Elektromechanische Bauelemente Branche erwartet 2008 zwei Prozent Wachstum

Redakteur: Kristin Rinortner

Ein moderates Wachstum von durchschnittlich 2,4% im Jahr 2008 erwartet der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems auf dem deutschen Markt für elektromechanische Bauelemente. Die Prognose bezieht sich auf die Bereiche Steckverbinder, Schalter und Geräteschutzsicherungen.

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Rüdiger Prill, Vorsitzender der Fachgruppe elektromechanische Bauelemente: „Deutsche Unternehmen müssen Kapazitäten schaffen, um internationale Märkte zu erschließen“
Rüdiger Prill, Vorsitzender der Fachgruppe elektromechanische Bauelemente: „Deutsche Unternehmen müssen Kapazitäten schaffen, um internationale Märkte zu erschließen“
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Jahr 2007 wurde bei den Elektromechanischen Bauelementen in Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 2,82 Mrd. € abgeschlossen. Steckverbinder konnten ein Umsatzplus von 2,5% verbuchen und erreichten auf dem deutschen Markt ein Gesamtvolumen von 1,91 Mrd. €. Mit gut 67% stellen sie das größere Marktsegment.

Alle Anwendungsbereiche entwickelten sich im Jahr 2007 im niedrigen einstelligen Bereich: Angetrieben vom Maschinenbau verzeichnete die Industrieelektronik das stärkste Wachstum mit 4%, gefolgt von der Datentechnik mit etwas mehr als 2%. Trotz eher moderatem Wachstum von 2% bleibt die Kfz-Elektronik größtes Abnehmersegment mit über 37% Anteil am Steckverbindermarkt. Der Umsatz im Bereich Telekommunikation wuchs um eineinhalb und bei Konsumelektronik um etwas mehr als 1%.

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Rüdiger Prill, Vorsitzender der Fachgruppe Elektromechanische Bauelemente erklärt dazu: „Impulse kommen aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie. Sie werden auch in Zukunft den Markt der elektromechanischen Bauelemente dominieren. Wir sehen den Markt der Industrieelektronik-Steckverbinder auch für die nächste Zeit als sehr positiv an.“

Schalter und Geräteschutzsicherungen mit Plus von zwei Prozent

Schalter und Geräteschutzsicherungen schlossen das vergangene Jahr mit einem Plus von 2% und einem Gesamtumsatz am Inlandsmarkt von 909 Mio. € ab. Die Nachfrage nach diesen Produktgruppen war in den Abnehmersegmenten sehr unterschiedlich. Das größte Umsatzwachstum mit knapp 3% verzeichnete die Kfz-Elektronik. Sie bleibt größtes Abnehmersegment mit über 55%. Die Bereiche Industrieelektronik und Datentechnik folgen mit zwei beziehungsweise etwas mehr als 1% Wachstum. Nullwachstum hat der Bereich der Konsumelektronik zu vermelden. Die Telekommunikation weist einen Rückgang von fast 2% auf.

Maschinenbau und Automobilindustrie dominierende Abnehmer

Für die elektromechanischen Bauelemente insgesamt war die Industrieelektronik der Wachstumstreiber 2007. Hier erhöhte sich der Umsatz um etwas mehr als 3,5% auf 782 Mio. €. Der Boom im deutschen Maschinenbau schlägt hier durch. Für das laufende Jahr rechnet der Verband in diesem Segment mit ähnlichem Wachstum.

Der Bereich der Kfz-Elektronik wuchs über alle elektromechanischen Bauelemente summiert um knapp 2,5%, die Datentechnik um etwas mehr als 1,5%, die Telekommunikation um ein und die Konsumelektronik um weniger als 1%.

Mit einem Anteil von etwas mehr als 43% konnte die Automobilelektronik im Jahr 2007 trotz der Absatzschwäche die Position als stärkstes Abnehmersegment behaupten. Es folgen Industrieelektronik mit 28%, Telekommunikation mit fast 14% und die Datentechnik mit etwas mehr als 10%. Konsumgüter, vorwiegend Hausgeräte, spielen mit einem Anteil von knapp 5% am deutschen Markt nur eine untergeordnete Rolle.

Das verhaltene Wachstum des Geschäfts mit der Automobilelektronik ist auf den Rückgang der Verkaufszahlen des inländischen Kfz-Markts zurückzuführen und wäre ohne den Export sogar negativ. Für den Bereich Telekommunikation ist derzeit keine weitere Belebung in Sicht. Die Schließung des Nokia-Werks in Deutschland wird weitere negative Auswirkungen nach sich ziehen.

Moderates Wachstum des Inlandsmarkts auch 2008

Nach dem mäßigen Wachstum des Vorjahrs zeigen sich die Experten im ZVEI auch für 2008 nur verhalten optimistisch. Für den Inlandsmarkt der elektromechanischen Bauelemente wird ein moderates Wachstum von 2% als realistisch eingeschätzt. Impulse werden von der Automobilelektronik erwartet, da neue Modelle in der Regel mit mehr elektronischen Funktionen ausgestattet werden als die Vorgänger.

Auch die Industrieelektronik stellt sich aufgrund steigender Investitionsbereitschaft im Maschinenbau auf einen Nachfrageanstieg ein. Durch Innovation und erweiterte Wertschöpfung wird weiterhin versucht, die zunehmende Produktion von Commodity-Produkten in Fernost und Osteuropa zu kompensieren.

Standardprodukte und kundenspezifische Lösungen

„Künftig muss stärker zwischen Standardprodukten und komplexen, kundenspezifischen Lösungen unterschieden werden. Indirekt wird damit die derzeitige Diskussion um dem Produktionsstandort beantwortet“ meint Prill. Mit zunehmender Automation ließen sich Standardprodukte an beliebigen Orten der Welt produzieren und transportieren.

„Hoch komplexe und technisch anspruchsvolle Lösungen hingegen erfordern Marktnähe“, mahnt Prill. Das bedeute, dass in Deutschland ansässige Unternehmen Kapazitäten zur Erschließung der aufstrebenden Märkte schaffen müssen, um international bestehen zu können. „Der Standort Deutschland, als der größte in der Eurozone, ist und bleibt für Hersteller von elektromechanischen Bauelementen viel zu wichtig, um vernachlässigt oder gar aufgegeben zu werden.“

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