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Logistik CargoLifter ist zurück und transportiert Schwerlasten per Ballonkran durch die Luft

| Redakteur: Margit Kuther

Schwerlasttransporte zu Land sind aufwändig und extrem teuer. Denn es gilt, viele Hindernisse zu überwinden. Ballonkräne heben einfach ab und fliegen auf direktem Weg ans Ziel.

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Ballonkran: Auf dem Luftweg lassen sich auch Schwerstlasten bequem ans Ziel transportieren
Ballonkran: Auf dem Luftweg lassen sich auch Schwerstlasten bequem ans Ziel transportieren
(Bild: CargoLifter)

CargoLifter S.A. ist von diesem Konzept so überzeugt, dass das Unternehmen ein Comeback nach dem Konkurs 2002 anstrebt.

Maschinen- und Anlagenbauer haben oft das Problem, große Anlagen aus dem Herstellerwerk an den Platz, an dem die Anlage schließlich in Betrieb gehen soll, zu transportieren. Die Planung und Durchführung eines solchen Transports verschlingen nicht selten Millionen, die Durchschnittsgeschwindigkeit der Transporte beträgt ca. 8 km/h.

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Flugzeuge und Hubschraubern fehlt meist die nötige Tragkraft und Ausdauer. Denn der Auftrieb muss aufwendig dynamisch erzeugt werden. Ballonkräne sind hierfür bestens geeignet.

CargoLifter S.A. hat seinen Sitz in Luxemburg

2002 ging CargoLifter im brandenburgischen Brand mit seinem Luftschiff in Konkurs. Seit einigen Monaten gibt es das Unternehmen wieder – mit Sitz in Luxemburg. Gleichgeblieben ist die Produktidee: Ballonkransysteme, die überall dort schwere Lasten heben können, wo Kräne versagen. Das Unternehmen heißt nun CargoLifter S.A. und hat seinen Sitz seit dem 6. Oktober 2011 in Luxemburg.

„Die erste kommerzielle Anwendung ist in Vorbereitung“, so Carl-Heinrich von Gablenz, der bereits Chef von Cargolifter war. Luxemburg sei Sitz der Betreiberfirma und nicht Deutschland, „weil das Land auf uns zugekommen ist. Dort ist man an Innovationen interessiert“, sagt der 59-Jährige.

Von Gablenz ist nach wie vor von seiner Idee überzeugt. „Große Maschinen- und Anlagenbauer sind an der Idee des Cargolifters sehr interessiert und stehen dem Projekt nahe“, erklärt von Gablenz. „Schließlich ist alles, was nicht im Container und auf der Straße zu transportieren ist, ein Problem. Da bleibt nur noch eine Formel: der Luftweg. Luftige Lösungen für Lasten eben.“

Der studierte Jurist mit Bankerfahrung denkt an Krisengebiete ebenso wie an Windkraftanlagen. Von Luxemburg aus soll der Neustart nun gelingen. Der Clou beim Ballon als Kran ist, dass über Winden und Seile ein vergleichsweise ruhig schwebender Kranknoten mit Haken in der Luft möglich ist, selbst wenn der Ballon darüber wackelt. Das System ist patentiert - und sei trotz des Schwebens in der Luft nicht besonders windanfällig.

Der Ballon-Kran habe die gleichen Wind-Einschränkungen wie ein Standardkran, heißt es. In Tests wurde das System bereits mit einem Aussichtsballon mit 22 Meter Durchmesser im Göltztal im Vogtland erfolgreich erprobt. Jetzt wird ein kleiner Ballon mit gut 13 Meter Durchmesser sowie ein etwas größerer mit 27 Meter Durchmesser für Lasten bis zu fünf Tonnen beschafft. Mit noch größeren Ballons wären auch 20 Tonnen Nutzlast oder mehr möglich.

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