Mikrosystemtechnik

Bosch entwickelt ASICs für MEMS-Sensoren in Dresden

| Redakteur: Gerd Kucera

Udo-Martin Gomez, Bosch Sensortec: „Neben unserer langjährigen Erfahrung im Bereich MEMS-Technologie ist die Verfügbarkeit exzellenter IC-Entwickler einer der zentralen Erfolgsfaktoren für den Ausbau unseres innovativen Produktportfolios.“
Udo-Martin Gomez, Bosch Sensortec: „Neben unserer langjährigen Erfahrung im Bereich MEMS-Technologie ist die Verfügbarkeit exzellenter IC-Entwickler einer der zentralen Erfolgsfaktoren für den Ausbau unseres innovativen Produktportfolios.“ (Bild: Bosch)

Bosch hat in Dresden mit der Entwicklung (Design) von anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen (ASICs) für mikroelektromechanische Systeme (MEMS) begonnen. Diese Sensoren basieren auf Silizium und erfassen beispielsweise Bewegungen, Druck oder Magnetfelder.

MEMS-Sensoren kommen in immer mehr Anwendungen in Fahrzeugen zum Einsatz. Etwa in Motor- und Fahrzeugdynamiksteuerungen oder Überschlagerkennung, zunehmend aber auch in Konsumelektronikgeräten wie Smartphones, Spielekonsolen oder Tablet-Computern. Die zugehörige Schaltung (ASIC) liest den Sensor aus und gibt den Messwert in analoger oder digitaler Form weiter.

Durch entsprechende Auslegung des Schaltkreises können zuverlässig und sicher hohe Signalgüten erreicht werden, wie sie für Anwendungen wie zum Beispiel im Smartphone oder Auto erforderlich sind. Bosch sieht ein hohes Wachstumspotenzial im Markt für MEMS-Sensoren und zugehörigen ASICs. Mit Dresden erweitert das Unternehmen sein IC-Design-Netzwerk mit den Standorten Reutlingen, München, Shanghai und Bangalore. Durch die Präsenz in Dresden als einem der dynamischsten Zentren der Mikroelektronik in Europa hat Bosch unmittelbaren Zugang zu vielen Forschungseinrichtungen und dem Ingenieurwissen in dieser Region.

„Neben unserer langjährigen Erfahrung im Bereich MEMS-Technologie ist die Verfügbarkeit exzellenter IC-Entwickler einer der zentralen Erfolgsfaktoren für den Ausbau unseres innovativen Produktportfolios“, konstatiert Udo-Martin Gomez, CTO der Bosch Sensortec GmbH, „Außerdem unterstreicht Bosch mit dem IC-Design-Standort in Dresden die Bedeutung Deutschlands als wichtiger Standort für die Entwicklung und Fertigung von Halbleitern“, ergänzt Erich Biermann, Senior Vice President Engineering Semiconductors, Bosch Automotive Electronics.

Der Hintergrund MEMS-Technologie

Bosch hat die Entwicklung der MEMS-Technologie (Micro-Electro-Mechanical-Systems) von Beginn an geprägt. Seit Produktionsstart 1995 hat das Unternehmen weit mehr als 2 Mrd. MEMS-Sensoren hergestellt. Die Produktionsmenge erreicht Jahr für Jahr neue Höchstwerte, 2011 haben rund eine halbe Milliarde Sensoren das Werk in Reutlingen verlassen. Damit ist Bosch nach eigenen Angaben Weltmarktführer. Das Angebot umfasst Druck-, Beschleunigungs-, Drehraten- und Inertial-Sensoren für viele Anwendungen in der Automobilindustrie und Konsumelektronik.

Die Bosch Sensortec GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH. Sie entwickelt und vermarktet mikromechanische Sensoren für die Bereiche Consumer Electronics, Mobiltelefonie, Sicherheitssysteme, Industrietechnik und Logistik. Zum Produktportfolio gehören dreiachsige geomagnetische Sensoren, dreiachsige Beschleunigungs- und Drehratensensoren, barometrische Drucksensoren und ein umfassendes Softwareportfolio für diverse Anwendungen. Bosch Sensortec hat sich seit der Gründung in 2005 zum Technologieführer in den adressierten Märkten entwickelt.

Sieben Geschäftsfelder für Kraftfahrzeugtechnik

Kraftfahrzeugtechnik ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2011 mit 30,4 Mrd. € 59% zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Die weltweit über 175.000 Mitarbeiter der Bosch-Kraftfahrzeugtechnik sind in sieben Geschäftsfeldern tätig: Einspritztechnik für Verbrennungsmotoren, Peripherie für den Antriebsstrang, alternative Antriebskonzepte, aktive und passive Sicherheitstechnik, Assistenz- und Komfortsysteme, automobile Information und Kommunikation sowie Dienstleistungen und Technik für das Aftermarket-Geschäft. Wichtige Innovationen im Automobil kommen von Bosch, etwa das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik.

4,2 Mrd. € für F & E

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeugtechnik, Energie und Gebäudetechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern erwirtschafteten mehr als 300.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 51,5 Mrd. €. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2011 gab Bosch rund 4,2 Mrd. € für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 4100 Patente weltweit an.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 37557200 / Unternehmen & Strategien)