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Kaspersky-Lab-Studie Bundestagswahl per Online-Stimmabgabe?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Im September 2017 findet die Bundestagswahl statt und Kaspersky Lab hat sich die Frage gestellt: Welche Einstellung haben die Deutschen gegenüber politischen Online-Wahlen und welche Gefahren drohen durch Manipulation? Lesen Sie hier die durchaus überraschenden Ergebnisse.

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Im September 2017 findet die Bundestagswahl statt und Kaspersky Lab hat sich die Frage gestellt: Welche Einstellung haben die Deutschen gegenüber politischen Online-Wahlen und welche Gefahren drohen durch Manipulation?
Im September 2017 findet die Bundestagswahl statt und Kaspersky Lab hat sich die Frage gestellt: Welche Einstellung haben die Deutschen gegenüber politischen Online-Wahlen und welche Gefahren drohen durch Manipulation?
(Bild: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann)

Die von Statista im Auftrag von Kaspersky Lab durchgeführte Studie hält einige Überraschungen parat: Ganze 56 Prozent, und somit die Mehrheit der wahlberechtigten Deutschen, würde gerne bei der kommenden Bundestagswahl den Stimmzettel online abgeben. Ebenfalls 56 Prozent glauben, dass sich durch Online-Wahlen die Wahlbeteiligung signifikant erhöhen und zeitgleich der bürokratische Aufwand eindämmen lassen könnte.

Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind

Dass der Mensch nicht immer rational denkt, offenbart der Themenschwerpunkt Datenschutz. 29 Prozent der über 3.000 Befragten gab an, dass sie ihre Daten für nicht sicher halten. Paradox: Knapp 40 Prozent würden zeitgleich aber einer Online-Wahl vertrauen.

Jeder Zweite äußerte, dass er seine Daten für grundlegend unsicher halte. Aber nur 37 Prozent hätten gerne mehr Datenschutz. 49 Prozent vermuten weiterhin, dass der gläserne Bürger bereits real ist. Jeder Dritte hält diese Transparenz aber auch für unerlässlich, um die Cybersicherheit gewährleisten zu können.

Die ältere Generation zeigt sich aufgeschlossener

28 Prozent der Befragten lehnen eine digitale Stimmabgabe strikt ab, während jeder Sechste nicht exakt weiß, wie er zu diesem Thema stehen soll. Doch die absolute Mehrheit denkt positiv: Kumulierte 56 Prozent äußerten, dass sie eine Online-Wahl gerne oder sogar sehr gerne haben wollen würden.

Wer nun glaubt, dass speziell die jüngeren Deutschen eine Online-Wahl präferieren würden, der irrt: Zwar hätten auch gerne 51 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die Option einer Online Wahl, doch bei den über 50-Jährigen sind es knapp 60 Prozent. Ein entscheidendes Kriterium stellt dabei die Möglichkeit der ortsunabhängigen Wahl dar.

Doch auch hier zeigt sich: Die Jugend gibt sich eher passiv. Diese würde, wenn es die Option einer Online-Wahl gäbe, am liebsten in einem extra dafür vorgesehenen Terminal, beispielsweise in der Post oder einer Bank, ihre Stimme abgeben.

Informationen möchten sie alle

Bei der Frage, ob und wie umfassend über die Abläufe beziehungsweise das technische Verfahren des Online-Wahlprozesses informiert werden soll, gaben über 94 Prozent an, dass daran Interesse bestünde. 57 Prozent hätten gerne alle Details, immerhin noch jeder Dritte hätte zumindest gerne eine grundlegende Erklärung.

Ob sie diesem technischen Prozess auch vertrauen würden, führte wiederum zu sehr diversifizierten Aussagen. 39 Prozent gaben an, dass sie einem derartigen Szenario vollkommen oder zumindest eher vertrauen würden, während 27 Prozent dies vollkommen oder eher verneinten. Ein Drittel konnte sich keine eindeutige Meinung bilden.

Auch hier ist eine eindeutige Differenzierung nach Altersgruppen möglich. Die 18- bis 29-Jährigen vertrauen den technischen Prozessen nur zu 28 Prozent. Der Wert steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Bei den über 50-Jährigen sind es bereits 44 Prozent und somit fünf Prozentpunkte über dem Durchschnittswert.

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