Anwendungsunabhängige Software aus einer Hand Bosch bündelt Softwareentwicklung für Autos

Von Sebastian Gerstl

Autos werden mit neuer Software zu Computern auf vier Rädern. Bosch will seine Tätigkeiten in diesem Feld potenzieren und bündelt die Entwicklung von anwendungsunabhängiger Software für Fahrzeuge und Cloud unter dem Dach der ETAS GmbH. Ab 2022 sollen dort 2300 Fachleute zusammengeführt werden.

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Unter dem Dach der ETAS GmbH wollen Bosch und ETAS künftig gemeinsam die Entwicklung von anwendungsunabhängiger Software für Fahrzeuge und Cloud bündeln. Lösungen für softwaredefinierte Fahrzeuge sollen Herstellern und anderen Zulieferern künftig schneller, sicherer und effizienter bereitgestellt werden.
Unter dem Dach der ETAS GmbH wollen Bosch und ETAS künftig gemeinsam die Entwicklung von anwendungsunabhängiger Software für Fahrzeuge und Cloud bündeln. Lösungen für softwaredefinierte Fahrzeuge sollen Herstellern und anderen Zulieferern künftig schneller, sicherer und effizienter bereitgestellt werden.
(Bild: ETAS GmbH)

Der Autozulieferer Bosch bündelt die Entwicklungsaktivitäten der übergreifend einsetzbaren Fahrzeugsoftware unter dem Dach der Tochtergesellschaft ETAS. „Automobile Softwareentwicklung ist eine Kernkompetenz von Bosch. Wir bringen jährlich mehr als 200 Millionen Steuergeräte mit eigener Software in Fahrzeuge weltweit. Mit der neuen Aufstellung wollen wir künftig führend als Anbieter anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware werden“, sagte der zuständige Bosch-Geschäftsführer Dr. Stefan Hartung am Dienstag in Gerlingen bei Stuttgart.

Zentrale Plattform für universelle Fahrzeugsoftware

Es geht dabei um sogenannte Basissoftware für verschiedene Autohersteller und andere Zulieferer. Es soll eine zentrale Plattform entstehen, mit der Software effizienter und mit Partnern entwickelt werden kann.

Ab Mitte 2022 sollen 2300 Fachleute aus den unterschiedlichsten Entwicklungsbereichen von Bosch und ETAS zusammengeführt werden. Hartung sagte, automobile Softwareentwicklung sei eine Kernkompetenz von Bosch.

Software rückt im Fahrzeugbau weiter in den Mittelpunkt

Nach Ansicht von Bosch und Etwas ist es künftig nicht mehr weiter so, dass ein Auto bei Auslieferung auch wirklich als "Feature-complete" betrachtet wird. Künftig werde die Fahrzeugsoftware kontinuierlich verbessert und erweitert – ein ganzes Fahrzeugleben lang. Das ermögliche Autofahrern ein individuelles, digitales Fahrerlebnis und sei gleichzeitig Basis für neue Geschäftsmodelle der Hersteller. D

Den Markt für Fahrzeugsoftware sehen Experten in den nächsten Jahren im Milliardenbereich. Bosch rechnet bis 2030 jährlich mit einem zweistelligen Wachstum. Teil dieser Evolution ist die nun von Bosch geplante organisatorische Neuaufstellung von Bereichen, die sich mit anwendungsunabhängiger Software beschäftigen, bei ETAS. „Für die Entwicklung von Fahrzeug-Betriebssystemen wollen wir uns künftig weltweit noch besser am Markt aufstellen“, sagt Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. „Mit diesem Schritt bieten wir für bestehende und neue Kunden ein ganzheitliches Angebot einer horizontalen, domänenübergreifenden Plattform, um softwaredefinierte Fahrzeuge zu realisieren“, ergänzt Christoph Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der ETAS GmbH.

In der neuen Organisation soll ebenfalls die im Februar begonnene Zusammenarbeit von Bosch und Microsoft fortgesetzt werden. Ziel der Kooperation ist eine durchgängige Softwareplattform für die nahtlose Vernetzung von Fahrzeug und Cloud. Damit soll Fahrzeugsoftware künftig einfacher und während des gesamten Fahrzeuglebens weiterentwickelt sowie über die Cloud auf die Steuergeräte und Fahrzeugrechner aufgespielt werden.

Auch Autokonzern Stellantis mischt mit

Der Autokonzern Stellantis will mit Software im Auto ein Multimilliarden-Geschäft machen. Bis 2026 will die Opel-Mutter (Peugeot, Citroën, Fiat, Chrysler) rund vier Milliarden Euro zusätzlichen Umsatz mit softwaregetriebenen Diensten pro Jahr erzielen. 2030 sollen es jährlich dann 20 Milliarden Euro sein, wie das Unternehmen in Amsterdam mitteilte. Zum Beginn des nächsten Jahrzehnts sollen 34 Millionen vernetzte Autos des Konzerns unterwegs sein, mit denen Stellantis Geld erwirtschaften will. Derzeit zählt das Unternehmen weltweit 12 Millionen solcher Autos. (mit Material von dpa und ETAS)

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