Brandschutz für Geräte: Ein Feuerlöscher auf der Leiterplatte

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Wir sprachen in unserem Interview mit Rajko Eichhorn von Job Thermo Bulbs über die Idee, eine Löschampulle zu entwickeln bis zu weiteren denkbaren Einsatzmöglichkeiten und Entwicklungen.

Herr Eichhorn, wie ist die Idee zu solch einer cleveren Lösung entstanden?

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Als Mitglied in diversen Gremien haben wir Zugang zu statistischen Auswertungen von Brandquellen und Brandursachen. Dann haben wir uns die Frage gestellt, wie hätten unsere Produkte solche Feuer verhindern können? Durch solche Fragen wird das Thema greifbarer und erreicht einen Status, ein Projektteam zu beauftragen.

Die Impulse kommen auch aus dem Markt, von den Mitarbeitern sowie durch persönliche Kontakte oder Erlebnisse. Nach ausgiebiger Datenanalyse zu weltweiten Brandursachen stellten wir fest, dass ein Großteil der Brände durch Elektrogeräte ausgelöst werden und haben unsere bestehende Sprinklerampulle gezielt für den Einsatz als E-Bulb modifiziert und angepasst.

Was sind typische Einsatzszenarien für die AMFE und E-Bulb?

Die E-Bulb lässt sich in Computernetzteile, Haushaltsgeräte oder in der Beleuchtungstechnik verbauen. Aber auch Industriemaschinen und Anlagen werden durch einfache Netzteile betrieben. Computertomographen in der Medizintechnik kosten einige hunderttausende Euro und verfügen über keinen integrierten Brandschutz, obwohl sie viel Leistung umwandeln.

Auch Inflight-Entertainment-Systeme, Spannungsversorgungen in Fahrzeugen, Marine und Schienenfahrzeugen sehen wir als wichtige Einsatzgebiete.

Gibt es Grenzen oder Beschränkungen für den Einsatz einer E-Bulb oder AMFE?

Die einzige Grenze beim Einsatz der AMFE ergibt sich durch das zu schützende Volumen und die Auslösetemperatur, die gewünscht ist. Wir decken einen Bereich bis ungefähr 1,5 m³ ab. Unser Markt ist aktuell nicht größer. Denn dafür gibt es schon bestehende Lösungen. Bei der E-Bulb, also für die Kleingeräte, entscheiden Lüftungsöffnungen, Stromtragfähigkeit sowie maximal erwartete Dauerumgebungstemperatur beim Betrieb.

Diese Punkte müssen wir gemeinsam mit unseren Kunden abklären, damit die maximale Wirksamkeit zuverlässig erreicht wird. Wir haben selbst in Sibirien Kunden, die bei den dort erwarteten extrem tiefen Temperaturen von -40 °C auf unsere AMFE-Reihe setzen.

Welche weiteren Produkt-Ideen sehen Sie perspektivisch in diesem Segment?

Wir sehen kaum Grenzen. Aktuell sind wir dabei, Prototypen zu testen, die gezielt über einen kleinen Stromstoß ausgelöst werden können. Mit externer Sensorik kann ein Brand, noch bevor er eine bestimmte Temperatur erreicht hat, durch Rauch erkannt und gelöscht werden. Mithilfe von Beschichtungsverfahren lässt sich Sensorik in das Glas oder auf die Glasampulle bringen.

So lässt sich die Funktion der E-Bulb mit der einer elektrischen Feinsicherung kombinieren. Das Produktkonzept steht und jetzt geht es um eine effiziente Fertigung.

Referenz

[1] https://www.insurancejournal.com/news/international/2017/06/26/455673.htm

* Rajko Eichhorn ist Business Development Manager bei Job Thermo Bulbs in Ahrensburg.

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