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Broadcom-CEO gibt sich kämpferisch in Sachen Qualcomm

| Autor / Redakteur: mit Material von dpa und CNBC / Julia Schmidt

Broadcom gibt nicht auf: nachdem Qualcomm erneut auch die nachgebesserte Offerte zum Kauf dankend abgelehnt hat, will man nun den Qualcomm-Aktionären entgegen kommen. Derweil schießt Broadcom Chef Hock Tan auf CNBC verbal gegen Qualcomm.

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Broadcom-CEO Hock Tan. Broadcom ruft die Qualcomm-Aktionäre dazu auf, auf der nächsten Hauptversammlung Broadcom mit sechs neuen Aufsichträten die Mehrheit im Gremium zugeben.
Broadcom-CEO Hock Tan. Broadcom ruft die Qualcomm-Aktionäre dazu auf, auf der nächsten Hauptversammlung Broadcom mit sechs neuen Aufsichträten die Mehrheit im Gremium zugeben.
(Bild: Broadcom)

„In den letzten drei Jahren haben wir festgestellt, dass Qualcomm mit Bußgeldern belegt wurde, die weit über das hinausgehen, was sie in den letzten drei Quartalen an Gewinn erwirtschaftet haben", sagte Hock Tan am 12. Februar im Morgenprogramm von CNBC. „Das ist kein Geschäftsmodell, das nachhaltig ist. Das ist kaputt.“

Deshalb setzt Tan verstärkt auf die Qualcomm-Aktionäre. „Sind die Aktionäre von Qualcomm heute besser dran als vor vier Jahren? Nein, sie sind 11 Prozent ärmer. Broadcom-Aktionäre dagegen sind 500 Prozent reicher.“

Nachdem das erste Übernahmeangebot von Broadcom im November für rund 130 Mrd. US-Dollar zunächst abgelehnt wurde, zog Broadcom einen Umweg für die Übernahme in Erwägung. Man schlug elf unabhängige Aufsichtsrat vor, die in der kommenden Qualcomm-Hauptversammlung im März von unzufriedenen Aktionären gewählt werden könnten.

Darauf allein wollte man sich allerdings nicht verlassen. Anfang Februar gab Broadcom bekannt, man sei bereit, auf die zuletzt ausgerufenen insgesamt 130 Mrd US-Dollar (inklusive Schulden) noch mal bis zu 18 Mrd Dollar draufzupacken zu wollen.

Um den Weg für die bisher teuerste Tech-Übernahme zu ebnen, macht man jetzt ein potenziell wichtiges Zugeständnis. Die Qualcomm-Aktionäre werden nun nur noch dazu aufgerufen, Broadcom bei der anstehenden Hauptversammlung eine Mehrheit von sechs Aufsichtsräten im insgesamt elfköpfigen Verwaltungsrat zu geben, statt über den Austausch des gesamten Aufsichtsgremiums abzustimmen.

Wenn Broadcom die Mehrheit im Verwaltungsrat von Qualcomm bekommen sollte, könnte das Gremium den bisherigen Widerstand gegen den Übernahme-Deal kippen. Zugleich hatte Tan in einem Interview mit dem Sender CNBC angedeutet, dass Broadcom die Übernahmepläne aufgeben könnte, wenn bei der Hauptversammlung keine Mehrheit im Verwaltungsrat zustande kommt.

Damit liegt die Entscheidung über den Deal in der Hand der Aktionäre. Tan hatte in einem Brief an Qualcomm bereits betont, dass das zuletzt abgegebene Gebot das beste und letzte sei.

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