Bundestagswahl – Diese 8 Punkte fordert der VDI

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Nachhaltig planen und bauen

Gute Wohnstandards in nachhaltig und energieeffizient entwickelten Gebäuden sind wichtige Voraussetzungen für lebenswerte Städte und Gemeinden. Da rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs auf die Klimatisierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden entfallen, liegen hier enorme Energieeffizienzpotenziale. Leider hat die Politik es in den vergangenen Jahren versäumt, entsprechende Maßnahmen und Anreizsysteme – insbesondere für Bestandsimmobilien – zu schaffen, um die ambitionierten Ziele (Reduktion um 80 Prozent Primärenergieverbrauch bis 2050 im Gebäudebereich) zu erreichen.

Insbesondere die fehlenden steuerlichen Abschreibungsmodelle für Energieeffizienzmaßnahmen im Bestand und im Neubau für Wohn- und Nichtwohngebäude wirken sich negativ auf die Sanierungsquoten aus. Die grundsätzlich sinnvolle Zusammenfassung von Energieeinsparverordnung, Erneuerbare-WärmeGesetz (EWG) und Energieeinsparungsgesetz in einem Gebäudeenergiegesetz wurde leider nicht umgesetzt und muss in der 19. Legislaturperiode unbedingt wieder auf die Agenda der Politik.

In Deutschland haben Gebäude und deren technische Ausrüstung einen hohen Qualitätsstandard. Neue Erkenntnisse über Schadstoffe in der gebauten Umwelt (z. B. asbesthaltige Fliesen und Spachtelmassen) müssen jedoch dazu führen, dass das gesundheitliche Gefährdungspotenzial neu bewertet wird. Der VDI empfiehlt hierzu dringend die Novellierung der Asbestrichtlinie und der Gefahrstoffverordnung.

Die Anforderungen an das urbane Umfeld stehen vor einem großen Wandel. Immer mehr Menschen wollen in Städten leben und arbeiten. Die Einflüsse des demografischen Wandels erfordern ein gesteigertes Maß an Barrierefreiheit sowohl in Gebäuden als auch im öffentlichen Raum. Der VDI empfiehlt daher, die Förderung der Umgestaltung von Wohnraum in barrierefreie Wohnungen enger mit der Förderung des energetischen Umbaus zu verknüpfen.

Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Infrastrukturprojekten politisch besser verankern

Um Barrieren im öffentlichen Raum zu reduzieren, sollte die Förderung von Stadtumbauplänen immer mit einem verpflichtenden barrierefreien Stadtumbau verbunden werden. Der Ausbau der Infrastruktur wird in Deutschland immer mehr zu einem zentralen Engpass bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Aufgaben. Die Umsetzung der Energiewende wird durch den verzögerten Netzausbau gebremst und der unzureichende Ausbau der Verkehrsinfrastruktur behindert effiziente Mobilität.

Akzeptanzprobleme vor Ort stellen weiterhin ein politisch brisantes Problem dar. Gute und verlässliche staatliche Planungsstrukturen, die öffentliche Beteiligung früh integrieren, sind daher eine wesentliche Voraussetzung bei öffentlichen Vorhaben. Die Schaffung eines bundesweiten, öffentlich finanzierten Kompetenzzentrums Bürgerbeteiligung und Planung für die Stärkung der Kompetenzen von Vorhabenträgern und Behörden wäre aus Sicht des VDI ein wichtiger Schritt.

Auch die Verzahnung der informellen mit den formellen Verfahren sollte genauer geregelt werden. Darüber hinaus sind die Kompetenzen in der öffentlichen Verwaltung für frühe informelle Öffentlichkeitsbeteiligung zu verbessern

Wettbewerbsvorteil Ressourceneffizienz nutzen

Ressourceneffizienz ist ökonomisch wie ökologisch sinnvoll und eine wichtige Grundlage für eine nachhaltig ausgerichtete Industriepolitik. Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz können Kosten senken und Arbeitsplätze sichern. Nur durch eine konsequente Verbesserung der Effizienz bei der Nutzung natürlicher Ressourcen können Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch entkoppelt werden.

Auch in der kommenden Legislaturperiode sollte der weitere Ausbau einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft Schwerpunkt der Ressourceneffizienzpolitik sein. Die betriebliche Effizienzberatung muss weiter ausgebaut werden.

Der VDI empfiehlt hier die Entwicklung eines neuen bundesweiten Programms zur Förderung der Ressourceneffizienzberatung in Unternehmen. Die bereits bestehenden Förderprogramme des Bundes zur Entwicklung ressourceneffizienter Technologien in den Unternehmen sollten fortgeführt werden.

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