Ausbau der Software-Services Broadcom greift nach VMware

Von Sebastian Gerstl

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Broadcom, einer der größten Fabless-Chiphersteller und führender Anbieter bei Embedded-SoCs und Konnektivitätslösungen, führt derzeit Gespräche über eine mögliche Übernahme des Cloud- und Virtualisierungsspezialisten VMware. Ein potentieller Kaufpreis läge über 40 Mrd. US-$.

Nach CA Technologies 2018 und NortonLifeLock 2019 will sich Broadcom mit VMware nun ein weiteres namhaftes Software-Unternehmen in einem Milliarden-Deal einverleiben.
Nach CA Technologies 2018 und NortonLifeLock 2019 will sich Broadcom mit VMware nun ein weiteres namhaftes Software-Unternehmen in einem Milliarden-Deal einverleiben.
(Bild: Clipdealer )

Chiphersteller Broadcom streckt offenbar seine Finger nach VMWare aus. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Bezug auf interne Quellen. VMware hatte sich seit seiner Gründung vor knapp 25 Jahren zunächst auf die erfolgreiche Virtualisierung von x86-Systemen auf anderen Prozessorgattungen und Rechenzentrums-Virtualisierung spezialisiert, ist aber vor allem in den letzten Jahren auch im Bereich der Cloud-as-a-Sevice-Angebote erfolgreich.

Weg von reinen Hardware- hin zu ganzheitlichen Plattform-Lösungen

Die Übernahmepläne würden sich in Broadcoms Strategie der letzten Jahre fügen, sich von einem reinen Hardware-Anbieter mehr hin zu einem Software- und Plattform-Gesamtkonzept-Anbieter hin zu wandeln. 2018 hatte der Fabless-Chip-Hersteller das auf die entwicklung von Firmensoftware spezialisierte CA Technologies für etwa 18,9 Mrd. US-$ übernommen. Ende 2019 hatte sich Broadcom zudem bereits die Security-Sparte des Software-Spezialisten Symantec, inklusive der Symantec-Namensrechte für 10,7 Mrd. US-$ einverleibt und als eigene Sparte in den Namen NortonLifeLock überführt.. Verbrauchern sind hier in erster Linie Produkte wie speziell die Produkte der Norton-Familie wir Norton Antivirus oder Norton Personal Firewall bekannt. Ein Virtualisierungs- und Cloud-Spezialist wie VMware würde sich gut in dieses eingekaufte Portfolio einfügen.

Weder Broadcom noch VMware haben sich bislang öffentlich zu etwaigen Übernahmeplänen geäußert. Die Verhandlungen zwischen Broadcom und VMware seien noch im Gange, ein Abschluss stünde nicht unmittelbar bevor, meldet auch Reuters unter Bezug auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Etwaige Abschlussbedingungen des Geschäfts konnten allerdings nicht in Erfahrung gebracht werden.

Ein Kaufpreis dürfte über 40 Mrd. US-$ liegen

VMware besitzt derzeit eine Marktwert von etwa 40,3 Milliarden US-$. Kaufsumme würde erfahrungsgemäß deutlich über dieser Marke liegen, was die Übernahme zu einem weiteren Blockbuster-Deal in der Halbleiterindustrie machen würde. Broadcom müsste sich bei einer Übernahme noch mit den Mehrheitsanteilseignern von VMware einig werden. Größter Anteilseigner an dem Unternehmen ist derzeit Michael Dell mit 40%, als Resultat aus der Ausgründung von VMWare aus Dell Enterprises im vergangenen Jahr. Der Private-Equity-Investor Silver Lakre hält weiter 10% am Unternehmen.

Intel-CEO Pat Gelsinger war bis zu seinem Wechsel an die Führungsspitze des Chipriesen zuletzt Geschäftsführer von VMware. Seit dem 1. Juni 2021 fungiert dort Rangarajan Raghuram als CEO.

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