Broadcom präsentiert ersten programmierbaren 7-nm-Network-Switch

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Broadcom verspricht mit seiner Trident 4 BCM56880 Switch-Serie bekannt, die branchenweit höchste Ethernet-Switching-Leistung. Die Bauteile bieten zudem eine Compiler-programmierbare Paketverarbeitung und Telemetrie.
Broadcom verspricht mit seiner Trident 4 BCM56880 Switch-Serie bekannt, die branchenweit höchste Ethernet-Switching-Leistung. Die Bauteile bieten zudem eine Compiler-programmierbare Paketverarbeitung und Telemetrie. (Bild: Broadcom)

Broadcom hat ein Muster des weltweit ersten 7-nm-Netzwerk-Switch-Chips vorgestellt. Der programmierbare Trident 4 verspricht Bandbreiten von bis zu 12,8 Terabit pro Sekunde.

Broadcom hat mit der Trident 4-Familie eine neue Generation an Netzwerk-Switch-Chips vorgestellt, die erstmals im 7-nm-Prozess gefertigt wurde. Die Switches der Reihe bieten eine Gesamtbandbreite von 2 bis 128 Terabit pro Sekunde. Laut Ram Velaga, Senior Vice President und General Manager der Switch Products Division bei Broadcom, soll der Chip damit gegenüber seinem 2017 erschienenen Vorgänger Trident 3 eine 4-fache Erhöhung der Bandbreite zur Verfügung stellen. Trident 4 richtet sich an Unternehmensnetzwerke, die eine Vielzahl von Verwaltungsfunktionen benötigen. Der 21 Milliarden Transistor-Chip packt bis zu 256 50G PAM4 SerDes und verwaltet bis zu 5 Milliarden Pakete pro Sekunde in einem einzigen Gehäuse.

Programmierbarkeit via kostenloser „Network Programming Language“

Die Chips bieten zudem Programmierbarkeit über einen von Broadcom mitgelieferten Compiler. Mit Hilfe der sogenannten Network Programming Language (NPL) können Entwickler nach Angabe des Unternehmens mehrere Tabellensuchen und andere Funktionen zu komplexeren Eingaben und Aktionen bündeln. Broadcom wird Tools zur Verfügung stellen, um NPL sowohl auf seinen Trident 4 als auch auf seinen Jericho 2 Chips zu unterstützen.

Zudem soll NPL via Open Source zugänglich gemacht werden. Anderen Unternehmen steht es damit frei, den Code auf ihre Architekturen zu portieren. Welche Form von Open-Source-Lizenz Broadcom letztendlich verwenden wird, ist derzeit noch unklar. Das Unternehmen möchte aber schon bald NPL sowie entsprechenden Code für einen Frontend-Compiler und Verhaltenssimulator kostenlos online zur Verfügung stellen.

Zu den bestehenden Trident OEMs gehören Arista, Dell, Huawei und Juniper, von denen zumindest einige voraussichtlich NPL einführen werden, obwohl sie sich allmählich von der Verwendung bestehender APIs lösen können. Chinas Tencent zeigte bereits Interesse an NPL, und auch ein Infrastruktur-Manager von LinkedIn unterstützte den Chip.

Darüber hinaus unterstützt Trident 4 die Laufzeitprogrammierung für ausgewählte Funktionen wie die Reaktion auf Denial-of-Service-Angriffe, das Tracing und Drop von Paketen und die Festlegung von Kriterien für den Lastausgleich. Der Chip unterstützt sowohl die In- als auch die Out-of-Band-Telemetrie.

Trident 4 ist pinkompatibel mit Tomahawk 3, dem 12.8T-Switch von Broadcom, der Ende 2017 auf den Markt kam und sich an Hyperskalierer richtet. Die beiden Chips haben einen ähnlichen Stromverbrauch und ähnliche thermische Anforderungen. Broadcom liefert aktuell die Trident 4 BCM56880 Geräte an qualifizierte Kunden aus. Wann die Serienproduktion anlaufen soll steht aktuell noch nicht fest.

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