Offener Brief an die Bundeskanzlerin Branchenverband AMA lehnt Freihandelsabkommen TTIP und CETA ab

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Nicht ausreichend transparent und eine Benachteiligung der mittelständischen Wirtschaft. Das wirft der Branchenverband AMA der Bundesregierung vor. TTIP und CETA müssen neu verhandelt werden.

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TTIP und CETA schaden der mittelständischen Wirtschaft und die Verhandlungen sind nicht transparent: Dr. C. Thomas Simmons, AMA Geschäftsführer.
TTIP und CETA schaden der mittelständischen Wirtschaft und die Verhandlungen sind nicht transparent: Dr. C. Thomas Simmons, AMA Geschäftsführer.
(Foto: AMA/Bernd Oertwig)

Sämtliche Verhandlungen zu TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) und CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) jetzt stoppen. Das fordert der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bereits im Vorfeld hat der Verband als Interessensgemeinschaft in seiner Mitliederversammlung das Thema diskutiert. Sowohl TTIP und CETA haben für Deutschland und die EU weitreichende Folgen. Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht. Dabei ist CETA ein geplantes europäisch-kanadisches Handelsabkommen und TTIP ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA.

Ergänzendes zum Thema
Der komplette Brief an die Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wir, der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V., treten heute als Interessensgemeinschaft mit unserer, in der AMA Mitgliederversammlung diskutierten und abgestimmten Position zum Freihandelsabkommen TTIP, an Sie heran.

Grundsätzlich begrüßt der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. Abkommen, die einen einfacheren und freieren Warenverkehr zwischen Staaten ermöglichen. Im Fall von TTIP und CETA werden aber möglicherweise nicht nur Vereinfachungen des Warenverkehrs festgeschrieben, sondern primär Interessen multinationaler Konzerne zum Nachteil der Bürger und der mittelständischen Wirtschaft.

Insbesondere nicht akzeptabel ist die Verhandlung der Abkommen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und insbesondere des EU Parlamentes, wobei andererseits einige wenige Interessengruppen aus der Wirtschaft mit einbezogen werden.

Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. spricht sich ausdrücklich gegen die Fortsetzung der Verhandlungen zu den Freihandelsabkommen TTIP, CETA und anderen, ähnlich konstruierten Abkommen aus.

Daher fordern wir einen Abbruch der laufenden Verhandlungen zu TTIP und CETA und einen Neubeginn von Verhandlungen zu Freihandelsabkommen die transparent und unter Einbeziehung der gesamten Wirtschaft und Zivilgesellschaft erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Namen des AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.

Wolfgang Wiedemann Dr. C. Thomas Simmons

AMA Vorstandsvorsitzender AMA Geschäftsführer

In dem Brief heißt es, dass der Verband es durchaus begrüßt, wenn der Warenverkehr zwischen Staaten vereinfacht und freier gestaltet wird. Problematisch ist aus Sicht der AMA vor allem die Tatsache, dass verstärkt die Interessen multinationaler Konzerne berücksichtigt werden. Die mittelständische Wirtschaft und die Bürger würden mit beiden Abkommen benachteiligt.

Dass die Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und insbesondere des EU-Parlaments stattfinden, erzeugt keine Transparenz. Es werden nur einige wenige Interessensgruppen aus der Wirtschaft mit in die Verhandlungen einbezogen.

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