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Batteriekosten sollen sich bis 2020 halbieren Bosch setzt weiter auf die E-Mobilität

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

„Was wir beim Diesel geschafft haben, wollen wir auch beim E-Antrieb schaffen“, hieß es auf einer Presseveranstaltung. Die Batteriekosten würden sich bis 2020 halbieren.

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Plug-in-Hybrid in technischer Vollendung: Der Porsche 918 Spyder nutzt Hybridantriebstechnik von Bosch.
Plug-in-Hybrid in technischer Vollendung: Der Porsche 918 Spyder nutzt Hybridantriebstechnik von Bosch.
(Foto: Bosch)

„Die Elektromobilität kommt – entgegen mancher Vorbehalte.“ Das betonte Rolf Bulander, Vorsitzender des Unternehmensbereiches Mobility Solutions beim Autozulieferer Bosch, auf dem Motorpressekolloquium seines Unternehmens am 19. Mai in Boxberg. „Bis 2020 wollen wir die Batteriekosten halbieren. Damit kann der Markt in der nächsten Dekade signifikant wachsen.“

Laut Bosch werden im Jahr 2015 schon 15 Prozent aller Neuwagen einen elektrifizierten Antrieb haben. Wohlgemerkt: elektrifiziert, nicht elektrisch. Denn die Stuttgarter zählen zu diesen 15 Prozent auch alle Bauarten von Hybridantrieben hinzu, nicht nur die rein batteriegetriebenen Fahrzeuge.

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Im Umkehrschluss heißt das: Der Verbrennungsmotor bleibt noch sehr lange die vorherrschende Antriebstechnik. Aber „im Zusammenspiel mit dem Elektromotor hat der Verbrenner seine effizienteste Zeit noch vor sich“, ergänzte Bulander.

Auf dem Motorpressekolloquium stellte sein Unternehmen die vielfältigen Techniken vor, die es für den elektrifizierten Antriebsstrang anbietet. Bereits jetzt hat Bosch nach eigenen Angaben 30 Serienaufträge realisiert, davon zehn für Plug-in-Fahrzeuge der Oberklasse. Und bei den strengen Emissionslimits, die künftig nicht nur in Europa, sondern weltweit gelten werden, kommen Autohersteller in den höheren Fahrzeugklassen nicht mehr ohne Hybridantriebe aus. Während das EU-Limit für 2021 (95 Gramm CO2 pro Kilometer) allgemein bekannt ist, dürfte nicht jeder wissen, dass auch amerikanische Autos ab 2025 nur noch 102 Gramm ausstoßen dürfen. In China gelten ab 2020 119 Gramm.

Bosch will „den Diesel-Erfolg mit dem E-Antrieb wiederholen“

Bislang stehen noch die hohen Kosten vor allem der Batterie einer erfolgreichen Vermarktung von Elektrofahrzeugen oder Plug-ins im Wege. Doch bis 2020 will Bosch die Batteriekosten auf die Hälfte des heutigen Niveaus senken. Aber auch mit einer schwächeren Hybridisierung – etwa bei einer Spannungslage von 48 Volt – sind signifikante Verbrauchssenkungen möglich. Bosch nennt einen Wert von bis zu minus 15 Prozent und zeigte anhand eines Prototypen, dass sich auch Autos mit Handschaltgetriebe in Hybride verwandeln lassen – einschließlich der Fähigkeit zum elektrischen Fahren.

Weiterer Vorteil: Mit bis zu 150 Newtonmeter Drehmoment kann so ein 48-Volt-Hybrid den Motor beim Beschleunigen unterstützen („Boosten“). Das heißt, der Verbrenner muss weniger stark schuften und stößt dadurch weniger Schadstoffe wie Stickoxide aus.

Abgesehen vom nachvollziehbaren wirtschaftlichen Argument steigender Umsätze scheint Bosch die Arbeit am E-Antrieb durchaus als Berufung zu verstehen. Rolf Bulander : „Bosch hat die Erfahrung, aus einem alternativen Antrieb eine Erfolgsgeschichte zu machen. Das ist uns mit dem Diesel gelungen, das wollen wir auch mit dem Elektroantrieb schaffen.“

Weitere Schwerpunkte auf dem Motorpressekolloquium waren das automatisierte Fahren und die Vernetzung von Auto und Umfeld.

Mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe 25 des »kfz-betrieb«, die am 19. Juni erscheint.

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