziel sei es dabei nach Möglichkeit eine einheitliche Regelung mit den europäischen Partnern zu finden und einen verbindlichen Rahmen zu schaffen, so Wittke weiter. Der ideale Zeitpunkt für ein derartiges Austrittsszenario müsse allerdings noch abgeklärt werden. Auch der Verkehrspolitiker der Linken Herbert Behrens forderte im ARD-Morgenmagazin klare zeitliche Entscheidungen für eine Abkehr von fossilen Energieträgern im Verkehr.

Kartellvorwürfe im Fokus beim Diesel-Gipfel

Beide Verkehrspolitiker forderten zudem eine vollständige Aufklärung der möglichen Kartellverstöße der deutschen Autobauer. Hierzu soll sich beim sogenannten Diesel-Gipfel Anfang August näher ausgetauscht werden. Wenn es Rechtsverstöße gegeben habe, müssten diese auch mit empfindlichen Strafen sanktioniert werden. „Da wird kein Weg daran vorbeiführen", so Wittke.

Herbert Behrens forderte die Kartellvorwürfe beim Diesel-Gipfel ins Zentrum zu rücken. Wie beim Abgasskandal sehe er massive Verfehlungen der Politik im Umgang mit den Vorgängen. Der Diesel-Gipfel dürfe nicht die “alte Tagesordnung" verfolgen, sondern müsse auch über die neuen Vorwürfe sprechen.

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Der Schwachsinn lässt sich augenblicklich nicht mehr steigern , ich bin sehr gespannt wie diese...  lesen
posted am 26.07.2017 um 13:45 von r.wolf

1) Wieso orientieren sich die Wahlkämpfer nicht an Indien? 2) Gerade die Linken. Wie war das mit...  lesen
posted am 26.07.2017 um 13:05 von Unregistriert

Es gehe nicht an, dass Großbritannien hier den „Taktgeber spiele, das europäische Automobilland...  lesen
posted am 26.07.2017 um 12:42 von Unregistriert


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