Web 3.0 Bosch bereit für das Internet der Dinge

Redakteur: Martina Hafner

Die Bosch-Gruppe sieht laut Geschäftsführer Volkmar Denner großes Potential im Internet der Dinge und Dienste, das es Geräten und Systemen erlaubt, sich automatisch über das Internet zu vernetzen und Daten auszutauschen. Dabei seien wesentliche Herausforderung die hohe technologische und ökonomische Dynamik.

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Der Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH Volkmar Denner betonte vergangene Woche auf dem Innovationsforum in München: „Wir erwarten, dass der Markt für entsprechende Produkte und Dienstleistungen deutlich wachsen wird und bereiten unser Unternehmen darauf vor.“ Denner sieht für das Internet der Dinge und Dienste in drei Bereichen Wachstumsmöglichkeiten für Bosch: Technologien, Applikationen und Geschäftsmodelle auf der Grundlage dieser Applikationen.

Auf der Technologie-Seite will Bosch Produkte wie Head Units in Fahrzeugen, Sensoren in Gebäuden oder Heiztechniksysteme IP-fähig machen, damit sie sich mit dem Internet verbinden können. „Heute ist Bosch vor allem ein Hersteller von Dingen. Um vernetzte Anwendungen, wie Überwachungs- und Hei­zungssysteme sowie Fahrzeuge oder auch Sensoren erschließen zu können, besteht die erste Aufgabe darin, die Hardwareerzeugnisse, wo immer dies sinnvoll erscheint, netzwerkfähig auszulegen,“ so Denner.

Außerdem stellt Bosch mit einer Plattform für das Internet der Dinge und Dienste Infrastruktur bereit, um Cloud-basierte Dienste anzubieten, z.B. im Bereich der Elektromobilität. Die Plafftform, entwickelt von der Bosch Software Innovations erlaubt neben Cloud-Services auch die intelligente Vernetzung von Geräten und Sensoren. Bosch bietet ferner bereits Produkte an, wie die „Navigations-App“ des Geschäftsbereichs Car Multimedia oder im Geschäftsbereich Thermotechnik die „iCom-App“ der Marke Junkers.

Bosch arbeitet an Data Mining und neuen Algorithmen

Bosch geht für die Entwicklung der technologischen Basis davon aus, dass sich die Rechenleistung, die Bandbreite zur Datenübertragung und die Speicherkapazität ungefähr alle zwei Jahre verdoppeln werden. „Dieses exponentielle Wachstum ist der grundlegende Treiber für den technologischen Pfad in die Zukunft. Es ist sehr wichtig festzuhalten, dass dies vorhersagbar geschieht“, sagte Denner.

Innerhalb der Cloud lassen sich künftig auch große Datenmengen vergleichsweise günstig speichern und vorhalten. Die schnelle, komplexe Analyse solcher Daten liefert die Grundlage für die Verbreitung des Internets der Dinge und Dienste. Entscheidend werde sein, die gewonnenen Daten mit dem domänenspezifischen Fachwissen verknüpfen zu können, heißt es seitens Bosch. Man arbeite deshalb an den Themen Data Mining und Algorithmen, etwa im Bereich der Telemedizin oder in der Robotik.

Die Hauptherausforderung liege darin, schnell genug zu sein, um mit der rasanten Entwicklung im Markt dauerhaft Schritt halten zu können. „Es ist extrem unsicher und nicht vorhersagbar, welche Applikationen und welche Geschäftsmodelle sich am Ende im Markt etablieren werden. Unser Ansatz muss daher ein exploratives und agiles Vorgehen sein.“

Denner betont Sicherheitsrisiken

Denner betonte neben der Potentiale der Vernetzung über das Internet auch ihre Risiken: „Wir müssen davon ausgehen, dass es Hacker gibt, die versuchen werden, in unsere Systeme einzudringen.“ Deshalb sei es erforderlich, mit dem neuesten Stand der Technik nicht autorisierte Zugriffe zu unterbinden. Bosch hat für die neue Generation seiner Steuergeräte ein Hardware Security Modul entwickelt, das Schutz vor Attacken von außen bieten soll. Denner: „Außerdem haben wir ein Center of Competence Security gegründet, das intern bei der Anwendung und Umsetzung der sicherheitsrelevanten Technologien unterstützt und berät.“

Beispiel vernetztes Fahrzeug

Als Beispielszenario nennt Denner unter anderem vernetzte Fahrzeuge: Diese seien, so Denner, über eine leistungsfähige Luftschnittstelle permanent verbunden mit dem Internet, anderen Fahrzeugen und Satelliten. Der Teilnehmer, Fahrzeug oder Fahrer, erhält über herstellerspezifische Portale Apps und Services. Auf der anderen Seite sendet der Teilnehmer zwei Klassen von Daten über eine Luftschnittstelle:

• Generische Daten: Sie werden später in einem Business Backbone zu Zwecken des Kundendatenmanagements oder der Abrechnung weiter verarbeitet;

• Domänenspezifische Daten: Über deren Analyse erhält der Fahrer konkreten Mehrwert, zum Beispiel Infos über die Fahrzeugdiagnose und darauf aufbauender präventiver Wartungskonzepte. Dadurch ist der Fahrer wiederum bereit, weitere Daten zur Verfügung zu stellen, aus denen sich neue „Mehrwert-Apps“ generieren lassen.

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