Fraunhofer

Car2Car-Kommunikation – Autos im Zwiegespräch

| Autor / Redakteur: Tim Schröder* / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Autos sollen künftig miteinander kommunizieren und ihr Verhalten selbstständig aufeinander abstimmen. Noch steckt diese Car2Car-Kommunikation in den Kinderschuhen, mit einer großen Simulations- und Testsoftware entwerfen Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher jetzt Konzepte für ein sicheres Miteinander auf den Straßen.
Autos sollen künftig miteinander kommunizieren und ihr Verhalten selbstständig aufeinander abstimmen. Noch steckt diese Car2Car-Kommunikation in den Kinderschuhen, mit einer großen Simulations- und Testsoftware entwerfen Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher jetzt Konzepte für ein sicheres Miteinander auf den Straßen. (Bild: © monicaodo - Fotolia)

Autos sollen künftig miteinander kommunizieren und ihr Verhalten selbstständig aufeinander abstimmen. Noch steckt diese Car2Car-Kommunikation in den Kinderschuhen, weil dafür viele verschiedene Technologien perfekt ineinandergreifen müssen. Mit einer großen Simulations- und Testsoftware, einem Framework, entwerfen Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher jetzt Konzepte für eine zuverlässige Kommunikation zwischen den Autos und ein sicheres Miteinander auf den Straßen.

Die Autos der Zukunft werden sich miteinander unterhalten – so viel ist sicher. Sie warnen sich gegenseitig vor einem Unfall, der sich versteckt hinter einer Kurve ereignet hat, oder sie stimmen sich beim Einfädeln an der Autobahnauffahrt ab, damit die Wagen problemlos einscheren können. Das Zwiegespräch zwischen Autos bezeichnen Experten als Car2Car-Kommunikation – Kommunikation von Auto zu Auto. Diese Idee ist schon einige Jahre alt. Doch obwohl viele Forscher daran arbeiten, gibt es eine solche automatische Absprache zwischen Fahrzeugen bis heute nicht.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele verschiedene Technologien perfekt ineinander greifen müssen, damit sich die Autos verlässlich abstimmen können. Geht zum Beispiel ein Fahrzeugcomputer beim Einfädeln an der Autobahn davon aus, dass die anderen Wagen automatisch Platz machen, wäre es fatal, wenn diese wider Erwarten stur weiterfahren.

Standards für die Car2Car-­Kommunikation

Vor zwei Jahren hat das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) erste Kommunikationsstandards für die Car2Car-Kommunikation festgelegt, etwa den Standard ITS-G5, eine Art Auto-WLAN. Das ist jedoch nur der erste Schritt. Denn bevor sich Autos sicher miteinander abstimmen können, müssen die Bordcomputer der Autos in der Lage sein, anhand Informationen die richtige Entscheidung zu treffen.

Zum einen erhalten sie von den Bordsensoren Messwerte, wie zum Beispiel den Abstand zum Vordermann. Aber zum kooperativen Fahren gehört mehr. Ein Auto muss künftig auch die Situation um sich herum verstehen können. Es gilt, den Verkehrsfluss richtig zu interpretieren, der sich permanent ändert, etwa wenn im dichten Verkehr ein Fahrzeug scharf bremst.

Auch muss der Bordcomputer wissen, welche anderen Verkehrsteilnehmer sich in Reichweite befinden – je nach Landschaft kann sich das innerhalb von Sekunden ändern. Eine weitere Aufgabe des Rechners ist es, Karten- und Navigationsdaten zu verarbeiten.

Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Nachricht von einem Auto tatsächlich die relevanten Fahrzeuge in der Nähe erreicht. Bislang fehlte es an einer Möglichkeit, all diese verschiedenen Aspekte zu einem großen Abbild der Realität zu verknüpfen, um damit die Car2Car-Kommunikation und das Verhalten von Autos zu simulieren.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44007136 / Technologie & Forschung)