Aktionsplan Nanotechnologie 2020

Bundeskabinett bringt Aktionsplan zur Förderung von Nanotechnologie auf den Weg

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Mit Funktionsmolekülen ausgestattete, ligandenfreie Partikel, die zweckgebundene Aufgaben auf Nano-Ebene durchführen. Der Aktionsplan Nanotechnologie 2020 verschreibt sich nicht nur der technologischen Förderung von Betrieben und Forschung, sondern nimmt sich auch zum Ziel, Nanomaterialien in ihrer Produktion und Nutzung umweltverträglicher zu machen.
Mit Funktionsmolekülen ausgestattete, ligandenfreie Partikel, die zweckgebundene Aufgaben auf Nano-Ebene durchführen. Der Aktionsplan Nanotechnologie 2020 verschreibt sich nicht nur der technologischen Förderung von Betrieben und Forschung, sondern nimmt sich auch zum Ziel, Nanomaterialien in ihrer Produktion und Nutzung umweltverträglicher zu machen. (Bild: Particular GmbH)

Das Bundeskabinett hat den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingebrachten Aktionsplan Nanotechnologie 2020 beschlossen. Dieser setzt sich zum Ziel, Wirtschaft und Forschung international zu stärken – und gleichzeitig eine sichere Herstellung von Nanomaterialien zu gewährleisten.

„Nanotechnologie gehört längst zu unserem Alltag. Ihre Anwendung, ob in der Medizin oder in der Informationstechnologie bringt uns viele Vorteile, beispielsweise bei der Verträglichkeit von Implantaten. Dennoch brauchen wir weitere Forschung, denn das Potenzial dieser Technologie ist noch nicht ausgeschöpft. Zugleich müssen wir auch mögliche Risiken im Blick behalten, um die Technologie weiterhin sicher beherrschen zu können“, sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Entsprechend wird die Risikoforschung zur Untersuchung von Auswirkungen von Nanomaterialien auf Mensch und Umwelt auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. „Wir werden den öffentlichen Dialog über Chancen und Risiken der Nanotechnologie suchen und ausbauen“, so Wanka.

Der "Aktionsplan Nanotechnologie 2020" richtet sich besonders an forschungsintensive kleinere und mittelständische Unternehmen, die auf dem Gebiet der Materialforschung sowie Nanotechnologie aktiv sind. Dazu zählt auch die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fachkräften in dem Bereich. Zudem will sich das BMBF auch international für einen wissenschaftsbasierten und offenen Umgang mit der Nanotechnologie einsetzen. Es ist der dritte Aktionsplan seiner Art nach dem Aktionsplan Nanotechnologie 2015 und der ursprünglichen Nano-Initiative Aktionsplan 2010.

Das BMBF stellt in diesem Jahr rund 190 Millionen Euro für die Förderung der Nanotechnologie zur Verfügung. Rund 2.200 Einrichtungen und Netzwerke aus der Industrie, der Dienstleistungsbranche, aus Wissenschaft und Verbänden sind derzeit in Deutschland auf dem Gebiet der Nanotechnologie aktiv. Die Hälfte dieser Akteure stammt aus der Industrie, 75% davon seien kleinere und mittelständische Unternehmen.

Der Aktionsplan ist Teil der neuen Hightech-Strategie, mit der die Bundesregierung das Ziel hegt, Innovationen zu fördern und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu knüpfen. An "Nanotechnologie 2020" sind neben dem BMBF auch die Bundesministerien für Arbeit und Soziales (BMAS), Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Gesundheit (BMG), Verteidigung (BMVg), Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) beteiligt. Somit soll eine enge Verzahnung von öffentlicher Forschungsförderung, Ressortforschung und Regulierungsaktivitäten sichergestellt werden.

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