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IAA 2015 Bosch präsentiert das 48-Volt-Hybridsystem der 2. Generation

Bosch hat auf der IAA 2015 in Frankfurt einen 48-Volt-Hybridantrieb vorgestellt, der sich selbst in kleineren Fahrzeugen rechnet. Das System soll mit der nächsten Fahrzeuggeneration in Serie gehen und kostet nur einen Bruchteil heutiger Hybridsysteme.

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48-Volt-Hybrid, zweite Generation: Die elektrische Maschine ist bei der zweiten Generation ins Getriebe integriert. Sie und der Verbrenner sind durch eine Kupplung trennbar und können somit unabhängig voneinander Leistung an die Räder abgeben. Damit ist rein elektrisches Einparken möglich.
48-Volt-Hybrid, zweite Generation: Die elektrische Maschine ist bei der zweiten Generation ins Getriebe integriert. Sie und der Verbrenner sind durch eine Kupplung trennbar und können somit unabhängig voneinander Leistung an die Räder abgeben. Damit ist rein elektrisches Einparken möglich.
(Bild: Bosch)

„Das Boost Recuperation System ist der Hybrid für jeden“, erklärt Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobilty Solutions.

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Gleichzeitig haben Autofahrer die bekannten Vorteile eines Hybrids: Das Auto wird deutlich sparsamer. Selbst moderne Fahrzeuge können so nochmals 15% sparsamer werden – und das nicht nur bei Tests auf dem Prüfstand, sondern auch in alltäglichen Fahrsituationen. Zudem können Benziner und Diesel dank dem Elektro-Boost dynamischer beschleunigen. Denn der elektrische Antrieb unterstützt den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen mit zusätzlichen 150 Nm. Das entspricht der Kraft eines sportlichen Kleinwagenmotors.

Kostengünstige Hybrid-Variante

Anders als gängige 400-V-Hybride setzt das System auf eine niedrigere Spannung von 48 Volt – und damit auf kostengünstige Komponenten. Statt eines großen Elektromotors wird die Lichtmaschine auf die vierfache Leistung aufgerüstet. Der Motor-Generator unterstützt den Verbrennungsmotor dann über einen Riemen mit bis zu 10 kW. Die Leistungselektronik ist das Bindeglied zwischen der zusätzlichen Niedervolt-Batterie und dem Motor-Generator. Ein DC/DC-Wandler versorgt das 12-V-Bordnetz des Fahrzeugs aus dem 48-V-Bordnetz. Die neu entwickelte Lithium-Ionen Batterie fällt zudem deutlich kleiner aus. „Der Einstiegshybrid mit 48 Volt wird für Autofahrer in Europa, Nordamerika und Asien zur attraktiven Option werden“, sagt Bulander. Bosch rechnet damit, dass allein im Jahr 2020 weltweit rund 4 Mio. Neuwagen diese Hybrid-Variante an Bord haben.

Prototyp der zweiten Generation: Einparken auf Knopfdruck

Auf der IAA 2015 präsentierte Bosch darüber hinaus bereits eine neue zweite Generation des Einstiegshybrids, die sich aktuell noch in der Entwicklung befindet. Bei dem Prototypen ist der leistungsverstärkte Motor-Generator direkt mit dem Getriebe statt mit dem Verbrennungsmotor verbunden. Damit kann der Einstiegshybrid nicht nur kurzzeitig elektrisch unterstützen, sondern auch bei niedrigen Geschwindigkeiten – beispielsweise im Stop-and-go-Verkehr rein elektrisch fahren.

Oberklasse-Funktionen für die untere Mittelklasse

Diese neue Variante ermöglicht auch in der unteren Mittelklasse eine Funktion, die auf der diesjährigen IAA in Oberklasse-Fahrzeugen debütiert – der ferngesteuerte Parkassistent, bei dem der Fahrer den Parkvorgang von außen per Knopfdruck anweist. Stressfrei, bequem und sicher steuert die vollautomatische Einparkhilfe das Fahrzeug selbst in enge Parklücken und Garagen.

Vollautomatisches Parksystem

Basis dafür sind Ultraschallsensoren und das vollautomatische Parksystem bei einem Automatik-Fahrzeug. Dank der integrierten E-Maschine beschleunigt das System selbst und kann eigenständig zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang wechseln. Und das selbst wenn der Fahrer nicht im Fahrzeug sitzt: Denn das Parken startet über eine Taste am Zündschlüssel. Ergänzend hat Bosch eine App für Smartphones entwickelt, mit der der Parkassistent von außen bedient werden kann.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.