Auto-Infotainment CAR-Plattform von QNX öffnet die Tür für Android-Applikationen

Redakteur: Franz Graser

QNX, der kanadische Spezialist für Embedded-Systeme, unterstützt in der Version 2.1 seiner CAR-Plattform sowohl Android-Apps als auch Anwendungen und grafische Benutzeroberflächen, die mit dem Qt-Framework entwickelt wurden.

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Die Version 2.1 der Car-Plattform von QNX unterstützt Android-Apps sowie Applikationen und Benutzeroberflächen, die mit dem Anwendungs-Framework Qt erstellt worden sind.
Die Version 2.1 der Car-Plattform von QNX unterstützt Android-Apps sowie Applikationen und Benutzeroberflächen, die mit dem Anwendungs-Framework Qt erstellt worden sind.
(Bild: QNX)

Mit CAR 2.1 geht die Integration mobiler Inhalte noch ein Stück weiter als beim Vorgänger, der bereits HTML5-basierte Applikationen unterstützte. „Android ist für uns einfach ein weiterer Applikations-Container“, sagt Andy Gryc, Senior Product Marketing Manager für den Bereich Automotive bei QNX, im Gespräch mit der ELEKTRONIKPRAXIS. „Android ersetzt nicht das Betriebssystem an sich. Wir sehen es als eine Ergänzung zum Betriebssystem. Es ist ähnlich wie bei HTML5 – HTML 5 läuft im Kontext des Browsers. Wenn man Android-Inhalte einbringen möchte, dann laufen die in einer virtuellen Maschine, die oberhalb des QNX-Betriebssystems angesiedelt ist.“

Hier macht sich die Erfahrung bezahlt, die QNX bereits als Betriebssystemlieferant für den Smartphone-Hersteller Blackberry gemacht hat. Auch die aktuellen Blackberry-Handys können Android-Applikationen verarbeiten. Hierfür wurde, wie Andy Gryc erläutert, die virtuelle Maschine namens Dalvik von Android für das QNX-Betriebssystem portiert. „Im Prinzip setzen wir unsere Arbeit, die wir im Smartphone-Bereich gemacht haben, jetzt für das Automobilsegment sein“, erläutert QNX-Marketier Gryc.

Die Nutzung der portierten Dalvik-Engine als Applikations-Container soll auch der Systemsicherheit zugute kommen. Die Android-Inhalte sind somit gegenüber dem Betriebssystem und der Benutzeroberfläche gekapselt, dem Überspringen zweifelhafter Web-Inhalte auf das Gesamtsystem sollen somit enge Grenzen gesetzt sein.

Da CAR 2.1 außerdem das Anwendungs-Framework Qt 5 unterstützt, haben Entwickler eine Fülle von Möglichkeiten, Applikationen und grafische Benutzeroberflächen zu erstellen. Qt erlaubt die Hardwarebeschleunigung auf Basis des Standards OpenGL ES 2.0. Entwickler von Mensch-Maschine-Schnittstellen können zwischen C/C++-Code oder einer Javascript-Engine für die Programmierung wählen. Last but not least ist erlaubt Qt die Verwendung von Zustandsautomaten. Entwickler können somit ereignisgesteuerte Benutzeroberflächen mit Hilfe grafischer Werkzeuge modellieren und umsetzen.

Weitere Neuerungen bestehen in verbesserten Energiesparfunktionen, kürzeren Aufstartzeiten und der Unterstützung für eine Reihe von Hardware-Plattformen wie i.MX 6 Dual und i.MX 6 Quad von Freescale, Tegra 3 von Nvidia sowie OMAP 5 und Jacinto 5 Eco von Texas Instruments.

Laut Andy Gryc von QNX wird die überarbeitete Plattform im Herbst 2013 auf den Markt kommen. Ab Juli haben ausgewählte Automobilkunden die Möglichkeit, das System im Rahmen eines Early-Access-Programms zu evaluieren.

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