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Bundesnetzagentur verbietet Kinderuhren mit Abhörfunktion

| Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

Eine Maßnahme, die insbesondere Helikopter-Eltern trifft: Der Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion ist von der Bundesnetzagentur verboten worden. Käufer einer solchen Smartwatch sollten sie laut der Behörde vernichten, denn der Besitz eines solchen Gerätes ist strafbar.

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Verbotene Abhör- und Sendeanlagen: Die Bundesnetzagentur hatr eine Reihe von Kinderuhren mit Abhörfunktionen verboten. Eltern sind angehalten, entsprechende Produkte umgehend aus dem Verkehr zu ziehen.
Verbotene Abhör- und Sendeanlagen: Die Bundesnetzagentur hatr eine Reihe von Kinderuhren mit Abhörfunktionen verboten. Eltern sind angehalten, entsprechende Produkte umgehend aus dem Verkehr zu ziehen.
(Bild: Clipdealer)

Die Bundesnetzagentur hat den Verkauf von Kinderuhren verboten, die mit einer Abhörfunktion ausgestattet sind. Die Behörde ist bereits gegen mehrere Angebote im Internet vorgegangen.

Eltern könnten dabei über eine App die Uhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören, sagte Jochen Homann, Präsident der Behörde. "Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt." Eine derartige Abhörfunktion sei in Deutschland verboten.

Es gibt auf dem deutschen Markt eine große Anzahl von Anbietern, die Smartwatches für Kinder mit einer Abhörfunktion anbieten. Zielgruppe sind Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren. Diese Uhren verfügen nach Darstellung der Bundesnetzagentur über eingeschränkte Telefoniefunktionen, die über eine App gesteuert werden. Hierüber könne bestimmt werden, dass die Uhr unbemerkt vom Träger eine beliebige Telefonnummer anruft. Das macht das Abhören der Gespräche des Uhrenträgers und dessen Umgebung möglich.

Die Bundesnetzagentur rät Eltern, solche Uhren unschädlich zu machen und dazu auch einen Nachweis aufzubewahren. Denn auch der Besitz einer solchen Uhr ist laut Behörde in Deutschland strafbar. Aus den gleichen Gründen hatte die Behörde Anfang des Jahres auch die Kinderpuppe "Cayla" aus dem Verkehr gezogen. Auch sie war in der Lage, unbemerkt Gespräche des Kindes und seiner Umgebung aufzunehmen und weiterzuleiten.

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