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„Teslas Alptraum“ Brennender Tesla S droht E-Antrieb in Verruf zu bringen

| Autor / Redakteur: dpa / Peter Koller

Der heftige Brand einer Elektro-Limousine von Tesla hat Zweifel an der Sicherheit der Lithium-Ionen-Akkutechnik ausgelöst. Sprecher europäischer Hersteller sehen den Elektroantrieb von Autos aber nicht grundsätzlich gefährdet.

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Die Flammen schlagen hoch: brennende Tesla-S-Limousine in Seattle
Die Flammen schlagen hoch: brennende Tesla-S-Limousine in Seattle
(Youtube)

Die Autobauer Daimler und BMW machen sich nach dem Brand eines Elektroautos des US-Herstellers Tesla keine Sorgen um die Sicherheit ihrer E-Fahrzeuge. Hersteller Mercedes, der für seine B-Klasse den Batterieantrieb von Tesla nutzt, verwendet nach Angaben eines Daimler-Sprechers vom Samstag ein anderes Gesamtkonzept.

Die Einbaubedingungen des Antriebsstrangs sowie der Aufbau der Batterie seien mit dem Tesla-Modell, das Feuer gefangen hatte, nicht zu vergleichen, sagte der Sprecher und bestätigte einen Bericht der „Automobilwoche“. Ein BMW-Sprecher sagte dem Blatt: „Unsere Batterien sind sehr gut geschützt. Wir haben keine Befürchtungen, dass sie brennen könnten.“ BMW wird von November an mit dem Kompaktwagen i3 sein erstes Elektromodell anbieten.

In einem vor kurzem auf Youtube veröffentlichten Amateurvideo war zu sehen, wie Flammen aus dem Vorderwagen eines Tesla Model S schlugen und ein Feuerwehrmann versuchte, das Auto zu löschen.

Nach Angaben von Tesla war die Elektrolimousine mit einem metallischen Gegenstand auf der Straße kollidiert, was „merkliche Schäden am Wagen anrichtete“. Laut Tesla-Gründer Elon Musk löste der Zusammenstoß ein Feuer im vorderen Batteriemodul aus, das aber durch die internen Brandschutzmaßnahmen nicht auf den Passagierbereich übergriff. „Wenn der gleiche Unfall mit einem klassischen Bezin-betriebenen Fahrzeug passiert wäre, hätten die Folgen viel schlimmer sein können", sagte Musk in einem Statement.

Der Daimler-Sprecher sagte, der Stuttgarter Autobauer werde sich den Unfallbericht anschauen. Dass dieser direkte Konsequenzen für die Mercedes-B-Klasse haben wird, glaube er nicht.

Das Feuer in der mindestens 70.000 Dollar teuren Sportlimousine hat jedoch das Vertrauen der Anleger in die neue Technik erschüttert. Die Aktien des kalifornischen Unternehmens fielen zwischenzeitlich um rund 12%.

„Teslas Alptraum“ tauften US-Journalisten den Vorfall, der sich bereits zu Beginn der vorigen Woche in der Nähe von Seattle ereignet hatte. In dem auf Youtube veröffentlichten Filmschnipsel von einer halben Minute Länge ist zu sehen, wie Flammen meterhoch aus dem Vorderwagen eines Tesla Model S schlagen. Ein Feuerwehrmann versucht, das Auto zu löschen - zunächst erfolglos.

„Oh Mist, Mann, das ist ein brandneues Auto!“, hört man den Amateurfilmer sagen. Er hält die Kamera aus dem Seitenfenster seines Wagens und fährt langsam an der Brandstelle vorbei. „Wow, ich kann die Hitze hier spüren“, sagt er, um dann erstaunt festzustellen: „Das ist ein Tesla!“

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Das Model S hatte bei Crashtests besonders gut abgeschnitten, was der Hersteller auch stets hervorhob. Das trug mit zum Verkaufserfolg bei: Im Gesamtjahr will Tesla 21.000 Stück absetzen. Damit gehört das Model S trotz des Preises einer Mercedes S-Klasse zu den bestverkauften Elektroautos überhaupt. Gerade erst hat der Verkauf in Europa begonnen.

Dass Batterien feuergefährlich sind, hatte General Motors schon vor zwei Jahren zu spüren bekommen. Bei einem Crashtest des eigenen Elektroautos Chevrolet Volt war das Kühlsystem beschädigt worden, der Akku überhitzte sich und fing letztlich Feuer. General Motors verstärkte die Karosserie rund um die Batterie und verbesserte das Kühlsystem. Der Chevrolet Volt wird hierzulande auch als Opel Ampera angeboten.

Beim Flugzeughersteller Boeing hatten Brände der erstmals in einem Verkehrsflugzeug verwendeten Lithium-Ionen-Akkus zu Beginn des Jahres sogar zu einem zeitweisen Flugverbot des Modells 787 Dreamliner geführt.

Käufer weiterhin von Tesla überzeugt

In einem Schriftwechsel zwischen Tesla und Rob Carlson, dem Besitzer des abgebrannten Autos, zeigt sich Carlson weiterhin von der Arbeit von Tesla und der Zukunft der Elektromobilität überzeugt. Tesla hat den Schriftwechsel in seinem Blog veröffentlicht.

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