Vernetzte Produktion Bosch erhält VDA-Logistik-Award für virtuelle Abbildung von Lieferketten

Redakteur: Margit Kuther

Bosch erhält den Logistik-Award des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) für die vollständige Digitalisierung von physischen Warenströmen.

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Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Bosch: „Die Vision der Datendurchlässigkeit in der industriellen Lieferkette wird Realität.“
Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Bosch: „Die Vision der Datendurchlässigkeit in der industriellen Lieferkette wird Realität.“
(Bild: Thomas Bauer www.tomfoto.com)

Physische Warenströme können nun in Echtzeit in intelligenten Softwaresystemen virtuell abgebildet werden. Die Auswertung der so gewonnen Daten hilft bei der Steuerung und weiteren Verbesserung der Abläufe. Einer der wesentlichen Erfolge des Projektes ist der unternehmensübergreifende Datenaustausch.

Standardisierte Daten können nun problemlos und in Echtzeit über Unternehmensgrenzen hinweg ausgetauscht und geteilt werden. Damit ist die ganzheitliche Optimierung von Produktions- und Liefernetzwerken möglich.

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Prozessverknüpfung von Zulieferern und Kunden

„Zulieferer und Kunden öffnen und verknüpfen ihre Prozesse für- und miteinander. Die Vision der Datendurchlässigkeit in der industriellen Lieferkette wird so Realität. Es entstehen effiziente, flexible und ressourcenschonende Produktions- und Logistiknetzwerke“, sagt Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung bei der Preisverleihung in Frankfurt a.M. In der Pilotanwendung bei Bosch im saarländischen Homburg konnte beispielsweise die Effizienz der Logistik um rund zehn Prozent gesteigert werden.

Intelligente Produktion stärkt Standort Deutschland

VDA-Präsident Matthias Wissmann betont die Bedeutung der prämierten Innovation: „Intelligente Produktions- und Logistikprozesse stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschlands. Die deutschen Zulieferer sorgen mit ihren Produkt- und Prozessinnovationen maßgeblich dafür, dass die deutsche Automobilindustrie immer mindestens einen Schritt voraus ist.“ Wissmann weiter: „Herausragende, innovative Logistikkonzepte können durch den Award zum Vorbild und zur Anregung für alle Unternehmen werden, die selbst nach kreativen und intelligenten Logistiklösungen suchen.“

Der nun bei Bosch erstmals durchgängig umgesetzte standardisierte Datenaustausch baut auf den Ergebnissen des RAN-Forschungsprojekts (RFID-based Automotive Network) auf. In diesem Projekt wurden neue Steuerungskonzepte für Netzwerke der Automobilindustrie entwickelt.

Mit der virtuellen die physische Realität verbessern

„Die Veränderungen der industriellen Fertigung, die insbesondere in Deutschland unter dem Stichwort Industrie 4.0 zusammengefasst werden, haben längst begonnen. Sie werden nun in ersten Anwendungen Realität und damit sichtbar“, erklärt Asenkerschbaumer, der in der Bosch-Geschäftsführung auch für die Bereiche Einkauf und Logistik verantwortlich ist.

Auf dem Weg zur vernetzten Produktion baut Bosch auf dem seit Jahren erfolgreich angewandten Bosch-Produktionssystem auf. Bislang lag der Fokus dabei auf der Optimierung von physischen Produktions- und Logistikprozessen, also dem, was in der realen Welt geschieht.

Neue IT-Technologien ermöglichen es, diese Prozesse und Warenströme zu virtualisieren. Dies geschieht durch die automatisierte Erhebung von Zustandsdaten von Produkten oder Transportbehältern während der Produktions- und Logistikprozesse. Technisches Hilfsmittel ist dabei beispielsweise die RFID-Technologie.

Früher wurde der physische Warenfluss zeitversetzt mit viel Aufwand händisch in ein IT-System übertragen. Die Fehleranfälligkeit war hoch und die Daten nie aktuell. Der Informationsfluss lief asynchron zum Warenfluss.

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